Ralf Schusters 9 neue Lieder …

Ralf Schuster

Ralf Schuster

… zeigen ihn nach längerer Unterbrechung der Aktivität als singer/songwriter auf der Höhe seines idiosynkratischen Könnens: sarkastische, obszöne, wütende, kapitalismuskritische, depressive, sentimentale, grimmige oder schlicht unsinnige Texte werden, abwechslungsreich wie selten, von streng multidilettantisch selbsterzeugten Begleitgeräuschen (Akkordeon, Mundharmonika, Kazoo (?), Klavier, Saxofon) und ein paar Effektgeräten getragen. Ein reduziertes, aber effektiv programmiertes elektronisches Schlagzeug, das ausschließlich auf dem linken Kanal residiert, gibt jedem Song einen anderen, aber stets eckigen, expressiven drive.

Um gleich mal naheliegende Erwartungen zu enttäuschen, was die musikalischen Mittel betrifft: nein, es hat nichts mit Rockmusik zu tun, schon gar nicht mit “Diskurs-Rock”, es ist auch kein ohrenfeindlicher Industrial à la frühe “Einstürzende Neubauten”, schon gar nicht ist es kryptofaschistischer Neofolk oder sowas. Aber Schusters Klänge geben eine ästhetisch eigenständige Antwort auf die Fragen, die Diskurs-Rock, Industrial, Neofolk und ein halbes Dutzend weiterer Independent-Stile der letzten 25 Jahre zurecht gestellt haben.

Ralfs Stimme dringt, frisch und komplett unkorrumpiert, direkt aus dem linksanarchistischen Geist der frühen 1980er Jahre ins kapitalismusmüde, neoliberalismusgeschädigte, tief verunsicherte Jahr 2012 hinüber – und das Unwahrscheinliche geschieht: sie hallt ganz prächtig wieder in dieser Zeit, die ihr eigentlich vollständig fremd sein müsste und zeigt, dass es auch anders geht.

Wer noch niemals mit der fremden und seltsamen Welt des R. S. Kontakt hatte (“Wenn man meine Arbeiten mit denen psychisch Kranker vergleicht, macht mich das besonders stolz!”), sollte sich zum Kennenlernen ein wenig Zeit nehmen und einfach mal lauschen – es lohnt sich!

P.S. Ja – ich bin voreingenommen durch langjährige Freundschaft mit dem Künstler, aber: “Darf man denn keine Freunde mehr haben?” (Christian Wulff [sinngemäß])

Ralf Schuster @ SoundCloud

Video “Eine Begegnung, wie sie kommt und geht”

Mit dem Cottbuser Experimentalfilmer Ralf Schuster arbeite ich bereits seit Kindertagen zusammen. Diese Arbeit entstand im Jahr 2006. Ralfs Animation entstand zunächst a capella, die Musik habe ich nachträglich hinzugefügt. Have fun!

“Video-Soljanka 2011″ – Bild: Ralf Schuster, Ton: Hetzel (Banjo: Dennis Schütze)

Bescheiden wie immer schreibt Schuster zu diesem Werk: “Zur Musik von Stefan Hetzel und Dennis Schütze habe ich die noch nicht verwendeten Zeitrafferaufnahmen des Jahres zusammengeschmissen, rumgerührt und jetzt gefällt es mir doch ganz gut.” Natürlich gefällt es – gut. Die Musik entstand durch elektroakustische Aufbereitung des Banjospiels von Singer/Songwriter Dennis Schütze. Der Track ist ein Ausschnitt aus der frei herunterladbaren CD uncomplicated. Have fun and leave a comment :-)