Ästhetik (Gedanken zu Lehmanns Musikphilosophie 4)

Die soziale Indifferenz des musikalischen Materials muss künstlerisch kompensiert werden.

(H. Lehmann, „Die digitale Revolution der Musik“, S. 31)

Lehmann schreibt das zwar in Bezug auf  die „kulturell abgeschlossene Neue-Musik-Szene des 20. Jahrhunderts“, aber nach einigem Nachdenken und einem sehr lebhaften Telefonat mit einem Freund, dem Singer/Songwriter und promovierten Musikforscher Dennis Schütze, wurde mir klar, dass diese Aussage wohl generelle Gültigkeit für die Musik im 21. Jahrhundert beanspruchen darf. Längst hat doch eine allgemeine Entkopplung von musikalischem Material und soziokultureller Konnotation stattgefunden – eine Konsequenz des Übergangs von der Moderne zur Postmoderne, die viele Durchschnittshörer bereits tiefer verinnerlicht haben als so manche Spezialistin in ihrem Elfenbeinturm, ganz einfach, weil dem Durchschnittshörer diese Entkopplung im Alltag ständig begegnet (d. h., er sieht sich, was seine musikalische Alltagserfahrung betrifft, vermehrt dem Zufall und der Kontingenz ausgesetzt), während es sich der Spezialist leisten kann, nur mit seinesgleichen zu verkehren und so die eigene, mehr oder minder partikulare Weltsicht permanent positiv gespiegelt zu bekommen.

Neue Musikstile entstehen, wenn eine soziale Gruppe erstmalig ein Bewusstsein von sich selbst entwickelt (vgl.: Afroamerikaner => Jazz, 1968er-Generation => Psychedelic Rock, westafrikanische Mittelschicht => Highlife,  bundesdeutsche Nachkriegsintelligentsia => Neue Musik, Generation X => Grunge, US-Latinos => Salsa). Jeder, der sich mit dieser Gruppe identifizieren wollte, konnte dies relativ einfach tun, indem er beschloss, deren Stil „gut zu finden“ bzw., je nach Talent und Möglichkeit, zu beginnen, selber auf diese Art zu musizieren bzw. zu komponieren (Bekanntes Beispiel: Europäer begeistern sich für Louis Armstrong und beginnen, dessen New-Orleans-Jazz nachzuspielen. Weniger bekanntes Beispiel: Der Afroamerikaner Anthony Braxton begeistert sich für Neue Musik und beginnt, im Stil Stockhausens zu komponieren.).

Nun hat ja mittlerweile wohl auch der letzte A&R-Manager gemerkt, dass neue Musikstile schon seit längerer Zeit scheinbar gar nicht mehr entstehen. Diese Diagnose ist zwar eigentlich falsch, denn es entstanden ja bsp.weise Techno (1980er), Drum and bass (1990er) und Dubstep (2000er), aber allein die Tatsache, dass sich jetzt viele Leser dieses Artikels fragen werden, was zum Teufel den bitteschön Drum and bass sein soll oder dem Wort Dubstep hier erstmalig in ihrem Leben begegnen, zeigt, wie schwer es diese im digitalen Underground entstandenen Musikstile haben, einen Platz im allgemeineren Bewusstsein zu finden. Ein ästhetisches Vakuum begann sich auszubreiten, dem bisher, von seiten der Fans, hauptsächlich mit schlecht-unendlicher stilistischer Differenzierung (z. B. in der Metal-Kultur) oder, von seiten der Musikindustrie, mit dem fruchtlosen Versuch begegnet wurde, sich seine Leistungsträger durch Casting-Shows und andere Sozialdarwinismen buchstäblich selbst zu züchten. Eine weitere und bis heute hoch erfolgreiche Strategie war das Prinzip „Retro“ (vgl. für viele den Jazz-Schlagersänger und promovierten Musikwissenschaftler Götz Alsmann), welches etwas abgelegene Musikstile der Vergangenheit sorgfältig restauriert, von obsoletem Ballast befreit und als rückwärts gewandte musikalische Utopie einem dankbaren Publikum feilbietet, das sich so in seinem Unterhaltungsbedürfnis ernst genommen fühlt, ohne auf „Niveau“ komplett verzichten zu müssen.

„Soziale Indifferenz des musikalischen Materials“ hieße für den Bereich der Populären Musik, dass es mittlerweile durchaus funktionieren müsste, wenn ein Country-Musiker politisch linksanarchistische Positionen vertritt (wenn er das will), und ein Punk-Musiker erzkonservative (wenn ihm danach ist) – was sich zu der überkommenen soziokulturellen Konnotation ihrer Musikstile ja jeweils diametral verhielte. Denn die Anzahl der Menschen, die eine solche freie Kombinatorik des Heterogenen als Zumutung ablehnten, schwindet ebenso rasch dahin wie die Anzahl derer, die sie nur deshalb gut fänden, weil sie eben „progressiv“ bzw. „subversiv“ sei. Die Anzahl der Menschen jedoch, die ihr Bedürfnis nach identitätsstiftender Musik relativ unabhängig vom verwendeten musikalischen Material stillen wollen und können, in deren Köpfen sich also musikalisches Material und soziokulturelle Konnotation entkoppelt haben, scheint mir langsam, aber kontinuierlich anzusteigen.

Das mag sich auf den ersten, kulturpessimistischen Blick nach einer totalen Entwertung der ästhetischen Oberfläche von Musik anhören, nach einer Art finaler ästhetischer Indolenz, ausgelöst durch die böse, reizüberflutende Postmoderne und das böse, reizüberflutende Internet. Doch haben wir, die wir eben nicht mehr in einer Massen-, sondern zunehmend in einer „Individualdemokratie“ (Lehmann verwendet diesen Begriff auf S. 69) leben, denn überhaupt eine andere Wahl, als unser ästhetisches Urteilsvermögen auf eine komplett neue Grundlage zu stellen?

Aber welche Grundlage sollte das sein? – Bei Lehmann heißt sie: – „Gehalt“.

*

Was als Buchrezension begann, wurde zum blogwork in progress, da Harry Lehmanns Gedanken ein Schlaglicht auf viele Probleme der aktuellen Kunstmusik werfen. So blogge ich immer wieder mal über die „Digitale Revolution der Musik“, aber stets unter einem anderen Leitgedanken. Ein Index: McLuhan oder McKinsey?, Kritik der (Neo-)Avantgarde, Kritik der Postmoderne, Ästhetik, Gehalt, Notation, Kim-Cohen, Gehaltsästhetik und Sonifikation, Übersprungene Geschichte, Musik-Konzepte (aktualisiert 2015-03-29).

Ästhetik (Gedanken zu Lehmanns Musikphilosophie 4)

6 Gedanken zu “Ästhetik (Gedanken zu Lehmanns Musikphilosophie 4)

  1. Ein festes, monatliches „Gehalt“ wäre natürlich cool. So als Grundlage für alles weitere, wär‘ dann echt weniger stressig und so, auch für mein Urteilsvermögen. Super Idee, und danach noch eine fette Rente.

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  2. Hey Stefan, es ist halt schon ein ganz schönes Geschwurbel, was du da zusammen schreibst.

    „Soziale Indifferenz“ ist nur ein neues Wort für kulturelle Phänomene, die es schon seit langem gibt. Im anglo/amerikanischen Musikgeschäft haben sie Mitte des 20. Jahrhunderts das Wort „market-crossing“ dafür erfunden und das kann man als konstituierendes Element des Populären ansehen. Wenn ein verkäufliches Kunstprodukt nämlich nur eine kleine Nische anspricht, kann es ja gar nicht übergreifend attraktiv und somit allgemein populär werden. Es werden dabei immer soziale Grenzen überschritten werden müssen. Als Beispiele kann nahezu jeder populäre amerikanische oder englische Musikstil herangezogen werden: Ragtime, Dixie, Swing Jazz, Be-Bop, Electric Blues, Skiffle, Rock and Roll, Folk-Revival, Beat, Disco, Hip-Hop, Techno usw. usw. Ein kurzer Blick in die Rezeptionsgeschichten reicht um zu verstehen was da immer wieder passiert ist.

    Und das mit dem „Gehalt“ ist ja so neu nun auch wieder nicht. Differenz hin oder her ist es schon immer der künstlerische Gehalt der über die Bedeutung von Kunst entscheidet. Aber der wird eben sehr individuell wahrgenommen und immer nur dann akademisch thematisiert, wenn es einen erwähnenswerten Effekt bereits gibt.

    Habe im Verlauf meiner Promotion immer wieder deutsche Akademiker getroffen, die sich ganz sicher waren, dass Populärmusik überwiegend keinen künstlerischen Gehalt hat (kann man nachlesen). Deren Dilemma war natürlich, dass Populärmusik trotzdem eine immense Bedeutung für viele, viele Menschen hat. In Deutschland lösen sie das Problem damit, dass in U- und E-Musik unterschieden wird und durch diesen Trick sichert man sich in musikwissenschafltichen Kreisen die Deutungshoheit über das Metier.

    Frage: Wer sollte denn deiner Meinung nach über den Gehalt bestimmen? Das ist eine schwierige und wichtige Frage die auch von der deutschen Kulturpolitik konsequent vermieden wird, weil eine Beantwortung evtl. massiv Konsequenzen bei der Vergabe von Förderungen zur Folge hätte. Es führt direkt zu der Frage danach, was eigentlich förderwürdig ist. Da würden einige hochsubventionierte Fächer mächtig in Bedrängnis geraten.

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  3. Wovon ich (mit Lehmann) spreche, ist, dass jedwedes musikalische Material (besser: jedes musikalische Sprachspiel), also z. B. Rock ’n‘ Roll, klar definierbare soziokulturelle und historische Wurzeln hat. Aber Rock ’n‘ Roll war niemals „nur“ Musik – es verband sich stets eine bestimmte Haltung damit (Rebellentum, „Spaß“, you name it). Jeder, der Rock ’n‘ Roll (die Musik) liebte, liebte damit automatisch auch Rock ’n‘ Roll (die Haltung / „Weltsicht“ etc.). Doch genau damit ist schon seit langem Schluss (sagt Lehmann, sage ich). Der Rock ’n‘ Roll (die Musik) ist, eben weil er market-crossing-mäßig so erfolgreich war, soziokulturell indifferent geworden (immer wieder ein schönes Beispiel: Der AC/DC-Fan Karl-Theodor zu Guttenberg. Willst du ihm verbieten, auch ein Rock ’n‘ Roller sein zu wollen? Das kannst du nicht. Das kann niemand. Eben.). Und was geschieht nun, wenn Karl-Theodor zu Guttenberg AC/DC-Fan sein „darf“? Genau: Rock ’n‘ Roll (die Musik) wird als Transportvehikel von Rock ’n‘ Roll (der Haltung) obsolet (In der Fanzine-Sprache hieße das: „Rock ’n‘ Roll geht vor die Hunde.“, oder auch „Rock ’n‘ Roll war mal cool, aber jetzt halt nicht mehr.“, es folgen dann diverse Absetzungsbewegungen, Revivals, Neu-Definitionen des „wahren“ Rock ’n‘ Roll etc. pp. – das lässt sich dann „schlecht-unendlich“ fortführen: – und ist vor allem eines: TÖDLICH LANGWEILIG.)

    Und jetzt zum „Gehalt“: Was Lehmanns Musikphilosophie von anderen unterscheidet, ist doch gerade, dass er da „Gehalt“ einfordert, wo er ihn vermisst (in weiten Teilen der selbstbezüglichen „Neuen Musik“ nämlich). Er macht also das Gegenteil von dem, was du schreibst (Gehalt wird „nur dann akademisch thematisiert, wenn es einen erwähnenswerten Effekt bereits gibt“) – genau das ist das Mutige und eben gar nicht Akademische an Lehmanns Texten.

    Habe im Verlauf meiner Promotion immer wieder deutsche Akademiker getroffen, die sich ganz sicher waren, dass Populärmusik überwiegend keinen künstlerischen Gehalt hat (kann man nachlesen).

    Gegengift: Diederich Diederichsen (v. a. die frühen Texte – kann man auch nachlesen).

    Wer sollte denn deiner Meinung nach über den Gehalt bestimmen?

    Ich verstehe die Frage nicht. Lehmann macht natürlich überhaupt keine Aussage, welche Inhalte gehaltvolle Werke haben sollen (da wären wir ja wieder in der DDR). Es geht ihm, so verstehe ich das wenigstens, eher darum, dass Kunst überhaupt einen identifizierbaren und vor allem diskutierbaren Gehalt haben sollte – und sehr viel Kunst von heute hat den eben genau nicht, weil sie entweder Kunsthandwerk oder Wissenschaft ist. Oder sie ist so komplex und selbstbezüglich, dass sich ihr dann meist auch noch recht dürftiger Gehalt nur nach endloser intellektueller Decodierungsarbeit erschließt – wenn überhaupt.

    Es führt direkt zu der Frage danach, was eigentlich förderwürdig ist.

    Förderwürdig ist, nach Lehmann, Kunst, die sich sozialer Fragen und Probleme annimmt und diese mit genuin ästhetischen Mitteln überzeugend und schlüssig zur Darstellung bringt. Die kulturpolitisch Verantwortlichen hätten dann die Aufgabe, und zwar unabhängig von einer bestimmten (bevorzugten) Ästhetik bzw. U- und E-Kategorien, herauszufinden, welche Gehalte die zur Förderung anstehenden Werke denn eigentlich transportieren. Das setzt natürlich voraus, dass „ästhetischer Gehalt“ eben doch eine über-individuelle Kategorie ist (was du ja verneinst).

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  4. Boa, Stefan, ihr beide macht ein Riesentrara über ganz gewöhnliche Dinge und wenn man dich drauf hinweist, dann gibt’s wieder eine komplizierte Erklärung bei der du dir alles schön zurechtbiegst.

    Kunst, Musik, Pop, Rock and Roll war nie für irgendwas oder irgendjemanden reserviert. Jeder Künstler ist heilfroh, wenn seine/ihre Kunst vielen Leuten gefällt, weil das den Marktwert erhöht und so das Überleben sichert. Die Sachen können gar nicht populär werden, wenn sie nicht viele, viele, verschiedene Menschen ansprechen. Und die Sparten sind Vermarktungskategorien, den Rock and Roll gibt es gar nicht, den Rock and Roll-Musiker genauso wenig wie den Rock and Roll-Hörer. Der King of Rock and Roll Elvis Presley war z.B. kein Rock and Roller nach deiner Definition (Rebellion usw.), der war gut erzogen, streng religiös, ging zur Army, lebte abstinent, hat ober-spießige Filme gemacht, in Las Vegas konzertiert usw., seine Fans aber auch nicht, das sind so viele da kann man gar nicht mehr generalisieren. Nur ein Beispiel für deine selbstgezimmerten Einteilungen.

    Irgendwie zeugen diese Kategorien von einem ziemlich engen Weltbild. Die Leute da draussen sind schon immer viel offener gewesen.

    Und übrigens: Diederich Diederichsen kennt im Ausland keine Sau, habe noch nie einen Text von dem gelesen, der irgendeine Bedeutung für mich gehabt hätte. Wird in zentraler, englisch-sprachiger Fachliteratur meines Wissens so gut wie nicht erwähnt. (Eher schon Peter Wicke.) Nur wieder so ein typisch deutscher Kontextanalyst, beherrscht aber natürlich die Intellektuellen-Lingo. Wette der Typ hat noch nie einen Popsong transkribiert.

    Mich nervt dieses Geschwurbel enorm. Alles checken, analysieren, Prinzipien finden, Prognosen formulieren, anderen die Welt erklären und dann? Nix, geht genauso weiter wie vorher. Da lese ich dann wirklich lieber die seichten Interviews in „Gitarre und Bass“ oder dem „Rolling Stone“, das ist irgendwie näher dran.

    Die Lösung wäre für mich: Alle Subventionen sofort streichen. Bedeutende Kultur setzt sich ganz alleine durch oder ist eben ein Hobby, auch okay. Funktioniert in anderen Ländern ja auch und interessante Beiträge wurden in Deutschland immer von nicht-subventionierten Künstlern geleistet.

    Und jetzt ist Schluss.

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  5. Ok, bevor wir diesen gehaltvollen (keine Ironie!) Online-Austausch hier beenden, noch eine Entgegnung:

    „Zurechtbiegen“ tut jeder (außer Gott – wenn man an ihn glaubt, was ich nicht tue.). Ohne Zurechtbiegen kann man ja gar nicht erst anfangen, zu theoretisieren. Auch die pauschale Ablehnung von Theorie als „Geschwurbel“ ist eine Weltsicht, also eine: – Theorie (darüber hinaus die am weitesten verbreitete überhaupt). Dass „Rock ’n‘ Roll“ eine „Vermarktungskategorie“ ist, war mir klar, danke. Dennoch kann man mit dem Begriff arbeiten. Tust du ja auch. Dinge brauchen Namen. Wie angemessen diese der „Sache“ sind, darüber wird permanent diskutiert. Logisch. Dass Elvis kein „Rock ’n‘ Roller“ war (du weißt offenbar, wer die „wahren“ Rock ’n‘ Roller waren: TÖDLICH LANGWEILIG, siehe oben), brauchst du mir nicht zu beweisen – es spielt für das, was ich im Sinn habe (Musikphilosophie), schlicht keine Rolle (obwohl natürlich alle Fakten über Presley, die du aufzählst, korrekt sein mögen).

    Meine Einteilungen sind nicht „selbstgezimmert“, sondern folgen dem wissenschaftlichen Standard. Als Künstler habe ich freilich ganz andere Einteilungen. Wissenschaft ist per definitionem ein „enges Weltbild“. Das habe ich schon vor 20 Jahren erfasst, weswegen ich damals auch mein wissenschaftliches Studium abgebrochen habe. Dennoch finde ich es ab und zu anregend, wie ein Wissenschaftler zu denken und zu arbeiten (und eben Lehmann zu lesen, zu paraphrasieren und zu kommentieren). Ist’s erlaubt?

    Die Leute da draussen sind schon immer viel offener gewesen.

    Richtig, deswegen bin auch ja auch fast immer „draußen“, außer, wenn ich bsp.weise mit promovierten Philosophen und Musikforschen disputiere😉

    Mich nervt dieses Geschwurbel enorm.

    Kann ich gut verstehen. Theorie ist wie Islam / Christentum / Buddhismus: ein bisschen ist anregend, zuviel davon macht blind, dumm und engstirnig. Dennoch: Dass auch du ein Bedürnis nach (ein wenig) Theorie hast, zeigt dieser Gedankenaustausch. Das Problem ist, dass Theorie eine Sogwirkung entfalten kann und prinzipiell unabschließbar ist. Die landläufige Redewendung vom „verrückten Philosophen“ hat hier ihren berechtigten Ursprung. Am besten, man benutzt Theorie wie einen Werkzeugkasten: was man braucht (und, vor allem, was man in seiner Funktionsweise versteht), nimmt man sich raus, den Rest ignoriert man bitte.

    Die Lösung wäre für mich: Alle Subventionen sofort streichen.

    Von mir aus gerne (sage ich jetzt als Künstler, ich hab nämlich fast noch nie welche in Anspruch genommen). Als Bürger finde ich diesen Vorschlag jedoch eher unklug, denn was würde passieren? Die Privatwirtschaft würde die Rolle des Staates als Kulturförderer übernehmen, und deren Interessen sind mit dem Allgemeinwohl noch weniger kongruent als die des Staates. Ok, evtl. gäbe es bürgerliche Initiativen (Vereine, Genossenschaften), die ebenfalls einspringen könnten, aber die müssten sich auch erst wieder zusammenraufen – und sich irgendeine „Theorie“ zurechtzimmern, warum Ihnen andere Bürger Geld für Ihre Ziele geben sollten. Es würde mich wundern, wenn „Wir fördern nur bedeutende Kultur!“ als Begründung ausreichen würde. Obwohl, die setzt sich ja deiner Meinung nach, „ganz alleine durch“. Fragt sich nur, wann (für gewöhnlich post mortem).

    Und jetzt ist für mich auch Schluss.

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