Poliks über musikalische Qualität

I associate quality with the gravity consolidating musical goo into identity, or the pressure of being stared at (or through) by a piece of music. […] Quality means something entirely relational — everyone, at every stage, is implicated. […] Quality means empowerment. […] Even the most hermetic composers … have to own up to the fact that their music exceeds the capabilities of their solitary hands.

Marek Poliks: „Defining Musical Quality“ (2014)

Poliks über musikalische Qualität

3 Gedanken zu “Poliks über musikalische Qualität

  1. Gerhard schreibt:

    Qualität kann schiere Gewalt bedeuten. Sie erschlägt einen dann förmlich, so kraftvoll und unmittelbar überzeugend wirkt sie dann. In der bildenden Kunst empfand ich das beispielhaft bei Ypousteguy in Oberhausen 1991.

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  2. @Gerhard: Bemerkenswert an diesem Poliks-Zitat finde ich vor allem die Feststellung, dass (musikalische, bzw. kompositorische) Qualität etwas komplett Relationales sei, dass es also (und das ist jetzt mein Gedanke) keinesfalls ausreicht, Qualität „werkimmanent“ zu erklären, also bsp.weise indem man die „korrekte“ bzw. „meisterhafte“ Verwendung bestimmter, möglichst komplizierter Kompositionstechniken feststellt.

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  3. Gerhard schreibt:

    Das scheint richtig. Ein künstlerisches, musiklisches Werk steht immer in Beziehung zu anderen Werken und hat sozusagen sein Sagen aus dem gesamten diesbezüglichen Oeuvre. Wenn ein Werk nur aus bekannten Elementen besteht, so komplex seine Ingridienzen auch sein können, dann kann seine Qualität umstritten sein, es sei denn, eine ungewöhnliche Zusammenfuhr der Elemente fand statt.

    Und: Qualität = hohe Komplexität – da wird nicht unbedingt ein Schuh draus. Das ist wohl Dein Anliegen.

    Qualität hat, so fällt mir ein, ein Zählstab aus einem Pavianknochen, weil er in der Frühzeit eine durchdachte, wohlgelungene und einzigartige Schöpfung zur Vereinfachung von Berechnungen war. Qualität hat dieses für heutige Verhältnisse einfache Werk-Zeug auch heute noch, weil er ohne den geschichtlichen Kontext nicht zu beurteillen ist – und weil er Ehrfurcht verströmt, da er ein Glied darstellt, auf dem sozusagen methodisch aufgebaut werden konnte und auch ist.
    Entschuldigung wie immer für die Abschweifung, die zweckdienlich und auch wiederum nicht zweckdienlich ist..

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