Lobo über Zivilcourage

Die Öffentlichkeit neigt dazu, ihre eigene Macht kurzfristig zu überschätzen und langfristig zu unterschätzen. Diese Kombination trägt dazu bei, kurzfristig Enttäuschung, Resignation, Politikverdruss zu verstärken. […] Langfristig aber übersetzen sich die Haltungen der Öffentlichkeit in konkrete Veränderungen in Gesellschaft und Politik. Wenn das nicht so wäre – weshalb wäre dann … in den meisten autoritären Staaten der erste Schritt der Machthaber die Kontrolle der Medien, die die Öffentlichkeit adressieren? […] Es geht darum, den Verantwortlichen ihre vermeintliche Legitimation für den Betrieb des radikalen, grundrechtsfeindlichen Überwachungssystems zu entziehen. […] Gerade in Deutschland, dessen Behörden fraglos und absichtsvoll Teil der Überwachung sind.

Sascha Lobo: Die Gesellschaft kann etwas gegen die Überwachung tun (SPIEGEL ONLINE 2014-06-11)

Lobo über Zivilcourage

4 Gedanken zu “Lobo über Zivilcourage

  1. Volker schreibt:

    …ich habe mir mal zehn Minuten Zeit genommen, um den Lobo-Beitrag anzuschauen. Ja, ich geb zu, ich habe ihn nicht wirklich gelesen (nur quer und die ersten vier fünf Kommentare), denn ich hatte schon nach den ersten Absätzen den Eindruck, nichts neues zu erfahren. Bei den Stichworten „Behörden“ und „Überwachung“ fiel mir nämlich eine Meldung dieser Tage ein, wonach facebook seine Möglichkeiten zur Erstellung von User-Bewegungsprofilen erweitert, um in der Konkurrenz zu google und noch irgendwem bestehen zu können. Nicht erst seit gestern frage ich mich „wer überwacht eigentlich wen wozu?“ und so lange jeder – halt! also ich jedenfalls nicht – alles Mögliche Private im Internet preisgibt, tu ich mir schwer mit dem Begriff „Überwachungsstaat“ – oder aber dieser Begriff wurde neu definiert und ich hab’s verpennt…hm…kann auch sein…

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  2. @Volker: Danke für deine Ausführungen🙂

    Deine Frage, wer hier eigentlich wen wozu überwacht, möchte ich wie folgt beantworten:

    Facebook ist ein Privatunternehmen, das ein geschlossenes soziales Netzwerk betreibt, dem man kostenlos beitreten kann. Gewinn wird u. a. dadurch erwirtschaftet, dass dieses Privatunternehmen dann die Daten, die seine Kunden in diesem Netzwerk freiwillig (bzw. verursacht durch den sozialen Druck, den so ein Netzwerk automatisch produziert) preisgeben, auswertet und weiterverkauft. So weit, so transparent (außer, man lässt sich durch die Nebelkerzen der PR-Abteilung von Facebook verwirren, was viele gerne tun).

    Wenn ich maile oder (mobil) telefoniere, tue ich das über Dienste, für die ich die Telekom Deutschland GmbH bezahle. Im Gegenzug sichert mir diese zu, dass meine Nachrichten nicht an Unbefugte weitergegeben werden. Sollten Ed Snowdens Behauptungen wahr sein (und nach meinem Kenntnisstand ist noch kein Telekommunikationsunternehmen aufgestanden und hat ihn der Lüge bezichtigt), kann der BND aber (über Dienste, die ihm die NSA zur Verfügung stellt) meine Telefonate und meine E-Mails nach Belieben und ohne richterlichen Beschluss abhören .

    Dass „jeder alles mögliche Private im Internet preisgibt“, ist mir neu. Ich kenne niemanden, der so etwas tut. Du? (Ich würde ja gerne mal einen Facebook-Stream lesen, wo Menschen die Höhe ihrer Gehälter vergleichen, oder wieviel Steuern sie zahlen bzw. hinterziehen, ist mir aber noch nicht begegnet). Und die mittlerweile offenbar tief im kollektiven Unbewussten verankerte Szene, wo der Personalchef dem jugendlichen Bewerber seine schlüpfrigen Partybilder aus einem Sozialen Netzwerk vorführt, um damit zu begründen, warum er jetzt die Stelle doch nicht bekommt – ist das wirklich jemals so passiert? Und – falls ja – würde man in einer derartig bigotten Firma wirklich arbeiten wollen?

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  3. Zivilcourage- gut und schön, solange es aber den

    § 90
    Verunglimpfung des Bundespräsidenten

    gibt, darf man doch wirklich nicht viel erwarten. Wenn man alt genug ist, um diverse Figuren zu kennen….

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