Minimal Burlesque

Zweifellos einer der charmanteren Versuche, Kunstmusik zu, äh, vermitteln:

Das Video stammt aus der Werkstatt des Mannheimers (ok, dafür kann er nix) Maximilian Williams, der unter dem Logo Crazeland allerlei ergötzlichen Schabernack postet.

Williams wäre vermutlich mit dieser Formulierung nicht einverstanden, aber nach allem, was ich gesehen habe, drehen sich alle seine videotischen Anstrengungen um ein und dasselbe Thema: „Wie vermittle ich ganz normalen jungen Menschen von heute die Freuden der Hochkultur (und speziell der Kunstmusik), ohne wie einer dieser arroganten, abgehobenen Hochkulturärsche zu wirken?“

Danke an Kulturtechno, durch das ich auf Williams Arbeiten aufmerksam wurde.

P.S.: Die Titelmusik dieses Videos stammt nicht von Reich, sondern von Skrjabin.

Minimal Burlesque

5 Gedanken zu “Minimal Burlesque

  1. @Volker: Da bin ich anderer Meinung. Minimal music lässt sich durchaus analytisch diskutieren, vgl. bsp.weise das Buch „Repeating Ourselves“ von Robert Fink aus dem Jahr 2005 (gibt’s nach meinem Kenntnisstand noch nicht auf Deutsch).

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  2. Gerhard schreibt:

    Das widerspricht ja nicht Volkers Einschätzung. Man kann sich auf die Musik einlassen, ohne gleich zu fragen: Wieso funktioniert das? Das Interesse am Wie des Funktionierens spricht dann eher den Analytikertyp und Wissenschaftler an, der das Räsonieren der Musik bis auf die Zellebene herunter verfolgen will. Darum geht es doch wohl in genanntem Buch auch?

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  3. @Gerhard: Nein, Fink ist eher „Kulturalist“, er „erklärt“ die Minimal music aus gleichzeitigen Phänomenen der 1960er und 1970er Jahre wie Disco-Musik, TV-Kultur, Werbeindustrie und Musikpädagogik. Es gibt bei der Beschäftigung mit Minimal music ein spezielles Problem, das sie von fast jeder anderen Art von Kunstmusik unterscheidet: sie ist viel „immersiver“ als bsp.weise Serielle Musik oder die Musik der Klassischen Moderne, d. h., um sie überhaupt ordentlich hören zu können, muss man sich ein Stück weit „gehen lassen“ und in sie eintauchen (exakt das heißt „immersiv“). Nun weiß ich natürlich, dass exakt diese, äh, „entspannende“ Wirkung das ist, was Fans dieser Musik an ihr schätzen und warum sie sie den intellektuellen Exzessen bsp.weise Pierre Boulez‘ bevorzugen. Es muss aber möglich sein, Minimal music auch mal nicht-immersiv, sozusagen mit offenen Augen zu hören – denn auch dann hält sie stand (zumindest die besten Sachen von Steve Reich, bei Glass bin ich mir da nicht so sicher). So war das gemeint.

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  4. Volker schreibt:

    Es gäbe auße Mr. Fink natürlich noch die Möglichkeit, sich Steve Reich durch Steve Reich höchstselbst zu erschließen – dieser blog hält dazu einiges bereit. Denn ich zitiere Anna: „Und das beste daran – ER LEBT NOCH!“😉
    Im Übrigen teile ich die Zweifel Phil-a-moll-Glass betreffend…

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