Ein Sprachspiel

Der Musikwissenschaftler Robert Fink hat in seiner lesenswerten Studie „Repeating Ourselves“ aus dem Jahr 2005 mal so ziemlich die gängigsten Polemiken zusammengefasst, die der Minimal music der 1960er und 1970er Jahre von Seiten der „seriösen“ Kulturkritik so entgegenschlugen. Ich hab mir jetzt mal den Spaß gemacht, im folgenden Zitat „Minimalism“ durch „New Conceptualism“ zu ersetzen (inkl. weiterer kleinerer Anpassungen):

New Conceptualism’s attackers have tended to show little sympathy for the New Sensibility and feel no compulsion toward a transparent, nonideological criticism. They are unimpressed by the way New Conceptualism is just what it is — because they don’t feel that what it is adds up to very much. Faced with the uncomfortable sociological truth that such a simple-minded music is more popular than, by their estimation, it should be, they are almost forced to hypothesize about its cultural significance. If New Conceptualism makes no sense on its own terms, perhaps it can be understood as a kind of social pathology, as an aural sign that today’s audiences are primitive and uneducated; that kids nowadays just want to get stoned; that traditional Western cultural values have eroded in a more and more digitalized society; that conceptualist strategies are dangerously seductive propaganda, akin to Hitler’s speeches and advertising; even that the commodity-fetishism of modern capitalism has fatally trapped the autonomous self in conceptualist narcissism.

Ein Sprachspiel

6 Gedanken zu “Ein Sprachspiel

  1. Gerhard schreibt:

    Ganz lässt sich das wohl nicht übertragen, etwa den Satz“that kids nowadays just want to get stoned“.
    Generell ist es aber m.E. ohnehin fast immer möglich, Sequenzen einer „Rede“ in einen anderen Kontext einzubringen, etwa als Kommentar zu einem Blog-Posting. Nicht immer würde es bemerkt.

    Gefällt mir

  2. @Gerhard: „Generell ist es aber m.E. ohnehin fast immer möglich, Sequenzen einer «Rede» in einen anderen Kontext einzubringen…“ Nana, ganz so unspezifisch ist mein Mashup denn doch nicht.

    Gefällt mir

  3. Gerhard schreibt:

    Das bezog sich nicht auf dein mashup hier! ich meinte nur,dass es denkbar wäre, 2,3 Sätze aus, sagen wir einem imkerbericht gut getarnt in einen anderen Artikel einzuspielen. Bei der lesekultur heutzutage im netz, wuerde es vielleicht nicht bemerkt werden…überspitzte satire..ich gebe es zu

    Gefällt mir

  4. Gerhard schreibt:

    Das mit der „Lesekultur“ muß ich noch spezifizieren, auch das war ungenau:
    Im Job kam es schon häufiger vor, daß ausgefeilte Email-Antworten von mir nicht richtig gelesen werden. Die Leute sind unter zeitl. Druck und nicht willens, eine Antwort Satz für Satz zu lesen und interpretieren zu früh. Dasselbe findet man ja auch in Kommentarbereichen bei Blogs. Was einer genau meint, ist oft nur mit genauem Lesen und Nachspüren zu verstehen und selbst dann liegt man oft falsch. Deshalb beteiligen sich auch viele meiner Freunde nicht am Kommentieren im Netz und auch Emailschreiben, wenn es um mehr als um Fakten geht. Sie trauen dem Format nicht zu, Klarheit in zwischenmenschlichen Fragen zu schaffen. Sie pochen eher auf ein Zwiegespräch Mensch zu Mensch, doch wie ist das denn möglich, wenn man weit auseinander wohnt.,

    Gefällt mir

  5. @Gerhard: Da sprichst du ein Thema an, das mir sehr am Herzen liegt: Die Kommunikationskultur im Internet. Kurz gesagt: Ich plädiere für Entschleunigung. Einen Blog-Kommentar wie deinen eben sollte man genau so ernst nehmen wie einen mit der Gänsefeder auf Büttenpapier kalligrafierten Brief, der im Briefkasten liegt.

    Nur weil die *potentiell* blitzschnellen Kommentierungsoptionen im Internet so oft missbraucht werden, heißt das ja nicht, dass sie nichts taugen. Das Telefon ist ja auch nicht *an sich* verdammungswürdig, weil es massenhaft von Stalkern missbraucht wird. Es ist also – mal wieder – wie beim Beton: Es kommt drauf an, was man draus macht.

    Mit der Kommentarkultur in der „Weltsicht“ hier bin ich im Großen und Ganzen zufrieden – allerdings könnte noch etwas mehr kommen (das betrifft freilich nicht dich als meinen #1-Kommentator – herzlichen Dank an dieser Stelle für deine Aufmerksamkeit!).

    Gefällt mir

  6. Gerhard schreibt:

    Danke!
    Das „Mehr“ kommt nicht ohne weiteres bzw. in recht zähem Zuwachs. Ich hatte Dir ja mal vom zweitältesten deutschen Blog erzählt. Bei diesem vielseitigen und interessanten Blog gibt es eine Handvoll Stammkommentierer, tats. 5 an der Zahl. Da gehöre ich auch dazu, bin aber durchaus mal 10 Tage nicht aktiv, wenn mich etwas nicht direkt anspricht oder ich tats. dazu nichts zu sagen habe. Neben den klassischen Fünfen gibt es Gelegenheitskommentierer, die vielleicht 3x im Jahr auftauchen.
    Ich finde, eine HANDvoll Stammkommentierer ist so etwas wie das Optimum.

    Gefällt mir

Kommentieren:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s