Lobo über Skepsis und Pseudoskepsis

Die moderne Medienmaschinerie hat im Verbund mit dem Internet einen schlechten Bastard der Skepsis ans … Licht gebracht. […]: die bitterfalsche Pseudoskepsis. […] Der Mechanismus, nachdem Impfgegner jede wissenschaftliche Studie als „von der Pharmaindustrie gekauft“ verteufeln, wenn sie ihnen nicht in den Kram passt, ist derselbe wie bei den „Lügenpresse“-Schreiern. […] Und an diesem Punkt kippt ein fester Glaube der aufgeklärten Gesellschaft … – nämlich die Überzeugung, dass Bildung eine Art Allheilmittel sei. […] Berlin-Prenzlauer Berg ist eine Hochburg der Impfgegner, dort werden eigentlich im Griff geglaubte Kinderkrankheiten wieder zur Gefahr, und der Grund sind Eltern, die am Sinn des Impfens zweifeln. Es handelt sich um hoch gebildete und tendenziell wohlhabende Bürger. Um Leute also, die Pegida ausgelacht haben, weil die wider jede Statistik wegen ihrer Bauchgefühle demonstriert haben. Und fünf Minuten später stillen sie ihren pseudoskeptischen Durst mit informiertem Wasser, das bei Vollmond an Bachblüten vorbeigetragen wurde. […] Die falsche Skepsis von der „richtigen“ Skepsis zu unterscheiden im Zeitalter der digitalen Vernetzung, das könnte die Aufgabe einer neuen Aufklärung sein.

Sascha Lobo: Zweifeln ist ja so geil! (SPIEGEL ONLINE 2015-02-04)

Habe nach Lektüre dieser Kolumne das Adjektiv „pseudoskeptisch“ in meine Liste der Dinge, die ich nicht sein möchte, in den P.U.Q.s der Weltsicht aufgenommen.

Lobo über Skepsis und Pseudoskepsis

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