Cronin über Unterschiede zwischen Männern und Frauen

hcroninDie an der London School of Economics beheimatete britische Philosophin Helena Cronin hielt vergangenes Jahr folgenden gut zehnminütigen, durch subtile Performance-Anteile aufgepeppten Vortrag, in dem sie – meiner Meinung nach – gleich mehreren vulgärfeministischen Gemeinplätzen in sehr erfrischender Weise den Garaus machte.

Das Video der Vortrags lässt sich aus technischen Gründen hier leider nicht direkt einbetten, deswegen bitte auf

diesen

Link klicken. Cronins Vortrag beginnt ca. bei 2:30, vorher gibt’s zwei Einführungen bzw. Begrüßungen.

Umfangreiche wissenschaftliche Studien hätten eine verschiedenartige Intelligenzverteilung zwischen den Geschlechtern gezeigt.  Die Intelligenz der Mehrzahl der Frauen, so Cronin, tendiere eher zu durchschnittlichen Werten, während die der Männer in den Extrembereichen deutliche „Ausreißer“ zeige – und zwar nach oben wie nach unten. Es gebe demzufolge sehr viel mehr Männer mit sehr niedrigem IQ als Frauen. Es gebe aber auch sehr viel weniger Frauen mit sehr hohem IQ als Männer. Das gehe so weit, dass laut Cronin in der dünnen Luft der logisch-technisch begabesten 0,1% der Bevölkerung (getestet wurde hier „mechanical reasoning“) auf 236 Männer gerade mal eine Frau komme.

Weiterhin hätten Studien mit Säuglingen und Primaten ergeben, dass weibliche Exemplare deutlich intensiver auf anthropomorphe Objekte (Puppen, Gesichter etc.) reagierten als männliche. Männliche Säuglinge / Primaten hätten sich dagegen stärker für nicht-anthropomorphe Objekte (also Bauklötze, Spielzeugautos etc.) interessiert. Da bei diesen Probanden eine soziokulturelle Prägung ausgeschlossen sei (Säuglinge sind zu jung, Primaten haben keine Soziokultur, die mit der menschlichen vergleichbar wäre), müsse es sich wohl um angeborene Neigungen der Geschlechter handeln.

Wer hier tiefer einsteigen will, dem sei folgende hoch-aufschlussreiche, ca. halbstündige Debatte zwischen Cronin und der feministischen Publizistin Germaine Greer empfohlen, die bereits im Jahr 1999 stattfand (nur Audio):

Die Argumentation Cronins entspricht bis in den Wortlaut hinein der eben referierten (d. h. sie läuft seit mindestens 15 Jahren mit den gleichen Sätzen durch die Gegend, auch bemerkenswert irgendwie) – und Greer hat überraschenderweise deren trocken-szientistisch daherkommenden Aussagen nicht wirklich etwas entgegenzusetzen.

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Cronin über Unterschiede zwischen Männern und Frauen

6 Gedanken zu “Cronin über Unterschiede zwischen Männern und Frauen

  1. Gerhard schreibt:

    IQ-Messungen gibt es ja schon sehr lange. Diese werden immer mehr verfeinert und angepasst. Nach Heinrich Zankl wurden einst Testverfahren, bei denen Männer schlechter abschnitten, soweit angepasst, daß es „pari“ ausging, denn das erwartete man ja als vernünftiges Resultat.
    Das Bemerkenswerte an „Intelligenz“ ist ja, daß die meisten verdächtigen Gene hierzu auf dem (weiblichen) x-Chromosom sitzen, während das männliche Y-Chromosom hier nichts beiträgt. Ein Vater kann daher, wenn er überragende Intelligenz besäße, diese nicht direkt an den Sohn weitergeben, sondern dieser erhält das X der Mutter. Ein Genie bräuchte dann also das „Vehikel“ einer Tochter, um seine besondere Fähigkeiten an einen Enkel weiterzugeben.

    Bekanntermassen ist das Thema Intelligenz so komplex, als daß man weitreichende und für alle Zeiten gültige Aussagen machen könnte.

    Noch etwas: Bzgl. oben angeführten logisch-technischen Fähigkeiten und heftiger Männerdominanz sticht das Experiment von dem Ungarn Polgar hervor, der es schaffte, daß sich einer seiner drei Töchter in der absoluten Weltspitze im Schach platzieren konnte: Judith Polgar war viele Jahre auf etwa Platz 10. Da Schach eine Disziplin ist, in der Männer fast ausschliesslich zuhause sind, ist „die Probe aufs Exempel gelungen“.

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  2. @Gerhard: Schön, mal wieder was von dir zu hören 🙂 Danke für deinen Kommentar. Die Thesen von Cronin sind – gerade für feministisch gesinnte Menschen – durchaus provozierend, und ich habe (offline) bereits eine heftige Debatte darüber geführt. Was mich an dieser erstaunte, war, dass offenbar bereits die Vorstellung, Cronin könnte recht haben (und ich habe bisher niemanden gefunden, der ihre Erkenntnisse in Zweifel gezogen hätte), meine Debattenpartnerin empörte. Denn was wäre denn eigentlich so schlimm daran, wenn bei Männern der IQ etwas mehr variierte als bei Frauen? Cronin sagt ja auch, dass es in der breiten Masse eben grade keine Intelligenzunterschiede zwischen den Geschlechtern gäbe.

    Im Grunde bestätigt sie damit meine Alltagserfahrung. Bsp.weise gibt es ja auch sehr viel mehr obdachlose Männer als Frauen (ja, ich weiß, das mag jetzt eine politisch inkorrekte Aussage sein – Obdachlosigkeit kann viele Gründe haben – , aber ist es denn völlig undenkbar, dass deren bedauernswerte Lebenssituation auch damit zu tun haben könnte, dass die Gesellschaft keinerlei bezahlte Arbeit mehr für diese Gruppe anzubieten hat?).

    Auf der anderen Seite glaube ich nicht wirklich, dass es eine Verschwörung des internationalen Patriarchats dagegen gibt, dass Frauen bsp.weise Elektrotechnik studieren – es interessiert sie wohl (oft) einfach nicht, d. h. es ist ihnen nicht „zu schwierig“, aber zu öd, zu langweilig, zu leblos, zu „menschenfern“ eben (siehe Artikel).

    Ich habe also, kurz gesagt, keine Ahnung, warum die von Cronin skizzierten angeborenen Neigungen der Geschlechter für moderne Feministinnen ein Problem darstellen sollten.

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  3. —————–Auf der anderen Seite glaube ich nicht wirklich, dass es eine Verschwörung des internationalen Patriarchats dagegen gibt, dass Frauen bsp.weise Elektrotechnik studieren

    Dazu braucht es keine Verschwörung… es reicht, wenn ein Feld bereits sehr dominiert ist von Männern, die wiederum in ihren Köpfen die Idee haben, dass ihr Fach eine Männersache ist – was dazu führt, dass Frauen als Fremdkörper wahrgenommen werden, und oftmals auch direkt benachteiligt, sobald es um Geld geht.

    (Informatik, seines Zeichens Männerdomäne schlechthin (okay, Komposition ist kaum besser^^) hat auf jeden Fall dieses Problem – deswegen gibts mittlerweile spezielle Gruppen für Informatikerinnen, die dagegenwirken sollen.)

    Auf der anderen Seite ist die genderisierte Werbung schon auch ein großes Problem – Lego wurde früher für Kinder beiderlei Geschlechts beworben, heute gibt es hauptsächlich Spielzeug für Jungen, und ein paar rosa-gefärbte Dinger für Mädchen.

    ß ß ß

    Bezüglich Fakten vs. Idealen – ich glaube, es ist schwierig, bei einem so heiß umkämpften Thema überhaupt noch zu trennen zwischen ideologischen Studien und wissenschaftlichen… daher wohl auch die schnelle Überreaktion (die meines Erachtens aber auf beiden Seiten passiert).

    Hin und wieder tut es vielleicht gut, klar festzustellen, wie man die Welt haben möchte: Dass eine Frau, die Elektrotechnik studieren möchte, eben nicht von dem massiven Männerüberhang (und dem damit verbundenen Sexismus, dem sie dort ausgesetzt wird) abgeschreckt wird. Und natürlich ebenso ein Mann in einem „Frauenstudium“ seinen Platz finden kann.

    Dass eine Frau, deren IQ deutlich über dem Durchschnitt liegt, nicht davon gebremst wird, dass „Studien zeigen, dass Männer viel häufiger hohen IQ haben, also wird sie wohl nicht so gescheit sein“ – dass man also auf die Bedürfnisse des Individuums eingeht, und die Statistik in dem Fall Statistik sein lässt.

    Das Problem mit solchen Studien ist ja nicht, welche Ergebnisse sie bringen (sofern sie wissenschaftliche Standards erfüllen) – sondern, was verschiedene Leute daraus schließen, und wie sie politisch eingesetzt werden.

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  4. @knopfspiel: Danke für deinen Beitrag 🙂

    Die Arbeitswelt wurde in den letzten Jahrzehnten (politisch korrekt) ent-sexualisiert, die Freizeitwelt aber hyper-sexualisiert (Swingerklubs, Popkultur, Unterschichtenfernsehen, aber auch Teile der Hochkultur [Regietheater z. B., oder auch Teile des Autorenfilms]).

    Auf der anderen Seite wünscht sich wohl kaum jemand den Chef zurück, der seiner Sekretärin ganz selbstverständlich erst mal den Po tätschelt, bevor er zum Diktat ruft.

    Genderisierte Werbung: nun ja, mein Protest hält sich in Grenzen, da vertraue ich eigentlich ganz auf Cronins These, dass ein Großteil der Jungs nicht dazu *gezwungen* werden muss, mit Lego zu spielen statt mit Puppen – sie tun es einfach lieber. Es ist eher so: Ich kann mich maßlos darüber aufregen, wenn sich Mädchen und Frauen durch Farb- (pink) und Kleidungswahl (aktuell: Bommelmützen) infantilisieren, habe aber ganz und gar nicht den Eindruck, dass sie irgendjemand dazu *zwingt*. Sie scheinen es zu genießen (vermutlich genießen sie es sogar, dass es mich nervt). Oder gibt es hier doch eine große misogyne Verschwörung (z. B. von Frauenzeitschriften), die Millionen von Frauen diesen gruseligen Geschmack als alternativlos aufzwingt? Ich denke nicht.

    Klar lädt Cronins Vortrag zu Missverständnissen ein und ist – durch ihre freundliche und im Übrigen ausgesprochen feminine Vortragsweise verstärkt sie dass ja noch – ziemlich provokativ (deswegen habe ich ihn ja auch gepostet).

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  5. ————-habe aber ganz und gar nicht den Eindruck, dass sie irgendjemand dazu *zwingt*. Sie scheinen es zu genießen (vermutlich genießen sie es sogar, dass es mich nervt).

    Nein, es gibt keine Verschwörung, und wohl auch keinen (kaum) Zwang.

    Das Problem liegt vielmehr darin, dass manche Dinge Selbstläufer sind. Rosa wurde durch irgendeine Mode zur Mädchenfarbe, obwohl es früher eine männliche Farbe war, und dann entdeckte jemand, dass sich damit Werbung gezielt für Mädchen machen lässt. Diese Werbung verstärkt wiederum den Glauben, dass Rosa eine Mädchenfarbe sei, usw.

    Ich weiß nicht, wie es früher war, aber in meiner Kindheit war Rosa bereits für Jungen dermaßen tabu, dass das bloße Geständis, die Farbe zu mögen, oder wenn man sie auch nur in einer Zeichnung zuviel verwendete, bereits ein Grund war, aus dem Club der „Coolen“ ausgestoßen zu werden.
    Das ist definitiv eine neuere Entwicklung; etwa war die Werbung von LEGO früher überhaupt nicht genderspezifisch, und es spielten damit auch beide Geschlechter (auf unterschiedliche Weise vielleicht, aber dagegen hab ich jetzt auch nix, sofern man es nicht – bewusst oder unbewusst – indoktriniert)

    Das alles ist kein Zwang, und keine Verschwörung – aber es ist ein realer Mechanismus, der auf die ganze Gesellschaft einwirkt.

    Okay, warte, es gibt doch einen Zwang: Nämlich den zum Konformismus. Der kommt halt nicht von außen, sondern von den selben Leuten, die selbst diesem Zwang unterworfen sind. Und irgendwann ist es kein Zwang mehr, weil sich alle entweder daran gewöhnt haben, oder aus den Gruppen rausgefallen sind.

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  6. JJäger schreibt:

    Es gibt eine Korrelation von Testosteron und der Neigung zu technisch orientiertem Spielzeug. Es ist nicht die Gesellschaft, die das verursacht. Die Herrsteller passen ihr Angebot so an, das es die größte Zielgruppe erreicht, eben Personen mit hohem Testosteronwert, die Männer. Das ist Economics 101.

    Hier Dr. Gad Saad über Spielzeugpräferenzen bei den Geschlechtern:

    Sozialkonstruktivistische Thesen sind bei Aktivisten hoch im Kurs, denn sie suggerieren der Bevölkerung die Notwendigkeit für gesellschaftliche Reformen. Akzeptiert die Bevölkerung das, wird den Aktivisten politische Macht zugespielt. Meistens entsteht kein Schaden durch die Reformen,
    die Kultur ist nur oberflächlich verändert, aber die Aktivisten fühlen sich in ihrer Existenz berechtigt und können auf künftige Zustimmungsbereitschaft bei der Bevölkerung hoffen. Sie können sich dann als Kulturdoktoren profilieren und erfinden „Heilmittel“ wie das Binnen-I oder das Gender-*.

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