Proto-Konzeptualismus 1973 (Klarenz Barlow)

Kladiophonkonzert
Barlow konzipierte 1973 ein „Konzert für Kladiophon, Magnetophon und Grammophon“. Im Text zur Partitur heißt es u. a.:

Das Kladiophon … besteht aus einem Radiowellenempfänger, dessen Empfangsfrequenzen von einer klavierartigen Tastatur aus abgestimmt werden („Kladio“ = „Klaviatur“ + „Radio“). Auf dieser Tastatur wird … die Solostimme eines vorkomponierten Stücks für Tasteninstrument und begleitendes Ensemble gespielt; […]. Für diese Version wurde der erste Satz von Beethovens erstem Klavierkonzert op. 15 gewählt; eine solistenlose Schallplattenaufnahme ist bsp.weise im Londoner „Music-Minus-One“-Katalog vorhanden … Die Kladiophonstimme ist identisch mit dem Klavierpart dieses Satzes; sie ist ohne Veränderung mit Einhaltung der Pausen ganz durch zu spielen.

Interessanterweise gibt es 42 Jahre später „Music-Minus-One“ immer noch, und zwar hier. Als „klavierartige Tastatur“ würde man heute natürlich ein MIDI-Keyboard verwenden (MIDI wurde aber erst 9 Jahre später als Industriestandard definiert). Und die Idee, vorhandene Werke des Standardrepertoires ohne „tragende“ Melodie-, bzw. Solostimmen zu präsentieren, erinnert natürlich ein wenig an Kreidlers „-Bolero“ aus dem Jahr 2015.

Klarenz Barlow erlaubte der Weltsicht freundlicherweise die Publikation seiner eingescannten Originalpartitur, sie ist hier.

Proto-Konzeptualismus 1973 (Klarenz Barlow)

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