Nassehi zu PEgIdA (und anderem)

Ja, es gibt auch intelligente Kommentare zu PEgIdA. Der Luhmann-geschulte Soziologe Armin Nassehi hielt am 10. März diesen Jahres folgenden 20-minütigen Vortrag in München:

 

(Es ist sinnvoll und nützlich, sich diesen Vortrag mehrmals anzuhören, mit einer jeweils mehrtägigen Pause dazwischen.)

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Nassehi zu PEgIdA (und anderem)

6 Gedanken zu “Nassehi zu PEgIdA (und anderem)

  1. Anonymous schreibt:

    @Stefan: Nassehi stellt anschaulich dar, was „Demokratie“ leisten kann und soll. Insbesondere über welche Fragen demokratisch zu entscheiden ist und dass dies den Rahmen bildet, in dem man sich dann „frei bewegen“ kann. Er beleuchtet den Bezug zu den Umbrüchen in Osteuropa und den dortigen Verhältnissen vor 1990. Und an dieser Stelle darf man eben nicht vergessen, dass die DDR Teil des Warschauer Paktes und damit Osteuropa (jedenfalls in diesem Zusammenhang) war. Schließlich finden die *gida-„Veranstaltungen“ mit nicht unerheblicher „bürgerlicher Beteiligung“ eher im Osten Deutschlands statt, während es sich bei den Teilnehmern im Westen, so dergleichen überhaupt noch stattfindet, tatsächlich nur um rechte Randgruppen und Nahestehende (also „die üblichenn Verdächtigen“) handeln dürfte. Speziell zu Dresden habe ich irgendwo mal gelesen, „Pegida“ habe auch damit zu tun, dass man hier (vor 1990) kein Westfernsehen empfangen konnte („Tal der Ahnungslosen“). Jedenfalls verwendet Nassehi zum Schluss das Stichwort „Gesichtsverlust“ und an dieser Stelle deckt sich sein Erklärungsansatz mit dem Standpunkt seines Kollegen Heinz Bude, den dieser in der diesjährigen Eröffnungsveranstaltung der Dresdner Reden Anfang Februar vertrat (zum Nachhören und -lesen derzeit noch hier zu finden: http://www.staatsschauspiel-dresden.de/home/dresdner_reden_2015/dresdner_reden_2015_download_und_audio/). Dabei stellt Bude den Zusammenhang mit der Gesamtentwicklung seit 1990 her und die Veränderung der Gesellschaft (auch) durch Entscheidungen der rot-grünen Koalition und die Alternativlosigkeit der Nachfolgerin – diese knapp eine Stunde zum Hören oder die Zeit, die man für das Lesen der 20 Seiten Manuskript braucht, halte ich für sinnvoll investiert.
    Angesichts dessen, dass mit den „Dresdner Demonstrationen“ letztlich nur zum Ausdruck kommt, in Ruhe gelassen werden zu wollen und im Grunde keine sachlichen Ziele verfolgt werden (so jedenfalls mein letzter Stand) und im Hinblick auf die ungleich detaillierteren Ausführungen Budes (hatte einfach mehr Zeit als Nassehi und war ja nicht nur Impulsvortrag) beantworte ich Deine Frage mit JA.

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  2. @Volker: Na ja, dass die PEgIdAner lediglich „in Ruhe gelassen werden wollen“ (von wem eigentlich?), halte ich doch für eine etwas verharmlosende Formulierung. Realitätsverweigerung und Wagenburg-Mentalität trifft’s da schon besser. Und die Brandstiftung in Tröglitz inkl. Landrats-Mobbing (aber das waren natürlich nicht die *gIdAner, sondern die „richtig Rechten“) war ja schon mal ein recht „sachliches Ziel“, oder?

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  3. Volker schreibt:

    @Stefan: Besten Dank für die Formulierungshilfe – war mir im Nachhinein auch aufgefallen, dass „InRuhegelassenwerden“ zu beschönigend ist, denn wenn ich mir alleine schon die Biografie eines BACHMANN, L. (den Herrn lasse ich weg – in bestimmten Fällen ist auch Höflichkeit fehl am Platz) ansehe, kaufe ich dem auch keine „Angst“ ab (so weit ich weiß, soll er in der lokalen Werbebranche unterwegs sein, zumindest was das legale Bestreiten seines Lebensunterhalts betrifft). Was mich bei alledem so sehr „beunruhigt“ (wäre auch schon wieder untertrieben) ist einfach, dass durch derlei Aktivitäten von Leuten, die es besser wissen müssten, eben genau wieder Brandstifter wie in Tröglitz angespornt werden (ich denke, zwischen der geistigen Brandstiftung und dem Molliwerfer sollte man schon noch differenzieren, aber ich kann auch nur hoffen, dass es manchen vielleicht so beeindruckt, dass er nicht mehr zu eine *gida-Kundgebung geht oder noch besser die Seite wechselt). Was ich hier meinte, war, dass es diesen „Spaziergängern“ gerade nicht um sachliche Diskussion und den Austausch von Argumenten geht (Stichwort „Lügenpresse“) sondern ihnen eben jegliche inhaltlich-sachliche Substanz, über die es sich nachzudenken lohnte, abgeht. Was, dem Verständnis Nassehis folgend, wenig mit Demokratie zu tun hat.

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