Fischer über David Foster Wallace

Status remains a battle between men, and proving you’ve got the biggest, hardest book is only slightly subtler than the alternative.

Molly Fischer: „Why Literary Chauvinists Love David Foster Wallace“ (nymag.com 2015-08-12)

[Anm.: Mit „the biggest, hardest book“ ist natürlich Wallace vor 20 Jahren erschienenes magnum opusInfinite Jest“ (dt. „Unendlicher Spaß“, sagenhafte Übersetzung!) gemeint. Ich denke übrigens, dass Wallace weder als Person noch als Schrifsteller chauvinistische Züge hatte. Er war lediglich ausgesprochen kompetitiv (vgl. seine, äh, Freundschaft mit Jonathan Franzen). Dafür, dass er postum der Liebling „literarischer Chauvinisten“ geworden sein mag, wie Fischer behauptet, kann er nun wirklich nichts.]

Fischer über David Foster Wallace

2 Gedanken zu “Fischer über David Foster Wallace

  1. Interessant. Habe mich neulich auf meinem Blog mit dem Thema „schwierige Bücher“ beschäftigt. Da kam von Jonathan Franzen auch ein ähnliches Argument – er stellt das sogenannte „status-model of reading“ vor, bei dem literarische Schwierigkeit Exzellenz signalisiert. Ich war da auch überhaupt nicht einverstanden mit.

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  2. @Martin Kulik: Danke für deinen Kommentar🙂 Ja, es gibt wirklich einige Künstler heute, für die „Kompliziertheit“ allein offenbar schon Qualität signalisiert (wobei ich finde, dass weder Wallace noch – vermutlich – Franzen zu diesen zählen). In der zeitgenössischen Kunstmusik gibt es sogar seit den 1990er Jahren eine ganze Stilrichtung, die „New Complexity“ heißt (siehe Wikipedia-Eintrag). Interessanterweise komponieren so fast nur: – Männer.

    In diesem Sinn gebe ich Molly Fischer recht: Es gibt eine Art von künstlerischer Angeberei, die sich hinter formal anspruchsvoller Faktur (im Fall von Literatur z. B. diverse, ineinander verschachtelte Erzählebenen, nonlineares Erzählen etc.) verschanzt. Oftmals soll dieses formal „Schwierige“ aber lediglich von inhaltlicher Dürftigkeit ablenken – und das finde ich dann immer ein bisschen erbärmlich (und für die Leserin fast immer letztendlich enttäuschend).

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