„Medialismus“, Roman: 32. Kapitel

ralfcschusterDas Gute an unserem digitalen Filmprojekt war die Terminplanung. Wir drehten zunächst nie länger als drei Tage hintereinander. Dann mussten erst wieder Vorbereitungen für die nächsten Aufnahmen getroffen werden. Drehorte besichtigen, Drehgenehmigungen beantragen, Requisiten besorgen, Technikprobleme lösen oder konzeptionelle Besprechungen zwischen dem Regisseur und den Hauptdarstellern. Beim großen Film machte man das anders, da wurde vorher alles durchorganisiert und dann von unglaublich vielen Leuten möglichst schnell runtergerissen. Aber der große Regisseur verzichtete auf die vielen Leute und wollte vieles selbst machen, weil er Spaß dran hatte. Wenn er sich nicht gerade in seinem manchmal beängstigenden Perfektionismus verlor, gefiel mir das.

Nach zwei Tagen im Treppenhaus, im Lift und im Flur musste die Wohnung eingerichtet werden. Ich sollte ursprünglich nur vormittags dabei sein, um das Mobiliar und die Requisiten hochzutragen, aber ich half auch beim Einräumen, wurde dann zu einem Trödler geschickt, um ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Als ich zurückkehrte, entwickelte der Regisseur mit den Schauspielern die Inszenierung und es herrschte eine wunderbare, entspannte Stimmung. Manchmal schnitt Eddi eine Probe mit. Da konnten wir sehen, wie die Requisite wirkte und wo noch Sachen fehlten. Die Wohnbaugenossenschaft hatte uns die Wohnung für einen Monat zur Verfügung gestellt, kostenlos. Beim Einrichten und bei der Probe kam mir das komfortabel vor, aber beim Drehen merkte ich, dass zwei Wohnungen nötig gewesen wären. Denn wir drehten in allen Zimmern, aber es wurde ja immer eines für das Team und die Technik gebraucht, damit dort die Maskenbildnerin ihre Sachen aufbauen konnte und wir unsere Technikkoffer mit den unzähligen Ladegeräten. Ganz zu schweigen von den Kaffeetassen.

Natürlich war es Achim, der immer wieder seine Kaffeetasse dort stehen ließ, wo sie auf keinen Fall stehen durfte: im Set, also dem Bereich, der im Bild zu sehen war. Manchmal, aber nicht immer, gelang es mir, unauffällig seine Tasse zu entfernen. Der Regisseur konnte beim Anblick von unerwünschten Gegenständen im Set ziemlich grantig werden, was Achim gar nicht zu stören schien, während es mir die Stimmung versaute. Ich hatte Achim mitgebracht, deshalb hoffte ich, er würde sich professionell verhalten. Vergeblich. Er war nur an den Drehtagen, nicht an den Vorbereitungstagen mit dabei, und das sollte auch so sein, weil er nebenbei Geld verdienen musste. Vom ABM-Projekt wurde er für das Praktikum beim Film beurlaubt, obwohl es ja nicht so richtig in sein Qualifikationsspektrum passe, wie der Sachbearbeiter beim Arbeitsamt sich angeblich ausgedrückt habe. Alles, was der Sachbearbeiter zum besten gab, war laut Achim realitätsfremd und unangemessen, die Handlungsempfehlungen nutzlos, wenn nicht gar schikanös. Ich wollte mir seine unangemessenen Beschwerden gar nicht anhören, aber es kam immer wieder aus ihm heraus.

Es sei denn, er redete von seinem bösen Vermieter, der ja angeblich aus der Besetzerszene stammte und inzwischen selbst auf unglaubliche Weise zum Nutznießer der schiefliegenden Eigentumsverhältnisse geworden sei. Dabei gehe es um die Frage, ob Achim einen Untermieter einquartieren dürfe, der das Schlafzimmer als Arbeitsraum miete, aber weil Achim die Miete vom Arbeitsamt in voller Höhe erstattet haben wolle, brauche er die Miete schwarz, während der potentielle Mieter eine Quittung verlange, und die auch noch mit ausgewiesener Mehrwertsteuer. Das sollte der Vermieter irgendwie arrangieren, ohne selbst einen Nutzen davon zu haben. Obwohl laut Mietvertrag sowieso keine Untermieter erlaubt waren, ließ Achim sich nicht davon abbringen, dass ihm sein Vermieter aus purer Boshaftigkeit den erhofften Nebenverdient vermiesen wollte, denn dieser weigerte sich, bei der Sache mitzuspielen. Dem kann das doch egal sein, ob bei mir jemand im Schlafzimmer sitzt und Texte schreibt, sagte Achim, während er aus dem Auto stieg und haute dann wie zur Bekräftigung die Beifahrertür zu. Jetzt kapierte ich, um was, oder vielmehr, um wen es ging. Marianne würde nach Berlin kommen, weil sie wieder ein Stipendium bekam, und einen Teil dieses Geldes, das nur für Sachmittel, Mieten oder Reisekosten ausgegeben werden durfte, wollte Achim durch die Geldwaschanlage schicken. Nachvollziehbar, aber ziemlich aussichtslos.

Wir mussten erst einmal die Technik ausladen, denn wir kamen gerade vom Dreh im Elfgeschosser zurück. Achim redete auf mich ein,  als sei ich der Mann von der Stipendiumsvergabestelle: Das sei doch völlig unnütz und an der gutgemeinten Zielsetzung vorbei, wenn Marianne das Geld, dass sie dringend zum Leben brauche, für nutzlose Reisen ausgebe. Warum hat sie sich für ein Stipendium beworben, das aus Reisekosten besteht? Blöde Frage, meinte Achim, er habe einfach alle Stipendien beantragt, das sei doch klar. Ich fummelte mit dem Schlüssel herum, um das Büro aufzuschließen. Ach so, Achim hatte die Anträge geschrieben. Das habe er mir doch schon mal erzählt, dass er das tue und es sei sehr ökonomisch, wenn man für andere Leute Anträge schreibe, eine bewährte Methode. Diese Methode solle ich auch mal probieren. Ob denn Marianne für ihn schreiben würde, fragte ich, aber Achim verneinte. Marianne schreibe aber am Theaterstück, sie schreibe ja sowieso fast immer. Ihr eigenes Zeug. Die Bürotür hatte ich endlich offen und nahm den Lichtkoffer wieder in die Hand, trug ihn in die Fabriketage. Wir brauchten das doch gar nicht mehr, diese Kultursubventionen, meinte Achim, ich sei schon voll drin im Business und er schlage sich irgendwie durch. Aber ich hielte doch nur die doofe Tonangel, und er schlage die Klappe, beides undankbare Aufgaben. Von wegen, das sei wichtig und beachtlich, hältst du einmal die Tonangel, werde es woanders bestimmt auch klappen, und dann angelst du und angelst, bis du durch den Sucher gucken darfst, so wie Eddi.

Eddi kam gerade zur Tür rein, er hatte die Kameratasche umhängen und schob ein paar weitere Transportkisten auf der Sackkarre vor sich her, unter anderem noch unseren Koffer mit den vielen Ladegeräten für die Akkus. Die mussten alle ans Netz. Darum kümmerte ich mich, während Eddi die Kassetten mit dem Rohmaterial überprüfte und zu den anderen Kassetten legte. Erst danach reagierte er auf Achims Bemerkung und fragte, was er gemeint habe. Achim war aber gedanklich schon ganz woanders, er hatte nämlich festgestellt, dass die Kreide alle war, seine Klappenkreide. Da wäre doch eine ganze Packung dagewesen, sagte Eddi. Ja, das sei wohl richtig, aber weil die Kreide so oft breche, sei dieser Vorrat ganz schön schnell zusammengeschrumpft, und es sei schon zehn Uhr abends, am nächsten Morgen würden wir um acht in den Volkspark Friedrichshain fahren, um dort zu drehen. Wo soll ich die Kreide hernehmen, jetzt haben wir den Salat, sagte Achim und ich merkte, wie ihn das klammheimlich erheiterte. Eddi blieb wie immer total ernst. Achim hätte mal vorher sagen sollen, dass die Kreide zu Ende gehe, es käme in so einem kleinen Team drauf an, dass sich jeder verantwortungsvoll um seine Aufgaben kümmere. Eine längere Nachtruhe wäre aber auch nicht schlecht, um der Misere zu begegnen, erwiderte Achim, der inzwischen wusste, dass es vorgeschrieben war, mindestens elf Stunden Pause zwischen Arbeitsende und dem nächsten Arbeitsbeginn zu bekommen. Darüber setzte sich der Regisseur häufig hinweg, weil er meinte, wir arbeiteten nicht in der Behörde, sondern hätten einen Kulturauftrag, der an den Stand der Sonne gekoppelt sei.

Da müssen doch noch ein paar Stummel irgendwo rumliegen, bemerkte Eddi etwas genervt, woraufhin Achim plötzlich in Ironie verfiel und uns mit tiefsinnigen Weisheiten über Stummel zu unterhalten versuchte. Er habe schon immer Stummel gehasst, denn es gebe kein schlimmeres Sinnbild für einen selbstquälerischen Menschen. Jemand, der sich die Finger verbiege, um so einen Stummel bis zum letzten Atemzug aufzubrauchen, sei es nun Kreide, einen Bleistift oder auch eine Zigarette, dieses Stummelgeschummel, -gekritzel und -gespeichel empfinde er als beklemmend und es sei alles andere als eine gute Voraussetzung für ihn, um schöpferisch tätig zu werden. Und das habe der große Regisseur ja wortwörtlich zum Team gesagt, damals, am Abend vor dem ersten Drehtag, dass man sich freikämpfen müsse, um an den Punkt zu kommen, der einem Kreativität ermögliche. Deshalb habe er, Achim, jeden Stummel sofort weggeworfen, und es seien sehr viele gewesen, weil ihm die Kreide so oft zerbrochen sei. Das habe aber seinen Grund, denn man habe anstatt der banalen Tafelkreide die feine Künstlerkreide gekauft.

Eddi, der Achim bisher immer nur als leicht desorientierten Klappenschläger erlebt hatte, war sichtlich verwirrt über diese weitreichenden Ausführungen oder vielmehr Ausreden und wusste gar nicht, was er sagen sollte, während ich in mich hineinschmunzelte. Ohne Kreide geht’s aber nicht, stellte er schließlich fest, dann packte er seine Umhängetasche, und bevor er verschwand, stellte er mir noch die verantwortungsbewusste Frage, ob ich den Schlüssel hätte und zuschließen würde, was ich ihm mit ernstem Gesicht zusicherte. Ich will nicht so werden wie Eddi, sagte Achim, nachdem der verschwunden war.

Das wirst du auch nicht, sagte ich ihm und am nächsten Morgen zeigte sich auch sogleich der eklatante Unterschied zwischen den beiden. Eddi war superpünktlich und Achim kam zu spät. Verabredet waren wir um halb acht, Autos beladen. Das konnten wir unauffällig ohne Achim machen. Der Requisiteur, die Aufnahmeleiterin und die Maskenbildnerin fuhren meist bei Eddi mit, die Regieassistenz und die zwei Hauptdarsteller mit dem Regisseur. Schließlich waren alle bereit, nur Achim fehlte. Ich sollte auf ihn warten, während die anderen vorausfuhren. Damals waren Handys noch Mangelware. Der Regisseur hatte ein riesiges Autotelefon in seinem alten Benz, Eddi war ansonsten der einzige im Team, der schon ein Handy benutzte. Bei Achim war damit noch lange nicht zu rechnen. Also hatte ich keine Chance, herauszufinden, ob er gerade zur Haustür herauskam, oder schon in der U-Bahn saß. Ihm hätte ich auch zugetraut, dass er noch im Bett lag, aber seine Festnetznummer hatten wir schon nach fünf Minuten Wartezeit vom Büro aus vergeblich angewählt.

So saß ich unruhig im Auto, das abfahrbereit auf dem Hof stand. Doch bevor ich richtig nervös werden konnte, bog Achim schnellen Schrittes um die Ecke. Es sei die dumme Kreide gewesen, sagte er, die sei schuld daran, dass er zu spät gekommen sei. Pflichtbewusst und engagiert sei er frühmorgens in die Schule neben der U-Bahnstation geschlichen, um Tafelkreide zu klauen, was auch gelungen sei, doch beim Rausgehen habe ihn ein Lehrer angesprochen, was er auf dem Gelände zu suchen habe, und anstatt schnell irgendetwas zusammenzulügen, habe Achim herumgestottert, und es sei ein zweiter Lehrer aufgetaucht, der auch noch seinen Erziehungswillen an Achim habe abarbeiten wollen, so dass es zu einer lästigen Verzögerung gekommen sei.

Als Achim zu mir ins Auto stieg, waren die anderen offensichtlich noch nicht weit gekommen, denn letztendlich trafen wir alle gleichzeitig am Volkspark Friedrichshain ein. Es sollte gedreht werden, wie der Wessi dort spazierengeht und die Künstlerin aus dem elften Stock trifft. Es ergibt sich ein kurzer Dialog, dann trennen sie sich. Durch Zufall, oder zumindest sollte es nach Zufall aussehen, kreuzt sich ihr Weg anschließend noch einige Male. Dummerweise auch mit dem des Klappenschlägers Achim. Dass die Klappe geschlagen wird, damit man problemlos die Synchronität zwischen der Tonaufnahme und dem Bildmaterial herstellen kann, hatte Achim, als ich es ihm erklären wollte, angeblich schon gewusst. Dass er die Klappe dort schlagen muss, wo man sie gut im Bild erkennen kann, versteht sich eigentlich von selbst. Dass er mitsamt seiner Klappe dieses Bild anschließend möglichst schnell verlassen sollte, ist ebenfalls so banal, dass kein Mensch auf die Idee käme, dass erklären zu müssen.

Dabei können ein bisschen elementare Geometrie und gesunder Menschenverstand helfen, den kürzesten Weg zu finden. Um es genau zu sagen: Man geht entlang der Lotrechten vom Standort auf den näher gelegenen Schenkel des durch die Kamera vorgegebenen Bildwinkels zu. Diese Erklärung versteht natürlich keiner, zumal bei den inzwischen vorherrschenden Zoom-Objektiven nicht so leicht erkennbar ist, wo die Schenkel des Bildwinkels liegen. Ich hatte es Achim oft gesagt, er solle auf die Kamera zugehen und seitlich aus dem Bild heraustreten, aber er versuchte immer, mit seiner Klappe nach hinten zu verschwinden, vielleicht aus seiner latenten Abneigung gegenüber dem großen Regisseur heraus, der ja auch die Kamera führte. Weil sich das Bild nach hinten aufweitet oder der Kameramann schwenken könnte, ist der Weg nach hinten weiter und das Risiko, ins Bild zu kommen, größer.

An dem Tag, als wir im Volkspark Friedrichshain drehten, machte er es wieder falsch, obwohl er durch seine Unpünktlichkeit sowieso schon negativ aufgefallen war. Es gab eine, wie der große Regisseur betonte, für die dramatische Entwicklung des Films bedeutsame Einstellung, in der die beiden Schauspieler sich unterhalten und dabei auf die Kamera zukommen. Wie üblich war nicht genau festgelegt, wie der Dialog sich entwickelt, sie sollten improvisieren. Es hatte schon gleich vormittags einen Streit zwischen der Schauspielerin und dem Regisseur gegeben, weil dieser sie als typisch widerspenstige Ostlerin bezeichnet hatte, dann, einige Takes später, war plötzlich der Schauspieler beleidigt, wobei ich gar nicht mitbekam, woran es lag, aber diese Streitereien wegen Nichtigkeiten häuften sich. Wenn der Regisseur seine Schauspieler nicht anmeckern wollte, um eine Eskalation zu vermeiden, richteten sich seine zynischen Bemerkungen an die Regieassistenz.

Auf diese Weise war die Stimmung an jenem Tag im Park schon sehr weit abgesackt, die Zeit unproduktiv vergangen und dann näherte sich auch noch eine große Wolke. Deshalb waren alle scharf drauf, dass die Einstellung endlich klappt. Zwölf Takes hatten wir schon, beim dreizehnten ergab sich ein wirklich sehr schönes Wechselspiel zwischen den Schauspielern und der Kamera, aber weil der Schauspieler einen Schritt weiter nach vorne kam als im vorhergehenden Versuch, schwenkte der große Regisseur, der ja auch Kameramann war, ebenfalls etwas weiter und da stand plötzlich Achim mit seiner Klappe neben einer Blumenrabatte im Bild. Achim wollte zurückweichen, dabei stolperte er über die Einfriedung und lag dann zwischen den Blumen. Das war großartiger Slapstick, über den aber niemand lachen konnte. Beim nächsten Take schob sich die Wolke während des Dialogs vor die Sonne und wir mussten fast eine halbe Stunde warten. Später, beim Sichten des Materials, entdeckte Eddi, dass Achim bereits in einer anderen Szene hinter einem Busch erkennbar war.

Da lief das Fass über, der große Regisseur hatte die Schnauze voll. So einen Trottel könne man sich nicht leisten, auch wenn er nichts koste, diese Blödheit, das ginge zu weit. Nach den Aufnahmen im Park gab es ein paar freie Tage. Bevor die Arbeit weiterging, bekam Achim einen Anruf von der Produzentin, dass er beim nächsten Drehtag nicht gebraucht werde. Das war es dann mit Achims Klappenschlägerkarriere. Ich regte mich darüber auf, dass der Regisseur so kumpelhaft daherkam, nichts bezahlte, aber dann kein Verständnis für einen Mangel an Erfahrung beim ungelernten Personal hatte. Andererseits war es gar kein Mangel an Erfahrung, sondern Achims Sorglosigkeit und die fehlende Bereitschaft, sich etwas erklären zu lassen. Eigentlich erleichterte mich sein Rausschmiss, weil Achim mit seiner Unberechenbarkeit ein permanentes Risiko darstellte. Andererseits fand ich es ohne ihn zunächst langweilig.

Aber auch die Regieassistentin hatte inzwischen die Lust daran verloren, den Regisseur jeden Morgen zu küssen und dann mit ihm und den Schauspielern auf dem Weg zum Drehort herumzustreiten und kam deshalb unter irgendwelchen Vorwänden immer öfter zu mir ins Auto, wo wir ungestört lästern konnten. Küsschen vom Regisseur bekam sie trotzdem, entweder vor der Abfahrt oder bei der Ankunft. Wir waren ja von Anfang an darauf getrimmt worden, ganz herzlich zueinander zu sein, zur Begrüßung immer gleich Umarmungen und Küsschen für die Frauen. Der Regisseur wollte das Team als eine Familie sehen, oder als Freundeskreis, aber das waren wir nicht. Vielleicht hätten wir es werden können, wenn man es nicht permanent stillschweigend gefordert hätte. Uns quälte die Zwanghaftigkeit des Regisseurs und  seine Rücksichtslosigkeit, mit der er es als selbstverständlich voraussetzte, dass wir Tag und Nacht für den Film da sein sollten, egal wie viel Stunden wir schon hinter uns hatten. Auch meine Stimmung war sehr labil und sackte manchmal in totale Lustlosigkeit ab. Der Anteil der freien Tage wurde immer geringer, die Arbeitszeit pro Tag immer länger. Beachtlich, wie viel Ausdauer und Geduld der große Regisseur hatte. Vielleicht war das seine herausragende Charaktereigenschaft, mit der er sich im harten Wettbewerb der kreativen Geister hatte profilieren können. Vielleicht war ich selbst zu lasch und nicht belastbar genug, denn ich ertappte mich immer öfter bei dem Gedanken, dass ich das einfach nur durchstehen wollte, egal wie. Aber das Projekt zog sich hin wie ein gigantischer, ausgelutschter Kaugummi.


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