„Es gibt so gut wie nichts, wo man wirklich der einzige ist!“

pb
Ebenso neugierig wie konzentriert schweifte der smarte Philip Banse aka DocPhil über den 32. Chaos Communication Congress, der Ende letzten Jahres in Hamburg abgehalten wurde und erstellte dabei folgende über 3-stündige, aber an keiner Stelle langweilige Reportage, die ganz hervorragend die äußerst lebendige, konstruktive und schöpferische Atmosphäre dieser (von sage und schreibe 12.000 BesucherInnen frequentierten) Veranstaltung festhält:

 

Eine Inhaltsübersicht und alle Shownotes (=Links zu den präsentierten Projekten) gibt’s hier.

Meine Höhepunkte: Das sinnfreie Hacken eines Fernschreibers, um damit SMS zu versenden (ab ca. 00:14:00, Frage Banse: „Warum hast du das eigentlich gemacht?“, Antwort Hacker: „Weil’s Spaß gemacht hat.“), die Vorstellung des „Engelsystems“ (inkl. „Himmel“), mit dessen Hilfe sich der Kongress derartig autopoietisch selbst zu organisieren scheint, als wollte er Luhmann vom Kopf auf die Füße stellen (ab ca. 01:34:00) sowie das nicht minder ingeniöse, aber dann doch irgendwie noch bissel betamäßig rüberkommende volldigitale Garderobenmanagement (ab ca. 02:23:00). Als im wahrsten Sinne des Wortes herausragend empfand ich das Projekt Dildo Generator (ab ca. 02:47:00), der ersten Anwendungsidee für dreidimensionales Drucken, die mir unmittelbar einleuchtete.

Zum Abschluss erfahren wir dann noch von der Subgruppe Kinky Geeks (ab ca. 02:59:00), die sich unter dem Schlachtruf: „Hit me. Bite me. Make me install Vista.“ ebenso hingebungsvoll wie safer-sex-orientiert der Digitalisierung des BDSM widmet. Beim heuer angebotenen Workshop drehte sich alles um Materialkunde: „Kreuzknoten: Der Standardknoten für alle Fälle. Einhandfesselung: Ein Hand- oder Fußgelenk an einen Gegenstand fesseln. Zweihandfesselung: Hände oder Füße aneinander fesseln.“ Gefragt, was die wichtigste Erkenntnis aus seinem Coming-out als technikliebender Fesselfreund war, sagt einer der Kinky Geeks sinngemäß: „Früher dachte ich immer, ich wäre der einzige mit diesen Ideen, heute weiß ich, dass es so gut wie nichts gibt, wo man wirklich der einzige ist!“ Ein Satz, der für die Granularisierung (Ch. Kucklick) der digitalisierten Gesellschaft ganz allgemein gelten kann, für die der CCCongress zweifellos ein Vorreiter ist.

dlDer Podcast enthält untypischerweise auch einige wenige Fotografien (unspektakulär und schwarzweiß, das Banse-Foto oben ist eine davon), die ich aber aus technischen Gründen hier nicht einbinden kann. Aber wer die nebenstehehende, 124 MB große m4a-Datei herunterlädt und bsp.weise mit dem VLC Media Player abspielt, bei dem geht auch das🙂

 

„Es gibt so gut wie nichts, wo man wirklich der einzige ist!“

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