Lobo über die Dringlichkeit durchdachter Multikulturalität

Das Problem ist nämlich, dass gelungene Integration gleichbedeutend ist mit dem vielgeschmähten Begriff Multi-Kulti. Alles andere würde nicht auf Integration, sondern auf Gleichmacherei hinauslaufen.

Sascha Lobo: Köln und die Folgen: Die Eskalation des Social-Nationalismus (spiegel.de 2016-01-13)

Stimme Lobo zu. Merkels Verdikt „Der Ansatz für Multikulti ist gescheitert, absolut gescheitert!“ aus dem Jahr 2010 wird vielleicht einmal als eine ihrer weniger klugen Äußerungen in die Geschichte eingehen (vgl. dagegen „Wir schaffen das, denn Deutschland ist ein starkes Land!“ aus ihrer Neujahrsansprache 2016).

Aber wer weiß, schaut man sich Merkels Aussage genauer an, sagte sie ja nur, dass bisherige (sprich: rot-grüne) „Ansätze“ zur Multikulturalisierung „absolut gescheitert“ seien – es gäbe also durchaus die Option neuer, besser durchdachter „Ansätze“. Und die sind  – soviel lässt sich nach der temporären Tahririsierung des Kölner Hauptbahnhofsvorplatzes in der vergangenen Silvesternacht wohl sagen – mittlerweile wohl ebenso dringlich wie, äh, alternativlos.

Lobo über die Dringlichkeit durchdachter Multikulturalität

2 Gedanken zu “Lobo über die Dringlichkeit durchdachter Multikulturalität

  1. Volker schreibt:

    Natürlich ist Lobos Beitrag brandaktuell vom 13.01.2016 und nicht so zukunftsweisend, wie uns dieser sich eingeschlichenhabende Zahlendreher 2016-10-13 glauben machen will😉 Und wer dem link folgt, sollte sich sogleich noch mit Augsteins Kolumne zwei Tage zuvor über den Rassismus mit gutem Gewissen beschäftigen (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/koeln-wenn-sexismus-und-rassismus-sich-treffen-kolumne-a-1071403.html). Ich für meinen Teil teile Lobos Angst vor dem zu beobachtenden „Prozess der Entzivilisierung“ und jeder, der noch halbwegs bei Trost ist, sollte sich, wenn er sich öffentlich zu Wort meldet, zweimal überlegen, was er sagt😦

    Gefällt mir

  2. @Volker: Zahlendreher ist beseitigt, danke. Besonders wichtig ist mir übrigens der Link unter „Tahririsierung“, der belegt, dass (halb-)öffentliche Vergewaltigungen von Frauen durch Gruppen junger Männer in Ägypten auch vorgekommen sind. Von Indien hat man ja Ähnliches gehört. Das macht die Kölner Silvesternacht zwar nicht besser, aber der Kontext wird klarer, zumal mittlerweile feststeht, dass die Täter zum Großteil aus dem Maghreb stammen und eben keine syrischen Kriegsflüchtlinge sind. Die rechtspopulistische Behauptung, gerade erst eingetroffene Flüchtlinge hätten eben mal massenweise gezielt deutsche Frauen sexuell belästigt, ist damit als Propaganda entlarvt.

    Gefällt mir

Kommentieren:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s