Trash: Von der Subversion zur Siegerkunst

ullrichDer Publizist Wolfgang Ullrich macht in einem Interview mit dem Blog „so frisch so gut“ vom 2. März der „Subversivität“ der Trash-Ästhetik gründlich den Garaus.

Die Zeiten, in denen Kunst, die „handwerklich nachlässig gemacht ist, aus billigen Materialien besteht oder ein triviales, banales oder obszönes Sujet besitzt“ irgendjemand provozieren, geschweige denn gesellschaftliche Aufklärungsprozesse ingang setzen könne, seien längst vorbei.

Stattdessen sei eine ganz andere Entwicklung zu beobachten:

… so wie ein Adeliger der Renaissance mit Kunst seine … Souveränität demonstrieren wollte, geht es den meisten, die sich heute mit Kunst umgeben, darum, die eigene Coolness unter Beweis zu stellen. […] Dies gelingt besonders gut mit einer Kunst, die in irgendeiner Hinsicht einen trashigen Charakter hat … Je teurer diese Kunst ist, desto weniger nachvollziehbar ist der Preis für die große Mehrheit der Menschen. Damit aber erscheint derjenige, der so viel Geld dafür ausgibt, unheimlich und rätselhaft, er kann sich maximal vom Mainstream distanzieren, alle anderen mit seinem Verhalten verunsichern.

Trash: Von der Subversion zur Siegerkunst

6 Gedanken zu “Trash: Von der Subversion zur Siegerkunst

  1. Mangold schreibt:

    Ist Ullrich nicht ein bisschen zu fixiert auf teuer verkaufte Kunst? Er tut gerade so, als ob nur diese relevant wäre. Und wenn Museen statt einer „demütigen Bilderschau“ Kreativität vermitteln, ist das doch nicht schlecht?!

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  2. @Mangold: Danke für Ihren Kommentar🙂 Hm, hier geht es nun mal um eine ganz bestimmte Art von Kunst. Sich in Buchform mal zu „fixieren“, halte ich für legitim. Ullrich will ja nicht „die Kunst“ kommentieren. Und was das Kunstmuseum als „Kreativitätsvermittlungsagentur“ betrifft: Finde ich als Beobachtung zwar richtig, aber nicht wirklich empörenswert (weswegen mein Zitat auch nicht davon handelt).

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  3. Gerhard schreibt:

    Wenn Man seine Objekte herzeigen möchte, muß Man sie professionell fotografieren und sie dann auch noch abstellen… irgendwo. Zuviel Aufwand und Getöns um etwas, zu was jeder laut Beuys jeder befähigt ist….im Grunde.

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