Schwenzel über das BloggerInnentreffen re:publica

… die Welt — und das Netz ganz besonders — besteht aus Menschen, die sich in vielen verschiedenen (Filter-)Blasen zusammenballen. Normalerweise ist der Austausch zwischen diesen Blasen eingeschränkt, aber einmal im Jahr, wenn Repräsentanten unzähliger Blasen sich in Berlin [zur re:publica, S.H.] treffen, bilden sie einen wunderbaren Schaumteppich …

Felix Schwenzel: Schöner Schaum (wirres.net 2016-04-21)

Schwenzel über das BloggerInnentreffen re:publica

5 Gedanken zu “Schwenzel über das BloggerInnentreffen re:publica

  1. Gerhard schreibt:

    Ich fände eine Grafik interessant, die die Vernetzung von Blogs mal exemplarisch anhand eines Netz-Ausschnitts verdeutlichen würde. Und eine Aussage darüber, was der Grad der Vernetzung und der Aktivitäten in den Blogs so im Einzelnen „bewirkt“.
    Ich meine, über „just for fun“ oder „Selbstdarstellung/Visitenkarte“ sollte es ja hinausgehen.

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  2. @Gerhard: Wenn man unter „Vernetzung“ die Auflistung anderer Weblogs, die man für lesenswert hält, in einer Blogroll versteht, dann ist es nach meinem Kenntnisstand damit nicht allzu weit her. Die Bloggerin neigt dann wohl – im Gegensatz zum Facebooknutzer – doch eher zum Alleinherrscherinnentum. Logisch – anderenfalls würde man diese egozentrische Ausdrucksform nicht wählen.

    Nachdem die heroischen Anfangsjahre der Blogosphäre auch in Deutschland nun bereits in sicherer Entfernung liegen, lässt sich eigentlich nur nüchtern und ein wenig banal feststellen, dass ein Blog ganz schlicht das ist, was der Blogger daraus macht. Eines ist ein Weblog aber sicher nicht: ein Massenmedium. Es ist ein digitaler Medienkanal von (sehr!) vielen – aber ganz sicher derjenige, der das stärkste Commitment verlangt. Weswegen mir in den knapp 5 Jahren, in denen ich mich für die Blogosphäre interessiere, nur sehr wenige „echte“ BloggerInnen begegnet sind, d.h. Persönlichkeiten, die es schaffen, mehr oder minder im Alleingang über einen längeren Zeitraum diese virtuelle Bühne so zu bespielen, dass man den Eindruck hat, hier geschehe etwas wirklich Notwendiges, was sich anders nicht vermitteln lässt.

    Felix Schwenzel, seit 14 Jahren dabei, ist so einer, natürlich auch Sascha Lobo (wenn man denn seine wöchentliche Kolumne auf Spiegel Online als Blog durchgehen lässt), des weiteren Matthias Dell mit seiner „Tatort“-Kolumne auf http://www.neues-deutschland.de, die ich immer gleich nach jeder neuen „Tatort“-Folge mit Vergnügen durchlese.

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  3. Gerhard schreibt:

    Erstaunlich, daß Deine Antworten meist immer umfangreicher als meine immer knappen Fragen ausfallen. Aber das nur nebenbei, bin ja selber schuld.
    Ich dachte an eine Art Netzwerkgrafik, wie eine Neuronenstruktur etwa oder wie Sandras jüngstes Zweigebild..(Ich hatte so etwas auch mal als eher spielerisch anmutende Vernetzung von Musikern einer Stadt in einem Magazin gesehen).
    Ich denke, man könnte die Knotenpunkte farblich gestalten, nach Themenschwerpunkt und Häufigkeit der Publikationen.
    Niemand macht sich freilich eine solche Mühe.
    Ich selbst dachte schon mehrfach daran zu bloggen, scheue aber die damit verbundene Arbeit, das „Committment“ eben. So kommentiere ich eben auf diversen Stätten, was auch nicht ganz so schlecht ist.
    Ich frage mich auch, darauf will ich nochmal zurück: Was generiert solch ein Netzwerk?Wenn also jemand bloggt und mit ca. 15 anderen Blogs regelmässig kommuniziert/verbunden ist? An diesen Blogs hängt ja auch eine gewisse Leserschaft. Was ist das dann denn für eine Wabe, was für ein Geflecht, was für ein Soziotop? Wie kann man so einen Körper benennen? Was bewirkt er gesellschaftlich? Ist er mehr als ein Summen/Brummen eines Bienenvolks? Wobei dieses Summen des Bienenvolks ja nicht das ist was man gemeinhin annimmt, nämlich blosser gestaltloser Lärm🙂

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  4. @Gerhard: Ich denke, die Qualität deiner Fragen ist dir selber durchaus bewusst. Ich finde, dass du ein ganz ausgezeichneter Fragesteller bist – und das seit Jahren! Dafür jetzt einfach mal meinen herzlichen Dank.

    „Ich selbst dachte schon mehrfach daran zu bloggen, scheue aber die damit verbundene Arbeit, das “Committment” eben. So kommentiere ich eben auf diversen Stätten, was auch nicht ganz so schlecht ist.“ – Ich habe so das Gefühl, besser als unser Frage- und Antwort“spiel“ hier in der Weltsicht könnte ein „Soloblog“ deinerseits auch nicht sein … aber wer weiß, vielleicht hätte es ganz dafür ganz andere Qualitäten. Ich jedenfalls bin froh, in dir so einen aufmerksamen und einfühlsamen Leser zu haben – mehr kann sich ein „echter“ Blogger (Definition siehe oben) gar nicht wünschen!

    „Was generiert solch ein Netzwerk?“ – Na, das ist nicht schwer zu beantworten: gegenseitige Neugier aufeinander.

    „Was ist das dann denn für eine Wabe, was für ein Geflecht, was für ein Soziotop?“ – Jedenfalls ein soziologisch neuartiges, denn es handelt sich ja um die virtuelle Vernetzung soziotechnischer Entitäten (ich sage bewusst nicht „Menschen“, denn evtl. befinden sich ja bereits einige Künstliche Intelligenzen darunter [kein Scherz!]). Die „Fernanwesenheit“ anderer Akteure kann dabei sehr variieren, entsprechend „leicht“ oder „schwer“ erscheinen sie einem dann in ihrem Einfluss auf das (komplett emergente“) Ganze (wobei der Begriff des „Ganzen“ in einem derartigen Netzwerk natürlich dynamisch und fluktuierend gedacht werden muss – das ist sehr schwierig).

    „Was bewirkt er gesellschaftlich?“ – All das, was man ihm (dem soziotechnischen Netzwerk jetzt) zutraut – oder eben nicht. Das wiederum klingt jetzt sehr viel banaler, als es ist. Noch gibt es nämliche keine gescheiten Metaphern, um das „So-Sein“ dieses Phänomens auf den Punkt zu bringen. Oder es gibt sie und ich kenne sie nicht. Oder es gibt sie in zehn Jahren. Oder in zwei. Oder…

    „Ist er mehr als ein Summen/Brummen eines Bienenvolks?“ Siehe oben. Zwischen unerträglich redundanter nervtötender narzisstischer Plattheit und tiefgestaffelten Argumentationsketten von ehrfurchgebietender Komplexität ist alles drin. Aber das weißt du ja.

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  5. Gerhard schreibt:

    Ich bin mit meinen Fragen durchaus nicht immer zufrieden.
    Etwa: „“Ist er mehr als ein Summen/Brummen eines Bienenvolks?”
    Ein Brummen könnte ja auch durchaus von einem tätigen „Generators“ stammen oder auf ein Lebewesen, einen Organismus mit komplexen Funktionen hinweisen.
    Kann ein Blog-Soziotop als ein „Lebewesen“ betrachtet werden? Ein Lebewesen mit klarem Impact auf die sie umgebende Welt? Oder summt hier soviel durcheinander, quer und überlaut und parallel, daß nichts wirklich Greifbares dabei herauskommt? Ausser vielleicht einer Art Gesinnungsgemeinschaft (in gewissen Dingen)?

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