algorithmwatch.org

Ein wichtiges Thema der vergangenen re:publica, für das sich aber nach meinem Empfinden zu wenige wirklich interessieren (Argument: „zu speziell“): Wer kontrolliert eigentlich, wie Algorithmen gebaut werden?

Dass Algorithmen „wichtig“ sind für die nächste Gesellschaft (D. Baecker), hat sich zwar mittlerweile als Erkenntnis durchgesetzt – in Deutschland natürlich wie gewohnt begleitet von Horrorvision apokalyptischer Ausmaße, zumindest im Mainstream-Feuilleton – , die logische Folge allerdings noch nicht:

Struktur und Konstruktion von Algorithmen werden mehr und mehr zum Politikum und deshalb zu einer Angelegenheit von öffentlichem Interesse, über die geredet werden und evtl. nicht mehr allein privatwirtschaftlich entschieden werden sollte.

Prof. Dr. Zweig, die nicht wirkt, als ob sie sich von irgendjemandem die Butter vom Brot nehmen lassen würde, hat dies messerscharf erkannt und die Plattform algorithmwatch.org gegründet, auf die ich hiermit nachdrücklich hingewiesen haben will.

Es geht dabei nicht darum, die Struktur von bestimmten Algorithmen fachlich zu verstehen – dazu sind tatsächlich nur Experten in der Lage – sondern sich um die soziokulturellen Folgen dieser Struktur Gedanken zu machen.

Schließlich hatten die meisten Atomkraftgegner der 1970er Jahre auch nicht den Wissensstand von Niels Bohr – was sie aber nicht daran hinderte, kräftig auf die Kacke zu hauen.

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algorithmwatch.org

4 Gedanken zu “algorithmwatch.org

  1. Gerhard schreibt:

    „Es geht dabei nicht darum, die Struktur von bestimmten Algorithmen fachlich zu verstehen – dazu sind tatsächlich nur Experten in der Lage – sondern sich um die soziokulturellen Folgen dieser Struktur Gedanken zu machen.“
    Doch, ich denke, auch das muß man, zumindest in gewissem Ausmaß. Man muß wissen, was maschinelles Lerne ist, was klassische Algorithmen sind, wie sie genau arbeiten.
    Auf der Website findet man ja quasi als Spiegelung:
    „Ich meine, dass Informatiker mehr als Informatik können müssen, um vollständig ausgebildet zu sein.“

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  2. @Gerhard: Ich denke, es gibt da nicht wirklich einen Dissens zwischen uns. Ich habe bei diesem Satz lediglich an mich selbst und meine frühere „Mathe-Angst“ gedacht, sowie an so manchen geisteswissenschaftlich Ausgebildeten in meinem Umfeld, dem sich angesichts der Vorstellung, nun auch noch die ethische Qualität von Algorithmen beurteilen zu müssen, um weiterhin mitreden zu können, die Haare sträuben mögen.

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  3. @Gerhard: Gut aufgepasst. Ja, ich habe das sog. „Blog-Bild“ geändert. Bisher war es mit meinem Avatar-Bild identisch, jetzt zeigt es einen Ausschnitt der Kopfzeile des Blogs. Ich habe das getan, weil das Blog-Bild auf Facebook immer recht riesig reproduziert wird (alle Blog-Artikel sind mit meinem Facebook-Account syndiziert), also mussten meine Facebook-Freúnde bisher fast täglich meinen Kopf in ihrer Chronik bewundern. Das fand ich etwas penetrant. So ist es dezenter, das ist alles.

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