Video der Woche : KW 24 : James Tenney: „Saxony (brass quintet version)“, 1978

Steve Reich hat den nur zwei Jahre jüngeren Tenney stets als „natürlichen Lehrer“ bezeichnet, das habe ich nie verstanden, doch je länger ich mich in Tenneys Werk versenke, desto klarer wird mir, was er vermutlich meinte:

Jeremy Grimshaw schreibt auf allmusic.com über das Konzept hinter dieser Komposition:

„In Saxony, (…) Tenney … explore[s] what is perhaps the most fundamental principle of musical acoustics: the harmonic series. […]

The score for the work is not a rigid, note-by-note prescription for performance, but rather a guide for improvisation. Tenney provides the player with a sequence of pitches upon which to improvise. The player is allowed considerable freedom in terms of rhythm, phrasing, articulation, and gesture, but the selection of pitches always follows one strict rule: every pitch involved in the piece falls in the harmonic series of an E flat fundamental tone.

It is interesting to note that this idea has been explored independently by La Monte Young, whose Well-Tuned Piano uses a unique scale based on the overtone series of a low E flat — not to mention by Richard Wagner, whose famous low E flat in Das Rheingold shook the seats at Bayreuth!“

Eine Skizze zu Tenney, in der es vor allem um seine Re-Definition des ästhetisch Erhabenen geht, habe ich in der Frühzeit der Weltsicht, also 2011, hier publiziert.

(Details zum Video, zur Aufnahme und zu den großartigen Musikern bitte unter dem YouTube-Link nachsehen.)

P.S.: Volker, this one’s especially for you🙂

Video der Woche : KW 24 : James Tenney: „Saxony (brass quintet version)“, 1978

4 Gedanken zu “Video der Woche : KW 24 : James Tenney: „Saxony (brass quintet version)“, 1978

  1. Volker schreibt:

    …Hm…wie es scheint, hat sich meine gestrige, im ersten Überschwang reichlich euphorische Anmerkung in einer Masche des www verfangen – also zweiter Versuch:
    Heißen Dank, alter Freund, für die Widmung, ich weiß sie zu schätzen, wobei Du, davon bin ich überzeugt, Dich mehr von der Musik als vom Titel hast leiten lassen – DENN: mich erinnerte der Sound sofort an das Projekt „Vor der Flut“ Mitte der achtziger Jahre

    …und eine Session mit den „Gasdorf Horns“ (Mr. G. Deppisch and the most fanatic Fan of Chuck Mangione’s Flugelhorn, Mr. O. Amend) aus derselben Zeit!

    @ jjäger: Besten Dank auch für moondog’s Obertöne – ich liebe Obertöne!

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  2. @Volker: Ach so, „Saxony“ – nee, daran habe ich nicht gedacht, als ich dir den Artikel widmete, mir ist nicht mal aufgefallen, dass du da eine Anspielung auf das Bundesland deiner Wahl herauslesen könntest. Manchmal ist man wirklich mit Blindheit geschlagen … oder ist am Ende das „Unterbewusste“ am Werk gewesen?

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  3. Volker schreibt:

    @Stefan: …zumal man auch fragen könnte, wie denn weiland Mr. Tenney zur Namensgebung gelangte. Jedenfalls empfinde ich die von mir bewohnte Gegend nicht unbedingt als Hochburg des Minimalismus – äh – jedenfalls was die Musik betrifft😉

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