Lobo über Demagogie

Trump und Johnson haben einfach vor allen anderen bemerkt, dass Tatsachen irgendwie kompliziert sind und deshalb die Wirksamkeit von Kommunikation vermindern – und gleichzeitig vom Publikum gar nicht als Voraussetzung für einen Diskurs betrachtet werden.

Sascha Lobo: Politik und Medien: Wut sticht Wahrheit (spiegel.de 2016-06-29)

Vgl. auch den Eintrag Demagogie in der deutschsprachigen Wikipedia, in dem u. a. folgende Definition des Publizisten Martin Morlock aus dem Jahr 1977 zitiert wird, die mir sehr griffig erscheint:

Demagogie betreibt, wer bei günstiger Gelegenheit öffentlich für ein politisches Ziel wirbt, indem er der Masse schmeichelt, an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile appelliert, … Wahres übertrieben oder grob vereinfacht darstellt, die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt.

Lobo über Demagogie

2 Gedanken zu “Lobo über Demagogie

  1. Gerhard schreibt:

    Die Definition von Morlock gefällt mir nicht ganz.
    „Wahres übertrieben oder grob vereinfacht darstellt“
    Es muß ja nicht Wahres sein. Es kann „scheinbar Wahres“ , Naheliegendes sein oder schon immer so Gedachtes. Es kann auch eine „neue Erkenntnis“ sein, aber dabei auf altbekanntes Denken fußen

    Das „irgendwie“ im ersten Zitat mißfällt mir im Übrigen sehr. Das muß nicht sein. Kann man weglassen.
    Generell ist es doch so, meine ich, daß man als Vortragender, ich meine jetzt mal explizit Wissenschaftler, die Sachverhalte einfacher darstellen muß, als sie sind, sonst kann man gleich aufhören. Der Wissensvorsprung gebietet das, natürlich auch die Komplexität der Materie.
    Das führt zur Frage: Wo gibt es einfache Wahrheiten? @Stefan, kannst Du welche benennen?

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  2. @Gerhard: „Wo gibt es einfache Wahrheiten?“ – Wieder eine deiner Fangfragen, die aber (vermutlich) gar nicht als solche gemeint ist😉

    Also: Ich denke, es gibt nur ein unhintergehbares Faktum, nämlich „Ich bin jetzt“. Ich habe „unhintergehbar“ gesagt, nicht „einfach“, aber näher an „einfach“ kommen menschliche Subjekte nicht heran.

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