Donald Trump als Objekt der Geschichte

Erst der „unmögliche“ Brexit, jetzt wurde ein „Unmöglicher“ zum US-Präsidenten gewählt. Es scheint dem Weltgeschehen mehr und mehr egal zu werden, wie es sich laut massenmedialer Erwartung (zumindest hierzulande, der Fox News Channel jubiliert freilich) gefälligst zu entwickeln hat. Das kann man Kontrollverlust nennen. Ich bevorzuge „Offenheit“.

Meine vorherrschende Empfindung ist nicht Furcht, sondern Neugier. Was wird passieren? Ich meine, was wird wirklich, d. h. unabhängig von den Prognosen der vielen, die angeblich genau wissen, was jetzt passieren wird und gerade kaum an sich halten können, uns ihr „Wissen“, genauer ihre Ängste und Befürchtungen, mitzuteilen, passieren?

Ich hoffe doch stark, etwas, das ich noch nicht kenne, das ich nicht erwarte, das ich nicht ahnen konnte und das auch der Gottseibeiuns persönlich, also Mr. T., weder ahnen noch wollen kann, weil er nun mal in jedem Fall – da kann er sich aufführen, wie er will – auch Objekt der Geschichte sein wird. Wer das zu abstrakt klingt, die soll sich mal an Obamas Agenda zu Beginn seiner ersten Amtszeit erinnern (Weltfrieden, das Land einen, Friede zwischen Schwarz und Weiß, mehr soziale Gerechtigkeit) und was davon trotz zweier Amtszeiten unter dem Strich Realität wurde. Mitunter hat er sogar das Gegenteil von dem erreicht, was er wollte. Das soll nicht heißen, das ich Trump Erfolglosigkeit wünsche, er wird aber ganz sicher auf Hindernisse und Widerstände treffen, die wir jetzt noch nicht vorhersehen können. See what I mean?

Deshalb wage auch ich jetzt mal eine Prognose: Je konsequenter Trump versuchen wird, seine reaktionäre* Agenda in die Tat umzusetzen, desto stärker zwingt er die progressiven** Kräfte, die ihrige auf Validität zu überprüfen. Im besten Fall trägt die Präsidentschaft Trumps so zu einer konstruktiven Selbstkritik und Re-Vitalisierung progressiven Denkens und Handelns bei.

Sowohl der Brexit als auch Trumps Sieg sind auch Niederlagen der alten Kommunikations- gegen die neuen Humanmedien***. Als selber humanmedial Tätiger kann ich das aber nicht grundsätzlich schlecht finden, so wenig ich inhaltlich mit den Sympathisanten von Mr. T. gemeinsam habe.

Außerdem: Jemand, der sich ins mächtigste Amt der Welt hineingetwittert hat, kann schließlich auch wieder aus ihm hinausgetwittert werden.


* Trump ist ja nicht konservativ, sondern reaktionär. Er verfolgt eine rückwärts gewandte Utopie, weswegen sein Schlachtruf ja auch nicht „Make America great!“, sondern „Make America great again!“ heißt. Der Konservative will Bestehendes bewahren, der Reaktionär will etwas verloren Geglaubtes re-animieren. Wonach genau sich Trump zurücksehnt, scheint mir klar zu sein: In das Amerika Reagans, in dem „Neo-Liberalismus“ noch kein Kampfbegriff, sondern „Avantgarde“ war.

** Damit meine ich all jene, die das Heil nicht ausschließlich in Ideen und Lösungsmodellen der Vergangenheit suchen, sondern offen sind für (intelligente) Experimente auf der technologischen wie sozialphilosophischen Höhe der Zeit.

*** Zum Begriffspaar Kommunikationsmedien vs. Humanmedien, das ich von Harry Lehmann übernommen habe, siehe dieser Weltsicht-Artikel aus dem Jahr 2014.

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Donald Trump als Objekt der Geschichte

12 Gedanken zu “Donald Trump als Objekt der Geschichte

  1. Volker schreibt:

    Ich denke, Stefans Gedanken bringen es auf den Punkt. Gefreut habe ich mich auch nicht, aber auf der anderen Seite war das jetzt auch keine „Machtergreifung“ wie anno ’33, da gibt es doch einige wesentliche Unterschiede. Bei allen Trumpschen Verbalinjurien soll jetzt mal „das amerikanische Volk“ (schon dieser Begriff bringt mich zu sarkastischem Lachen) zeigen, ob es wirklich einen Diktator will – mich würde es auch nicht überraschen, wenn sich „der Geschäftsmann Trump“ irgendwo nur die Taschen weiter füllen will, sofern da noch Platz drin ist…

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  2. Volker schreibt:

    P.S. – hatte ich vorhin vergessen:
    Und natürlich JA! Wir dürfen uns nicht fürchten, das ist doch genau das, was diese Terroristen wollen!!! 🙂

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  3. @Volker: Die US-AmerikanerInnen, die Trump gewählt haben, wollen (analog zu AfD-WählerInnen) ganz einfach nur die gute alte Nachkriegszeit zurück, denn auf alles, was nach 1989 geschehen ist, können sie sich keinen Reim machen. Sie verstehen es nicht – und es gibt auch niemanden, der es ihnen „in einfachen Worten“ erklärt. Ich denke, hier geht es Trump nicht viel anders als seinen WählerInnen, was ein Hauptgrund seiner „Authentizität“ ist: Der Mann ist wirklich so planlos, wie er daherredet und all seine „Lösungen“ sind von (vor-)gestern.

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  4. Bernhard schreibt:

    am wahlmorgen, muss ich gestehen, hatte ich doch ängstliche bedenken, folge aber nun doch eher stefans gedanken; wenn ich mir die reaktionen mir bekannter „denkender“ amerikaner betrachte sehen die das als faire verlierer es ebenso, also auch als chance, sich zu profilieren – schliesslich bingen alle hättehättespielchen doch ohnehin nichts! und eigentlich haben wir doch ohnehin momentan ganz andere probleme hier vor und hinter der haustüre…

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  5. JJäger schreibt:

    Bei mir Nervosität, Neugier, Ekel, Wut und ein wenig Genugtuung. Ich habe das Gefühl es musste sein.
    Die Amis wollen sich den Racketeers (Der Begriff geht übrigens auf Horkheimer zurück, wurde von Nachtmann und Jan Georg Gerber für den Sachverhalt verwendet), also moralischen Erpresserbanden entledigen, die mit den Universitäten einen Staat im Staat gegründet haben. In den USA gibt es keine Tradition der Netzpolitik, der Systemtheorie oder der kritischen Theorie, die den poststrukturalistischen Irrsinn aus dem Geistesleben hätte verdrängen können. Die Poststrukturalisten schmücken sich zwar gerne mit Vokabeln der kritischen Theorie sind aber All-In in ihrer faschistischen Ideologie (Also feste Trennung der Gesellschaft in Unterdrücker und Unterdrückte, Liquidierung des Individuums, Predigung der unendlichen Verletzbarkeit des Subjekts bei gleichzeitiger Entgrenzung aller Mittel, Leben als (Befreiungs-)Kampf, Solidarität über Wahrheit, sprich: Purer, scharfer, tiefenpsychologischer, entkernender, brennender Faschismus).
    Trump ist das einzige, was die Bevölkerung dem, wenn auch nur symbolhaft entgegensetzen konnte. Neben diesem Abgrund wirkt selbst ein reaktionärer Nationalismus wie das Paradies.
    Eben gerade habe ich wieder lesen müssen, dass ein Krebspatient Opfer eines Feministenrackets geworden ist, das ihn in aller Öffentlichkeit als sexual predator diffamiert hat. Die Internetgemeinde ist hat mittlerweile 140000$ für ihn gesammelt. Also wieder mal ganz starke Öffentlichkeitsarbeit von den „Progressiven“, die jeden Zweifel daran, dass es sich beim Faschismus um eine autochton linke Ideologie handelt mittlerweile fast vollständig beseitigt haben.

    Das ist das Problem mit den Anti-Ideologien, wie Antirassismus, Antisexismus etc. Da steckt schon das Konzept des absoluten Bösen und des absoluten Guten drin. Und im Kampf gegen vermeintliche Unterdrückung fällt der Lebensinhalt völlig unter den Tisch.
    Und abgeleitet von einem Universalismus sind diese Antiideologien nicht, sonst würde man sich gleich die Silben sparen. Ein universalistisches Weltbild braucht keine moralischen Bürokraten.

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  6. JJäger schreibt:

    Ich will nichts lieber als eine Reform der Linken, die so tief gefallen sind, das es zu diesem Quark hier kommen musste. Es ist 100% ihre Schuld. Als Judith Butler den Theodor W. Adorno Preis gekriegt hat (Der sich im Grabe umgedreht hätte), war die Sache gelaufen.

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  7. Gerhard schreibt:

    Ich habe eine ähnliche Haltung wie Stefan und Bernhard.
    All das Analysieren/Deuten/Empörtsein im Netz hat mich im übrigen nach kurzer Zeit ermüdet, mir nicht viel gegeben.
    Für mich heißt das alles einfach, daß ich mich stärker mit Politik beschäftigen werde. Und das ist, denke ich, gut so.

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  8. @jjäger: Ich will dir ja dein poststrukturalistisches Trauma nicht nehmen, glaube aber doch, dass die wenigsten Trump-Wähler wissen, wer Judith Butler ist. Oder Theodor W. Adorno.

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  9. JJäger schreibt:

    Völlig richtig, das ist ja der Gag, deshalb haben sie ihn ja Trump gewählt. Hätten sie die Ursachen gewusst, hätten sie sich intellektuell zur Wehr gesetzt, Essays geschrieben (Was das richtige gewesen wäre), und vielleicht etwas an der Ursache bewirkt, bevor es zur jetzigen Situation gekommen war. Aber sie hatten die Ahnung nicht, weil sie eben keine Intellektuellen waren.
    Und von außen betrachten, ist das was in den Unis abgeht nebulös. Die Ursachen gehen schon eine Weile zurück und tragen auch ihren Namen nicht in der Öffentlichkeit. Wer nicht weiß, wo zu suchen ist, kuckt blöde rein. Es war über ihrem intellektuellen Niveau, die wussten nur: Die Linken drehen plötzlich am Rad und müssen aufgehalten werden, egal wie. Die Leute die tatsächlich eine Ahnung hatten, haben nur zugesehen und Preise verteilt. Die Bürger kennen nur die Folgeerscheinungen dieser Ideologie und haben sich krude zur Wehr gesetzt. Was jetzt bestenfalls ein wenig Introspektion bewirken kann, mehr nicht.

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  10. JJäger schreibt:

    Womit die Rechten hier und dort drüben sofort Stimmen abgreifen konnten, ist ihre Ablehnung von political correctness. Damit hat Trump die ersten Stimmen ergattern können. Es war fast das erste was er gesagt hat. Seine Zustimmung schoss sofort in die Höhe. Diese neue PC stammt nicht von der Höflichkeit ab, sondern wird aus einem Selbstbild abgeleitet, in dem Fremdbeschreibungen über das Selbst nahezu unbegrenzte Authorität eingeräumt wird. Sie ist nicht Produkt von Gegenseitigkeit oder einer Tradition von Höflichkeit oder dergleichen, sondern ein intellektuelle Neuschöpfung. Sie gilt praktisch nur als Legitimationssuche für aggressive Handlungen.

    Diesen Text hier hattest du mal zum Thema Mahnkopf gepostet. Er enthält einige Zitate von Butler, die ihr desolates Weltbild relativ gut zur Schau stellen.
    Das lesen die Kids heute an den Unis.

    http://www.alcoff.com/content/afraidid.html

    Da kommt das Individuum kein einziges Mal vor, ja, dem Menschen wird gerade mal Subjektivität zugesprochen, und selbst die:
    “I would rather exist in subordination than not exist.”21 Butler concludes from this that subjectivity itself is thus irretrievably bound up with melancholia.

    Selbsterkenntnis, Persönlichkeitsbildung, Glück, Bedürfnisse? Alles Fremdwörter. Existenz ist schon gleichgesetzt mit Existenzkampf. Fremdbeschreibungen gelten schon als Akte der Gewalt, die niedergeschlagen werden müssen und widerum als Legitimation für Gewalt gelten.
    Der einzige Rechtstitel der hier Geltung hat, ist der des Unterdrückten im Kampf um seine Existenz. Das ist das einzige worum es diesen Leuten geht.

    Daraus wird diese neue PC abgeleitet. Höflichkeit als Existenzkampf? Hier geht es um Alles, also wird auch das Recht eingefordert, alle Mittel zur Selbstverteidigung einsetzen zu dürfen. Wenn Seemann sich also wundert, warum Leute dagegen etwas einzuwenden haben, wenn die Standards, die von diesem Weltbild herrüren auf Widerstand stoßen, dann hat er nicht berückssichtigt, wo diese Standards herkommen und welche Funktion sie haben. Nämlich nicht Sozialen Frieden, Höflichkeit, Sorge, Rücksicht, Nächstenliebe, sondern Legitimation für einen Existenzkampf, den sich diese Leute gegenseitig aufoktroyieren wollen.
    Der Widerstand gegen den PC-Neusprech gilt manchmal also gar nicht dem Inhalt, sondern der Funktion, die in ihrer Praxis deutlich wird.

    Butlers Themen sind alles Dinge, über die ein depressiver Jugendliche schreiben würde, also kein Wunder, dass das gerade bei denen gut ankommt. Davon gibts in den Unis ne Menge. Und dieses Weltbild schlägt sich auch in dem Psychogramm dieser jungen Leute nieder, in ihrer Selbstbeschreibung. Diese Leute haben heutzutage Blogs, und meist auch persönliche und psychische Probleme, die auf diesen Blogs beschreiben. Ich hab mir von denen eine Menge durchgelesen. Die Selbstbeschreibung zeigen nicht ein Quentchen Introspektion, ausschließlich unveränderbare Sachen werden aufgeführt, wie Sexualität, Hautfarbe, Alter und solches Brimborium. Und natürlich Geschichten ihrer persönlichen Unterdrückung.
    Psychische Auffälligkeiten kriegen auch ihre politische Verarbeitung. Borderline, Aspergers, Depressionen, Hänseleien. Diese normalerweise Jugendprobleme werden niemals gelöst werden, sondern als politische Ressource verarbeitet und in dieser Ideologie permanent gemacht. Als Inventar und persönliche Waffenkammer.
    Das waren die ersten Symptome des Racketeerings, das ging vor ca. 10 Jahren los.

    Clemens Nachtmann hat es schön formuliert:

    Die Linke, so Nachtmann „..war das Laboratorium in dem einstweil die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittene neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, in dem sich mittlerweile die Mehrheit spontan wiedererkennt: Also jener Charakter, der nach dem Motto: ‚Ich leide, also bin ich.‘ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich widerfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, also sich quasi nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift, und andererseits als Gegensouverän au Miniature seine private wahnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und zu diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet, oder andere Rackets mit ins Boot holt.“

    Es kann natürlich sein dass dieser Sozialcharakter in der Ideengeschichte noch weiter zurückgegeht, als der Poststrukturalismus, mag ja sein. Ich weiß nicht alles. Aber er manifestiert sich darin in brutaler Klarheit. Clemens Nachtmann geht noch weiter leitet ihn von den Notstandsgesetzen in der Demokratie ab, die dann ins Volk diffundieren und dann ideologisch unterfüttert werden.

    Worum es mir geht: Diesem PC-Sprech, der abgelehnt wird, und der so vielen Leuten Sorge bereitet, ist eindeutig anzusehen, dass er nicht von Höflichkeit oder Gegenseitigkeit abgeleitet werden kann, sondern aus einem Weltbild entspringt, das ausschließlich einem inhaltsleeren Existenzkampf dient und ich für faschistisch halte.

    Und das ist auch jedem offensichtlich, der sich mit den Leuten herumschlagen muss, die das durchsetzen wollen. Die erkennen schnell: Das hat nichts mit Höflichkeit zu tun, hat nichts mit Moral zu tun. Dieser Dreck gehört unterbunden.

    Dazu muss man nicht Butler und Adorno kennen. Ich tu mich auch schwer, ich muss mir den Kram auch erst anarbeiten. Ich bin eigentlich Peak Oiler, kein Ideologiekritiker. Ich hab auch meine Mühen. Ich tu das hier nicht zum Spaß.
    Ich möchte darauf hinweisen, dass es innerhalb der Linken ein handfestes Faschismusproblem gibt, und das die Leute, die davon tangiert werden, zu Verzweiflungstaten neigen. Das treibt Rechtspopulismus. Das alles hätte nicht sein brauchen.
    Ich bin nicht der beste, nicht der erste, der das sagt, Jan-Georg Gerber, Clemens Nachtmann, (Uli Krug vielleicht noch) würde ich anführen, die das auf sehr hohem Niveau machen, manchmal auch über meinem Verständnis.

    (Auch die Teile der Genderstudies, die die Biologie komplett leugnen, also Tabula Rasa Theorien gehen ebenfalls auf diesen Theoriekörper zurück. Auch so ein Aufhänger der Rechten hierzulande. Aber das ist nicht so ausschlaggebend, der Knochen wurde vor Jahren abgenagt.)

    Und klar, natürlich haben die rural whites den Löwenanteil der Wähler ausgemacht, aber die neue „Geisteselite“ der Rechten, die „Alt-Right Bewegung“ hat den Löwenanteil des Medienechos um die Wahl ausgemacht, mit eigener Platform und allem drum und dran, war absolut kritisch für seinen Erfolg. Und die wird auch weiter existieren. Auch eine Sache, die nicht hätte sein bracuhen. Und das war sogar schon die zweite Gegenbewegung gegen den PC- Sprech.
    Und warum? Weil die erste Gegenbewegung „die cultural libertarians“, die ich als liberale Bewegung bezeichnen würde und ich sehr Nahe stand, nicht gelangt hat!

    Dieses psychologische „An-die-Wand-Fahren“ und Entkernen an den Universitäten ist ein Problem dass uns noch lange beschäftigen wird. Da wurde auch schon viel drüber geschrieben.
    http://reason.com/blog/2015/09/11/victimhood-culture-in-america-beyond-dig
    Das sind alles keine Neuigkeiten hier, die ich euch erzähle. Die selbe Kritik wurde schon x-mal gebracht und hat eben keine Wirkung, weil Kritik für ein Fehlen einer Sache nicht einstehen kann.
    In diesem Fall Persönlichkeitsbildung.
    Sie muss trotzdem erwähnt werden, weil sie vor Verklärung schützt und weil sie erklärt, warum Leute sich von der Linken abwerden.

    Denn:

    Man kann von moralischem Konto der Progressiven, Toleranten nur soviel abbuchen, wie man glaubhaft machen kann, Integrität zu besitzen. Sowohl die Racketeers als auch ihre Gegner arbeiten gerade daran, dieses Konto zu überziehen. Am Ende ist ein Scherbenhaufen da. Selbst die guten Elemente der Progressiven, von denen es überwiegend viele gibt (Klimawandel, Mindestlohn, universalistisch denkende Antirassisten, etc), werden, sofern sie sich auf dieses moralische Weltbild beziehen, dem Untergang geweiht. Zumindest in den USA.
    Dieser Ruf, das Pochen auf der moralischen Überlegenheit, ist oft das einzige worauf sie sich berufen. Sie stehen davor, mit in den Abgrund gerissen zu werden.

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  11. JJäger schreibt:

    Ich wollte eigentlich Ruhe geben, aber ganz unerwartet habe ich einen weiteren Vortrag von Clemens Nachtmann gefunden, der auch meine Kritik am Poststrukturalismus (und Butler) affirmiert und auch den qualitativen Unterschied zwischen Faschismus von Links und von Rechts gut beschreibt. (Nämlich dass die polternden rechten Aufgüsse ideologisch betrachtet eher Kleinligisten sind.)
    Es ist definitiv Wert, ganz gehört zu werden, aber die hier betreffenden Stellen gehen ab ca. 1:00:00 los:

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