Video der Woche : KW 02 : Steve Reich: „Music for Mallet Instruments, Voices and Organ“, 1973

Ich bewundere hier vor allem die Leistung der doch recht sauber intonierenden Sängerinnen. Auch die Tontechniker haben hervorragende Arbeit geleistet.

Der Kontrast zwischen Reichs mitunter spröder Musik und den exzessiv eingesetzten und komplett zeittypischen Weichzeichnereffekten (remember David Hamiltons „Zärtliche Cousinen“?) des holländischen Fernsehens hat einen nahezu bizarren Reiz:

Filmplakat zu Hamiltons "Zärtliche Cousinen" aus dem Jahr 1980. Man nannte sowas damals "Erotikfilm." Hauptdarstellerin war die damals definitiv minderjährige Anja Schüte (*1964). Interessant, wie sich die Zeiten ändern: Würde ein derartiger Film heute noch "gehen"?
Filmplakat zu Hamiltons „Zärtliche Cousinen“ aus dem Jahr 1980. Man nannte sowas damals „Erotikfilm.“ Hauptdarstellerin war die damals definitiv minderjährige Anja Schüte (*1964). Interessant, wie sich die Zeiten ändern: Würde ein derartiger Film heute noch „gehen“?

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Video der Woche : KW 02 : Steve Reich: „Music for Mallet Instruments, Voices and Organ“, 1973

7 Gedanken zu “Video der Woche : KW 02 : Steve Reich: „Music for Mallet Instruments, Voices and Organ“, 1973

  1. Das Optische habe ich recht bald ausgelassen.
    Es ist in der Tat ein sprödes Werk und ich habe es aus Interesse dreimal durchgehört.
    Ich frage mich immer, was lässt jemand Interesse für eine bestimmte Musiksparte entwickeln oder gar Feuer fangen? Sind es des öfteren aussermusikalische Einflüsse, die einen hinleiten?! Sicherlich ist das oft so.
    Und was lässt einen dann dran kleben? Weil sie in einem zu resonieren beginnt?

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  2. Volker schreibt:

    Was die Qualität der Musik und der Aufnahme betrifft, schließe ich mich Stefans Urteil in allen Punkten an.

    Zu den Fragen meines Vorkommentators fällt mir ein, dass ich Reichs Musik jedenfalls zu keiner Zeit mit David Hamilton in Verbindung gebracht habe 😉 Das erste Werk von Steve Reich, mit dem mich Stefan damals in Berührung brachte (Ewig Dank dafür mein Freund!!! 🙂 ), und zwar ausschließlich akustisch (an youtube war noch nicht mal in science fiction zu denken) waren die 18 musicians, was sich musikalisch doch ganz erheblich von diesem Stück hier unterscheidet und nach meinem Dafürhalten auch eher fesselt…sofern man freilich überhaupt bereit ist, sich diese Musik anzuhören. Hamilton dagegen, gut, es fiel zeitlich zusammen, also dass ich die Musik hörte und dieser Film im Kino war, ähm, 1980 war ich 13 und da habe ich aus sicherlich nachvollziehbaren Gründen das eine vom anderen strikt getrennt 😉

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  3. @kopfundgestalt: „was lässt jemand Interesse für eine bestimmte Musiksparte entwickeln oder gar Feuer fangen? Sind es des öfteren aussermusikalische Einflüsse, die einen hinleiten?!“ – Interessante Frage, deren Beantwortung teilweise recht einfach und teilweise recht schwierig ist. Hier der einfache Teil: Ja, außermusikalische, besser: soziokulturelle Faktoren, spielen eine gewichtige Rolle. Wer bsp.weise durch die Eltern mit Klassischer Musik aufwuchs, wird später kaum mit ihr „fremdeln“. Und hier der schwierige Teil: Ob derjenige dann später Klassik lieben oder hassen oder ob sie ihm gleichgültig wird, ist damit gerade nicht vorherbestimmt.

    „Und was lässt einen dann dran kleben? Weil sie in einem zu resonieren beginnt?“ – Hier gilt Ähnliches wie für die Beantwortung deiner ersten Frage. Der banale Teil: Wer anders sein will, als der „Mainstream“, wird bsp.weise Independent-Pop hören. Der schwierige Teil: Wer das Kind von Eltern ist, die immer nur Independent-Pop gehört haben, kann gegen diese rebellieren, indem er Klassik hört. In diesem Fall gibt es einen diametralen Widerspruch zwischen der ästhetischen und der soziokulturellen Codierung der Musik, denn Klassik (z. B. Beethoven) ist im 21. Jahrhundert definitv ästhetisch konservative Musik, soziokulturell kann sie in einem reinen Independent-Pop-Soziotop aber durchaus „innovativ“, ja rebellisch bzw. subversiv wirken.

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  4. @Volker: Ich habe Hamilton und Reich natürlich vor allem deswegen hier collagiert, weil es meiner Meinung nach kaum einen krasseren ästhetischen Widerspruch gibt als Reichs strenge, hyper-rationale frühe Minimal music und Hamiltons verkitschte Weichzeichnersoftpornos. Was die Verantwortlichen des holländisches Fernsehens offenbar nicht wirklich störte. Krasses Zeitdokument in diesem Sinn, das Video.

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