«Improvisation für Streichorchester», 2009 (ePlayer-Realisierung 2017)

Soundfonts Vienna Symphonic Library Orchestral Strings (Special* Edition)
Sample Player Vienna Ensemble
Faltungshall Large Factory Amsterdam (F. van Saane)

Kompositionsnotiz

In einem Rutsch durchimprovisiert mit einem Streichersound auf einem Desktop-MIDI-Keyboard. Ziemlich komplette Skizze, die anschließend in aller Ruhe und Sorgfalt für Violinen, Bratschen, Celli und Kontrabässe orchestriert wurde. Wesentliches kam dabei aber nicht mehr dazu. – Ich mag den Gedanken, ein komplett entwickeltes Orchesterstück improvisieren zu können**. So nah wie hier bin ich dieser Idee bisher nicht mehr gekommen. [geschrieben im März 2017]

*

Streicherklänge sind bekanntermaßen (?) aufgrund ihrer Nonlinearität sehr schwierig mithilfe von Samples abzubilden (das extreme Gegenstück dazu ist natürlich der lineare und damit „sample-affine“ Klang eines Klaviers, vom Marimbaphon möchte ich gar nicht erst anfangen…). Selbst die Basis-Edition der VSL schlägt sich in dieser Angelegenheit in meinen Ohren erstaunlich gut – aber selbst Laien dürften an sehr vielen Stellen dieser Realisierung bemerken, dass hier ein ePlayer arbeitet und kein reales Orchester.

Tucmandl bei der Arbeit

Sei’s drum, VSL-CEO Herbert Tucmandl hat bereits 2012 zur Behebung dieser Malaise sein Dimension Strings-Konzept entwickelt, welches im Wesentlichen darauf beruht, wohldosiert spieltechnische Unsauberkeiten in den bisher ausschließlich auf Perfektion getrimmten Samplesound einzubauen. Dadurch ergibt sich ein realistischerer Klang von Streichergruppen, die ja in der Kohlenstoffwelt naturgemäß auch nie komplett synchron agieren. Oder, in Tucmandls eigenen Worten:

With … [this technology] it is possible … to designate one or two „weak“ players in the group and then play the piece freely, without having to worry about sounding authentic. With the automatic Humanize feature, all kinds of nuances and variations are possible while simply playing, which makes the final result sound very lively.

Eigentlich logisch. Wobei „Humanize feature“ natürlich wieder eher gruselig klingt.

Leider fehlt mir für den Erwerb dieses Produkts momentan das Geld. Das Basispaket kostet ca. EUR 600.-. Ein/e MäzenIn wäre hier – und das ist kein Scherz – sehr willkommen.


* „Special“ bedeutet hier „Basisversion“
** … vielleicht, weil ich den Gedanken des Komponierens als winzige Ideenbruchstücke aneinanderreihenden Schreibprozess so gar nicht mag.
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«Improvisation für Streichorchester», 2009 (ePlayer-Realisierung 2017)

Ein Gedanke zu “«Improvisation für Streichorchester», 2009 (ePlayer-Realisierung 2017)

  1. Imposantes Stück!

    Obwohl ich Streichersound gegenüber etwas voreingenommen bin, überzeugt das Resultat hier sehr.

    Ich unterstütze gute Sachen gerne, wie Du weißt. Wenn sich noch andere Kontributoren fänden?!
    (Aber das war ja leider schon bei der LP-Idee einst nicht der Fall.)

    Gefällt mir

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