Werbeblocker für Browser: nächste Runde

Faz.net vom 19. April entnehme ich die freudige Kunde, dass der Bundesgerichtshof Werbeblocker als Browser-Add-On für zulässig erklärt hat. Der Springer-Konzern, der dagegen geklagt hatte, hat erst einmal verloren und will – surprise surprise – die Frage nun verfassungsrechtlich geklärt wissen. Also auf in die nächste, dann aber definitv letzte Runde*.

Bereits im Jahre des Herrn 2012 trieb mich dieses Thema zu einem ausführlichen Weltsicht-Artikel, der hier nachzulesen ist. Den damals in einer für mich ungewöhnlichen Breite referierten Argumenten und Gegenargumenten habe ich auch sechs Jahre später nichts hinzuzufügen.

Auch dieses Blog enthält gelegentlich Werbung, die mein Host Automattic schaltet, ohne dass ich darauf irgendwelchen Einfluss hätte. Dafür kostet mich das Hosting nichts. Das ist der Deal. Es wäre durchaus diskussionswürdig, ob ich diesen Deal hinterginge, wenn ich den NutzerInnen dieses Blogs die Verwendung eines Werbeblockers empfehlen würde.

Und genau deswegen mache ich es hier & jetzt auch nicht.


* Es ist immer wieder faszinierend, was das Bundesverfassungsgericht alles entscheiden muss bzw. wofür man alles bis zur höchsten juristischen Instanz gehen zu müssen glaubt. Ein Zeichen dafür, dass wir in unruhigen Zeiten leben (obwohl sich das im bundesdeutschen Alltag selten bemerkbar macht), in denen Menschen verstärkt danach streben, ihre Weltsicht „letztbegründet“ zu sehen.
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Werbeblocker für Browser: nächste Runde

8 Gedanken zu “Werbeblocker für Browser: nächste Runde

  1. Volker schreibt:

    Meines Erachtens dürften die NutzerInnen dieses Blogs keine Empfehlung benötigen. Was mir allerdings in letzter Zeit mehrfach auffiel, war der mich erheiternde Kontrast zwischen Blogbeitrag und anschließender Werbung, weshalb ich sogar dachte, das sei vom Blogbetreiber so gewollt (leider weiß ich nicht wie ich dergleichen festhalten kann, sonst hätte ich jetzt auch ein Beispiel 😦 ). Nun weiß ich, dass er darauf keinen Einfluss hat, weshalb mich umso mehr interessiert, wer hier nach welchen Kriterien die Werbung schaltet. Schließlich bekomme ich anderswo ja auch die Werbung zielgerichtet, weil irgendwo ein Algorithmus meine Bewegungen im Internet verfolgt und daraus Schlüsse zieht…weshalb ich auch aufmerksam verfolge, wie ich mich am besten vor ungebetener Werbung schützen kann…

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  2. @Volker: Dann ist es ja gut, dass ich das Thema einmal wieder angesprochen habe, denn ich bin vollkommen blind dafür, wie stark werbedurchsetzt die Weltsicht beim ungeschützten Leser / der ungeschützten Leserin ankommt. Offenbar doch ziemlich gespickt. Nun ja, immerhin sorgen die Empfehlungsalgorithmen von Automattic dabei gelegentlich für Erheiterung!

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  3. Warum? Verstehe ich nicht. War eine ernst gemeinte Frage. Meiner Erfahrung nach kostet das Hosting 10-20 Euro im Jahr.
    Für diesen kleinen Betrag kann ein Blog werbefrei betrieben werden.

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  4. @Dennis: Darum geht es nicht. Es geht um die Unterstellung, ich machte mich käuflich, wenn ich mein Blog bei Automattic hosten lasse. Nach dieser Logik wäre dann ja auch jeder Facebook-Nutzer gekauft, denn was dort an Werbung geschaltet wird, entzieht sich ja ebenfalls jeglicher Nutzer-Steuerung. Außer eben, man verwendet Werbeblocker. Dass das O.K. ist, wurde nun höchstrichterlich bestätigt und das hat mich gefreut und auch ein wenig erleichtert.

    Nutzt du eigentlich Google? Falls ja, muss ich dir – nach deiner Logik – ebenfalls unterstellen, käuflich zu sein, denn du lieferst Google mit jeder Suchanfrage Daten zur Werbe-Optimierung.

    Ich halte es für erstrebenswert, das Internet langfristig in öffentlich-rechtliche Infrastruktur zu verwandeln – aber bis dahin müssen wir uns eben mit Google, Facebook und Amazon auseinandersetzen.

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  5. Ich nutze nicht Google, Facebook, Twitter etc. und kann es nicht nachvollziehen, dass Menschen, die deren kostenlose Angebote nutzen, sich wundern, wenn die Firmen eine Gegenleistung erwarten (Werbung, Daten, etc.) In deinem konkreten Fall wäre es ganz einfach und billig Werbung zu vermeiden (mache ich auf meinem Blog auch). Vermutlich würden für dich nicht mal zusätzliche Kosten entstehen, denn du verfügst ja bereits über eigene Domains. Auch jegliche Form von automatisierter Zensur (über die du auch schon berichtet hast) würde so wegfallen. Was hält dich also davon ab dich unabhängig zu machen?

    Kleine Bemerkung am Rande: Werde nicht vom Blogger zum Blocker. Offener Diskurs ist (noch) ein wesentliches Merkmal des offenen und freien Internets. Diskussionsteilnehmer aus deiner Blase zu verbannen, macht deine Argumentation nicht überzeugender.

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  6. @Dennis: Ich halte es für die pragmatischere und weniger welt-abgewandte bzw. isolationistische Lösung, all der Freuden von Google, FB und YouTube teilhaftig zu werden und sich gleichzeitig mit einem Werbeblocker vor unerwünschtem Content zu schützen.

    Auf WordPress.Com bin ich, weil ich nicht so viel Stress mit der technischen Seite des Bloghostings haben und Teil einer Community sein wollte. Das Technik-Argument ist mittlerweile obsolet, da ich heute mehr weiß und kann in diesem Bereich. Ob mir die WordPress.Com-Community die „richtigen“ LeserInnen gebracht hat, kann ich nur vermuten. Gerhard, wie hast du die Weltsicht entdeckt?

    Und was meine Androhung, betrifft, dich zu blocken: Basis eines offenen Diskurses ist gegenseitiger Respekt. Dazu gehört nicht, dem anderen ohne Not Käuflichkeit zu unterstellen. Eine solche Ungezogenheit musste sanktioniert werden.

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