Wenn schon GEZ, dann MediathekView

Ein Screenshot der aktuellen Version von MediathekView unter Windows 8.1.

Schon seit vielen Jahren nutze ich mit großem Gewinn MediathekView, eine kostenlose Software, die ein recht frei konfigurierbares und dabei herrlich nüchternes Interface zu sämtlichen Mediatheken öffentlich-rechtlicher deutscher Fernsehsender bietet.

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber mit den offiziellen Homepages von arte, 3sat & Co. kam ich noch nie zurecht: Zu verwirrend, zu laut, zu chaotisch etc. Außerdem werden natürlich immer die Sachen gefeaturet, die mich am wenigsten interessieren. MediathekView ist nichts anderes als ein Spezial-Browser, dessen Filter sich – unter Verwendung einer ausgeklügelten Mischung aus Blacklists und Whitelists – so einrichten lassen, dass nur die aktuell in öffentlich-rechtlichen TV-Mediatheken verfügbaren Sendungen angezeigt werden, die einen wirklich interessieren. Die Software greift dabei – unter Umgehung der Sender-Homepages – direkt auf die Video-Dateien zu, die auf den Servern der Anstalten bzw. ihrer Dienstleister liegen. Das klingt einfacher, als es ist, da das Server-Management der öffentlich-rechtlichen Anstalten ein byzantinisches Labyrinth von URLs darstellt. Ich sehe das an den ständig wechselnden Ursprungs-Adressen heruntergeladener Video-Dateien.

Niemand kann mir vorschreiben, auf welche Weise ich das öffentlich-rechtliche TV-Angebot nutze. Die extrem aufwendig programmierten, für meinen Geschmack aber reichlich dysfunktionalen Sender-Homepages verstehe ich lediglich als Interface-Angebot, zu dem ich aber auch „Nein, danke!“ sagen kann. Die „Internetisierung“ des öffentlich-rechtlichen Fernsehens gibt mir eine Filtersouveränität, die vorher so nicht existierte: Gute Sache!

Das von mir von Herzen verabscheute erzwungene Ansehen irritierender Trailer bzw. Programmhinweise ganz kurz von Beginn eines Spielfilms gehört so natürlich der Vergangenheit an. Und legal ist das Ganze auch, denn schließlich zahle ich monatlich meinen Obulus an die GEZ.

Speziell arte zeigt immer wieder sehenswerte Arthouse-Spielfilme und -Dokumentationen, etwa von (repräsentative Auswahl der letzten Monate) Oskar Roehler, Wim Wenders, Konrad Wolf, Nicholas Roeg, Claude Lanzmann, Abel Ferrara, Margarethe von Trotta, Ruben Östlund oder Claude Chabrol, die aber bei aller Brillanz oft derartig schwer verdaulich sind, dass ich sie meist nicht „einfach mal so“ anschauen kann – „Hej, heute Abend läuft ‚Shoah‘, das zieh ich mir doch einfach mal rein!“ -, also zeichne ich die Filme via MediathekView auf.

Der richtige Zeitpunkt zum Ansehen findet sich erfahrungsgemäß irgendwann immer.

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2 Kommentare zu „Wenn schon GEZ, dann MediathekView

  1. Das klingt recht gut.
    Ich nutze ja TV-Programme nicht mehr – im Grunde seit 20 Jahren.
    Vielleicht lässt sich das Angebot (für mich !) filtern und sinnvoll nutzen. Ich bin (für mich!) sehr skeptisch.
    In der ARD gab es in den Neunzigern den besonderen Film, montagsabends denke ich.
    Mein VHS-Verhalten war so, daß ich in den Neunzigern Dokus in den 3ten Programmen, ARTE ect eine Woche vor Sendung manuell aus einer TV-Zeitung filterte und dann aufnahm (zuletzt etwa 2 Dokus pro Woche!). Mit Gewinn. Einer meiner ersten Kunstaufzeichnungen war im übrigen eine Doku über Hans Hartung, der gerade in Bonn gezeigt wird.

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