Schwarzenberg (Erzgebirge), 2018

3 Kommentare zu „Schwarzenberg (Erzgebirge), 2018

  1. @Volker: Dein freundlicher Kommentar hat mich zu folgender ästhetischer Reflexion veranlasst, die nicht direkt auf diesen bezogen ist und auf die ich auch keine Antwort von dir erwarte, sie ist mehr für mich selbst geschrieben:

    Ich fotografiere die Dinge ja nicht, weil sie schön, sondern weil sie bemerkenswert sind. Fotos schöner Dinge gibt es ja genug. Mehr als genug. Zuviele. Vielzuviele. Etc. Dennoch kommen mir meine Fotos sehr oft schön vor und werden auch so wahrgenommen. Aber das ist nur ein Nebeneffekt dessen, was ich ästhetisch ausdrücken will.

    Andererseits weigere ich mich ich, exakt und ein für allemal zu definieren, was ich unter „bemerkenswert“ denn eigentlich genau verstehe. Nicht, weil ich nicht wüsste, was ich wollte, sondern weil ich keinem quantifizierbaren Ismus anheimfallen bzw. stilistisch sofort identifizierbar sein will.

    Leider habe ich diese Strategie in den letzten zwei Jahren nicht mehr so streng verfolgt, so dass ich leider eine gewisse Verfestigung bzw. Erstarrung meiner fotografischen Ausdrucksmöglichkeiten feststellen muss. Also wird es höchste Zeit, diesen temporarily fixed style, dieses zum Etwas Geronnene wieder zu verlassen.

    Das ist aber sauschwer und ziemlich blöde, weil die Arbeit natürlich viel leichter von der Hand geht, wenn man erst mal einen style entwickelt hat. Andererseits spürt man aber auch, dass die Ausdruckswerte immer kleiner werden, je versierter man produziert, das innere Beteiligtsein nimmt ab, das Routinegefühl zu. Irgendwann ist dann alles nur noch Methode bzw. Handwerk.

    Das Fatale ist, dass gerade dies, routinierte Handwerklichkeit ohne große innere Beteiligung der Macherin, vielen Menschen an Artefakten so gefällt, denn außer ihre Handwerklichkeit zu bewundern, wollen sie ohnehin nicht sonderlich viel von ihnen.

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  2. „Irgendwann ist dann alles nur noch Methode bzw. Handwerk“. Das ist so.
    Man sollte sich daher ab und an erneuern.
    Was den Leuten gefällt, das ist das Versierte. Das Ungeschliffene erst mal weniger, denn „was will ich damit“? Es passt auf keinen Kamin.
    Das Rauhe und Ungeschliffene kann auch zur Attitüde werden – gemein ist das!
    Deshalb verfallen welche aufs Ungeschliffene, Ungestüme mit ästhetisierendem Kern.

    Als kreativ Schaffender möchte man gerne Bestätigung – man muß daher etwas präsentieren, was zugänglich ist. Sozusagen die Hand reichen.

    Soweit erst einmal…

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