Narzissmus, Schuldgefühle und chronische Depressivität

Depressionen werden im populärpsychologischen Diskurs ja eher selten mit Narzissmus, also übersteigerter Eigenliebe, zusammengebracht. Der argentinische Psychoanalytiker Hugo Bleichmar tut das im folgenden Vortrag aus dem Jahr 2011 jedoch sehr ausführlich und überzeugend, wie ich finde.

Folgende Aussagen fand ich dabei besonders prägnant. Es handelt sich um meine eigenen Zusammenfassungen von Bleichmars Gedanken, die aber so nah wie möglich am Wortlaut des Originals bleiben:

D e p r e s s i o n  is a painful state of longing fed by aggressivity, guilt, narcissistic disorder, depressive parents, deficit ego resources, paranoid anxiety, unfavourable life events like abuse and loss or chronic illness.

G u i l t  is an unconscious automatic defense strategy to keep idealization of significant others and to placate internal persecution. Narcissistic guilt means feeeling bad about oneself for not living up to superego’s standards of goodness: „I am a bad person.“ Denial and projection are used to get rid of this feeling. Object-oriented guilt is the preoccupation with the well-being of others: „I am hurting the other.“ There will be attempts to repair the (real or imaginary) damage.

Bleichmar ist leider kein guter Rhetor, also bitte an den brillianten Content halten und sich von der öden Präsentation nicht täuschen lassen. Einleitung und Frageteil des Vortrags habe ich herausgeschnitten, so dass das Video – hier angeklickt – nur noch eine gute Dreiviertelstunde dauert:

Wer sich für eine naturwissenschaftliche Erklärung der Depression, vorgetragen von einem brillianten Rhetor, interessiert, wird hier fündig.

Werbeanzeigen

Kommentieren:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s