Lektüretagebuch: „Gegen die Welt“ (Brandt 2011)

Jan Brandt, Schriftsteller
Wen meine unreinen Gedanken während des Lesens von Jan Brandts Roman „Gegen die Welt“ interessieren, der wird in meinem Lektüretagebuch unter den Einträgen vom 28. und 29. Mai fündig, wo ich Brandts Schreiben auch mit der Arbeit von Norbert Niemann, einem alten Favoriten von mir, vergleiche. – An dieser Stelle ganz besonders lieben Dank an Gerhard Brenner, der mir „Gegen die Welt“ einst als Dank für das Lektorat seines Buchs „Lebensgeschichte(n) entdecken und bewahren“ (2013) schenkte.

 

6 Kommentare zu „Lektüretagebuch: „Gegen die Welt“ (Brandt 2011)

  1. Auch den neuesten eintrag gelesen.
    Mir scheint, dass der folgende eintrag sehr mit dir zu tun hat:
    „Sie hat nämlich Angst davor, eine andere, lediglich zufällig anwesende Person, spürbar zu verletzen. Die Entdeckung dieser falschen Eindrücke ruft in ihr jedesmal ein Zittern hervor, als wäre sie gerade einer Falle entronnen, in die sie vielleicht hätte stürzen können und die sie unter sich begraben hätte.“

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  2. Bei mir die Angst vor überschießenden Emotionen, nicht so sehr die Angst vor Missverständnissen. Wobei letzteres, also das Missverstehen, in der Kommunikation eigentlich ständig abläuft. Ein mir lieber Autor sprach immer von verstehtrance.

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  3. Was ist basales gegenseitiges Verstehen ?
    Wenn jemand fragt: Bist du traurig? Und man sagt ja , was hiesse das? Traurigsein kann ja viele Gesichter / Ursachen haben, etwa eine unterliegende Wut, die nicht gespürt werden darf und kann.

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  4. @k&g: Unter „basalem Verstehen“ verstehe (!) ich die Tatsache, dass wir über eine gemeinsame Sprache verfügen. Das impliziert ein hinreichend gemeinsames Verständnis grammatischer Regeln sowie hinreichendes Einverständnis über die Bedeutung von Worten (Semantik). Diese ganz erstaunliche Tatsache ermöglicht mir auch, dich nach deiner Traurigkeit zu befragen. Sie ermöglicht es mir aber nicht, deine Traurigkeit zu empfinden. Sie ermöglicht es mir sogar, mir vorzustellen, wie du dich daran erinnerst, eine Wut zu empfinden, die aber nicht gespürt werden darf. Die Qualität deiner Wut wird mir aber auf ewig verschlossen bleiben, denn es ist nun mal deine Wut. Sprache macht den Abgrund zwischen uns Monaden gleichzeitig permanent sicht-, wie unsichtbar. Irre.

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