«Tetraktys (Thema)», 2019

Die Pythagoreer bezeichneten die Gesamtheit der Zahlen 1, 2, 3 und 4, deren Summe 10 ergibt, als „Tetraktys“ und haben dies mit Zählsteinen, die in der Form eines gleichseitigen Dreiecks übereinander angeordnet wurden, veranschaulicht. Auch die Zahlenverhältnisse der musikalischen Intervalle Oktave (2:1), Quinte (3:2) und Quarte, (4:3) sahen sie in dieser Form angemessen visualisiert. Laut Wikipedia war die Tetraktys für die antiken Philosophen nichts Geringeres als „der Schlüssel zum Verständnis der Weltharmonie.“ Oha. Grafik: Blogbetreiber.


Spektrogramm der Komposition, erstellt mit Sonic Visualiser

Klänge Tetra (Verklagekasper), CompuRhythm CR-78 (Roland)
Verarbeitung Cubase
Faltungshall Anchorage Tunnel

Kompositionsnotiz

Der Name des verwendeten Softsynths „Tetra“ (= 4) veranlasste mich zu einer Internetsuche nach Begriffen, die „Tetra“ enthalten. So stieß ich auf die pythagoreeische Tetraktys. Die erste Fassung dieser Komposition stammt bereits aus dem Jahr 2010.

Der Softsynth „Tetra“ wurde 2007 von Verklagekasper geschrieben. Nicht nur seine Klänge, auch die grafische Gestaltung und das überaus exzentrische Pseudonym seines Autors fanden mein Gefallen.

Die dezenten rimshot-Klänge stammen aus einer Sample-Bibliothek der anbetungswürdigen Rhythmusbox CompuRhythm CR-78, die von Roland in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrtausends gebaut wurde.

Bei der Controller-Automatisierung hab ich’s dann komplett übertrieben (Hyperfokus!). Nicht alle diese sorgsam aufgezeichneten Parameterbewegungen erzeugen hörbare Klang-Entwicklungen:

Die 19 (!) parallel modulierenden Controller von «Tetraktys (Thema)». Ich wollte es wirklich wissen. Die Komposition ist trotzdem in Ordnung, vielleicht gerade, weil man diesen Aufwand nicht wahrnimmt? Screenshot aus Cubase SE.
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5 Kommentare zu „«Tetraktys (Thema)», 2019

  1. „Verklagekasper“ – scheint ein Kollege von mir zu sein. Jedenfalls gefällt’s – fünf Sterne von mir! 🙂

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  2. Ich hab jetzt nicht mitgezählt wie oft ich es schon gehört habe, aber jedes Mal ist es wie ein neues Klangerlebnis und fällt mir etwas anderes auf. Erinnerte es mich anfangs an den frühen Philip Glass, und zwar die „music in 12 parts“ hörte ich jetzt gerade Kirchenglocken läuten….
    Ich bin noch nicht müde….

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