Empfindsame Ultrarechte

Wenn zwei komplett voneinander unabhängige Quellen zur gleichen Zeit das nämliche soziokulturelle Phänomen entdecken und beschreiben, werde ich immer hellhörig.

Sowohl eine linke US-amerikanische Internetplattform (Beleg 1) als auch ein deutscher Kulturwissenschaftler (Beleg 2) haben festgestellt, dass das vielbelächelte, angeblich total linke Desiderat nach einem Safe Space, also einem geschützten Raum für marginalisierte Menschengruppen, durchaus auch von total rechten Meinungsmachern vehement vorgebracht wird.

Beleg 1 Ben Shapiro kann seine heißgeliebte Sport-Illu nicht mehr ertragen, seit sie Bilder von transsexuellen AthletInnen gezeigt hat, was right wing media hatewatcher Sam Seder mehrfach „What a baby!“ ausrufen lässt 1 :

Beleg 2 Die Selbstdarstellung der Identitären Bewegung in den Sozialen Medien nüchtern ikonografisch analysierend, kommt Wolfgang Ullrich zu folgendem Schluss:

[Man] könnte … auch davon sprechen, dass das einzige Ziel der extremen Rechten in der Verwirklichung eines Safe Space, eines geschützten Raumes besteht. Üblicherweise fordern Minderheiten diesen Raum, um nicht länger Opfer von … Diskriminierung zu sein. Doch die Bildwelten der Rechten verraten, dass sie von viel mehr getriggert, gestört, verunsichert sind als irgendjemand sonst.

Wolfang Ullrich: „Symmetriezwang und Differenzangst“, in: Fotogeschichte 154/2019, S. 46. Steht auch als PDF auf Ullrichs Homepage.


 

1 Hintergrundinfo: Shapiro ist Jude. Seder auch.

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