Steve Reich „Pulse“ (2015)

Das permutierende Stimmengeflecht von „Pulse“ atmet große Frische und Neugier, vor allem durch die sich scheinbar stets ein Stück weiter vorantastende Harmonik1. Die Instrumentierung lässt die Instrumente miteinander verschmelzen, ohne langweilig zu werden – besonders hervorzuheben der delikate Einsatz des sonst nur in Rock, Pop oder Jazz verwendeten E-Basses, der hier wie für Reichs Kunstmusik gemacht zu sein scheint.

„Pulse“ ist das entspannteste, aber dabei kein bisschen dröge Werk Reichs, das ich all die Jahre gehört habe. Die Musik muss sich und der Welt nichts beweisen, sie entfaltet sich in der Zeit und ist. Laut offiziellem Werkverzeichnis, Stand vorgestern, ist „Pulse“ Reichs bisher vor-letztes Werk. Er war zum Zeitpunkt der Komposition 79 Jahre alt.


  1. … , die aber, wie ich nach mehrmaligem Hören festgestellt habe, dann doch „nur“ einen vorher definierten harmonischen Raum durchpflügt. Sie ist also nicht progressiv im narrativen Sinn, sondern eben permutativ. 

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