Gedanken zu Drum and Bass 3 von 5: Ikonographie

Die Janusköpfigkeit bzw. Spektralität des Genres spiegelt sich in seiner Ikonographie wieder. Ziemlich genau die Hälfte der einschlägigen Drum and Bass-Labels gibt (bzw. gab) sich ein eher freundliches, liberales, weltoffenes und letztlich hedonistisches Image (Label-Logos 2 und 4 oben), welches anschlussfähig zu oder zumindest kompatibel mit von Haus aus homophilen Nachbar-Genres wie etwa Techno oder House zu sein scheint.

Die andere Hälfte hingegen, also die Logos 1 und 3, kommt eher muckibudenhaft und entschossen düster, jedenfalls aber viril daher und schätzt daher vermutlich den in pausenloser Selbst-Optimierung selbst zugefügten Schmerz höher als das laue Vergnügen. Von Homophilie kann hier keine Rede sein. Dass es in der Drum und Bass-Szene allerdings offene Homophobie gibt, ist mir nicht bekannt.

Dieser Track ist definitiv auf der düster-entschlossen-virilen Seite des Drum and Bass-Spektrums einzuordnen.

Das Schillernde der Drum and Bass-Ikonographie scheint mir kein Zufall zu sein und auch kein Indiz von mangelndem Gestaltungswillen. Vielmehr drückt sich hier auch im Visuellen die innere Widersprüchlichkeit der Szene und ihrer AkteurInnen aus: Einerseits will man ernst, fokussiert, wehrhaft und „jenseitig“ erscheinen wie die Angehörigen der Nachbartribes Gothic oder Metal, andererseits aber gleichzeitig heiter, verspielt, offen und „diesseitig“ wie die Anhänger von House und Techno.

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