아버지 „Tomorrow“ (2016)

Minimalistischer Vaporwave aus Korea. „Tomorrow“ ist keine Sekunde zu lang, was bei über 11 Minuten Laufzeit gar nicht so einfach ist. Die latent obszöne wie depressive Künstlichkeit dieser noch sehr jungen Ästhetik, die mit „Sehnsucht nach Substanz angesichts kapitalistischer Entfremdung bis in die Knochen“ mal provisorisch umrissen sei, wurde hier sehr eindringlich umgesetzt.

Die opernhafte Vibrato-Stimme ab ca. Minute 3 lässt mich an das lachhafte Pathos der stalinistischen Erbmonarchie Nordkoreas denken, aber das ist natürlich nur der Fall, weil ich weiß, dass 아버지 Koreaner ist.

Ab 3ʹ50ʺ gewinnt die Musik durch eine weitere Oberstimme dann überraschend ganz ironiefreien Ernst. Ab Minute 7 kommen pulsierende Mallet-ähnliche Klänge wie aus Reichs „Music for 18 Musicians“ dazu. Der abrupte Schluss ist kein Unfall, sondern Stilmittel. Ich habe es überprüft: Auch andere Tracks von 아버지 enden so.

9 Kommentare zu „아버지 „Tomorrow“ (2016)

  1. Die opernhafte Vibrato-Stimme ab ca. Minute 3 (DREI)

    „Der abrupte Schluss ist kein Unfall, sondern Stilmittel.“ Da ist er nicht der erste, wie Du sicher weisst. (Wer bin ich denn…).
    Insgesamt herzlichen Dank!

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