Wie demokratisch war die Ukraine eigentlich vor dem Krieg?

Der international renommierte ungarische Geisteswissenschaftler (und ehemalige Politiker) Bálint Magyar schätzt die politische Verfasstheit der Ukraine für das Jahr 2019 als patronal democracy ein, wobei sich patronal getrost als „mafiös“ übersetzen lässt. Doch stand das Land damit immer noch besser da als das EU-Mitglied Ungarn, das tief in der mafiös-autokratischen Ecke vor sich hindümpelte:

B. Magyar / B. Madlovics: „The Anatomy of Post-Communist Regimes. A Conceptual Framework“, Budapest / New York 2020 (S. 15). Für größere Darstellung auf das Bild klicken.

Ich finde dieses Koordinatensystem äußerst erhellend und faszinierend, da es bsp.weise den Unterschied zwischen polnischen (conservative autocracy) und ungarischen (patronal autocracy) Zuständen auf einen Blick zumindest grob veranschaulicht. Um exakt zu verstehen, wovon die Autoren sprechen, muss man dann aber natürlich schon ihr Buch lesen. Und das hat leider einschüchternde 840 Seiten, ist dafür aber hier kostenlos herunterzuladen.

Ich vermute jetzt mal ganz stark, Magyar gehört genau zu den Leuten, die Orbán so dringend aus dem Land haben will, zumal Magyars Uni 1991 von George Soros mitbegründet wurde.

Ergänzung Im Corruption Perceptions Index von Transparency International steht die Ukraine derzeit auf einem deprimierenden Platz 122 von 180 untersuchten Ländern weltweit (Stand 2021), damit aber immer noch 14 Plätze vor: – Russland. Zum Vergleich: Deutschland liegt auf Platz 10.

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