David Foster Nass (4 von 4): Schöner wohnen (flickr 2016-01-16)


Defätismus? Gesellschaftskritik? Melancholie? Anklage? Fatalismus?

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David Foster Nass (1 von 4): Just curious (flickr 2009-06-08)

Natürlich fällt einem zu dieser Arbeit als erstes René Magritte ein. Nass ist einer jener Digitalfotografen, bei denen mir egal ist, wie viel da gephotoshoppt wurde: Der fotografische „Realismus“ scheint mir bei diesem Künstler der Bildidee stets untergeordnet zu sein. Man könnte auch von Gehaltsästhetik sprechen. In diesem Sinn sind Fosters Arbeiten pseudo-realistisch oder sogar – im technischen, also nicht abwertend gemeinten Sinn – Pseudo-Fotografie.

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Konzeptmusik, Konzeptkunst – was ist das eigentlich?

Ein zusammenhängende Theorie des „Konzeptuellen“ in Bildender Kunst und Musik* ist mir nicht bekannt, obwohl die große Zeit der Conceptual art doch schon über ein halbes Jahrhundert zurückliegt. Im folgenden Vortrag, den er am 25. November diesen Jahres in Düsseldorf hielt, versucht Harry Lehmann, gründlich und nüchtern wie immer, diese Lücke zu schließen. Er kommt zu dem Ergebnis, dass ein „Isomorphismus von Konzept und Perzept“ das konstitutive Element konzeptueller Ästhetik sei. Das klingt – wie so oft bei Lehmann – trügerisch einfach, ist aber, wie sich bald herausstellt, das Ergebnis sehr weitgehender und scharfsinniger Reflexionen und Analysen.

Es lohnt sich für jede, die an zeitgenössischer Ästhetik interessiert ist, diesem Vortrag zu lauschen, denn dass unsere ästhetische Gegenwart auch eine „postkonzeptuelle“ (Peter Osborne) ist, dürfte klar sein:


Mein Stück Zwangsgedanke für Selbstspielklavier aus dem Jahr 2016 ist bei den Musikbeispielen dabei, was eine große Ehre bedeutet, vielen Dank dafür, Harry, das hat mich sehr berührt! Hier ist die Passage, in dem es um „Zwangsgedanke“ geht (Dauer unter 2 Minuten):


* Was ist eigentlich mit dem Konzeptuellen in der Literatur? Ich denke da immer an die Texte der Wiener Gruppe, aber gibt’s nicht noch mehr?