Der Fotograf Andreas Rost (*1966)

Das Geburtsjahr habe ich eigens erwähnt, weil es auch das meine ist, allerdings nicht der Ort: Weimar. Und damit ergibt sich auch schon die Differenz. Das folgende Podcast-Porträt (ja, es gibt tatsächlich einen Podcast über Fotografie und er funktioniert sehr gut!) von Andreas Rost wurde am 28. März diesen Jahres publiziert:

#089 »Mich interessiert der poetische Umgang mit der Wahrheit.« Fotografie Neu Denken. Der Podcast.

Es folgen drei, wie ich finde, ikonische Bilder von Rost aus dem Jahr 1990. Die Bildtitel sind von mir.

Junger Mann: „Also der wär‘ noch zu haben! Sie müssen sich allerdings schnell entscheiden.“ – Mittelalter Mann (produziert stumm sehr viel Speichel).
The New Cool (Marlboro)
Wegelagerer vor dem Palast (DSU)

Die Arbeiten stammen von der Homepage des Künstlers und spiegeln exakt meine ambivalenten Gefühle angesichts der Wiedervereinigung damals wieder. Die unverhohlene Gier vieler Ossis war mir alles andere als sympathisch, aber gleichzeitig fühlte ich mich schuldig für diese Abneigung, denn wer war ich, diesen nicht nur konsumtechnisch ausgehungerten Menschen neue Erfahrungen zu mißgönnen? – Nun, ich kann nicht sagen, dass sich an dieser Ambivalenz nach all den Jahren etwas geändert hat. Und das ist doch einigermaßen bemerkenswert.

Einiges zu CD Friedrich und seiner Zeit

Schönes Beispiel, wie man historische Kunst kenntnisreich kontextualisieren kann, ohne sie lediglich als Zeitphänomen zu dekonstruieren. Der Untertitel mit der akademischen Floskel „im Spannungsfeld von“ und dem gruselig wirkenden Begriff „Geschmacksgeschichte“ schreckt gleich maximal ab, wird dann aber von der Verständlichkeit und Lebendigkeit vor allem der Ausführungen von einmal mehr Wolfgang Ullrich Lügen gestraft.

Die Ausstellung im Museum der bildenden Künste Leipzig lief vom 9. Oktober 2021 bis 9. Januar 2022. Das zugehörige Gespräch wurde am 7. November 2021 aufgenommen.

Perspektive

Mal was außer der Reihe: Es ist immer wieder frappierend, festzustellen, wie gut man bereits in der Früh-Renaisssance – also noch im Mittelalter, denn die Neuzeit beginnt ja erst mit der „Entdeckung“ Amerikas 1492 – perspektivisch zu malen in der Lage war. Domenico Veneziano, der um 1461 starb, produzierte bsp.weise Folgendes:

Domenico Veneziano: „Miracolo di san Zanobi“ [Ausschnitt, Originalgröße der gesamten Arbeit 28×32 cm]