Tom Browne „Funkin‘ for Jamaica (N.Y.)“ (1981)

Und hier das Original zum japanischen Remix von gestern: weniger Raffinesse, aber viel mehr Spaß. Die fantastische Sängerin und Co-Komponistin heißt Tonni Smith (laut Browne stammen sowohl Melodie als auch Text von ihr), leider verstarb sie im Januar diesen Jahres. „Jamaica“ steht übrigens nicht für die Karibik-Insel, sondern die neighbourhood innerhalb des New Yorker Stadtviertels Queens, in der Browne aufwuchs. Und Donald Trump übrigens auch. Also – wie so oft in einer Großstadt – mischen sich auch hier Licht & Schatten auf kleinstem Raum.

Das Video ist übrigens teilweise ein Fake, denn der Keyboarder ist definitiv nicht Dave Grusin, wie in den Liner Notes angegeben und der Bassist ist auch nicht Marcus Miller. Außerdem höre ich im Bläsersatz nur Trompeten, aber keine Posaune und auch kein Saxofon. Nur Browne und Smith sind „echt“. Meine Theorie: Die haben den fertigen Song mit irgendwelchen Dudes aus der Neighourhood nachgestellt, nachdem die vermutlich damals schon superteuren und superbeschäftigten Studiomusiker Grusin & Miller längst nicht mehr zur Verfügung standen. Kackdreist, aber in der Umsetzung dann auch wieder charmant.

Shinichi Osawa „Funkin‘ for Jamaica“ (1999)

Ein Klassiker der Black Music aus den 1980ern, bearbeitet von afroamerikanophilen Japaner:innen (Towa Tei soll auch mitgemischt haben) Ende des letzten Jahrtausends, reich glasiert mit Streichquartett, welches ab ca. 6’25“ gar ein „Solo“ beiträgt: großartig! Und das fluffige Klavier ab ca. 4’10“ kann ich sehr oft hintereinander hören.