Greif über Popmusik als Gefühlsspeicher

… [this] section of the book* … tries to ask … why it is that certain veins of popular music — post-punk, hip-hop — have managed to keep alive for people genuinely important feelings, emotions, memories, which you just can’t utter elsewhere in the general culture. But it has done so, often, on the basis of forms which, precisely because they are forms of youth or because the lyrics are kind of stupid in the nature of great lyrics, or because they only fully function when you’re hearing the music at the same time, can’t really be brought out into the light of everyday public discourse.

Daniel Cohen Interview with Mark Greif (The White Review 2017-04)

Mark Greif?


Greif über Popmusik als Gefühlsspeicher

Guter Techno von Joy Orbison 1 von 3: „Ladywell“ (2010)

Die nächsten drei Sonntage gibt’s hier Techno von einem bieder wirkenden weißen jungen Briten namens Peter O’Grady, der seit 2009 unter dem nom de guerre Joy Orbison oder auch Joy O publiziert.

Mr. O’Grady bei der Arbeit.

Orbisons Arbeiten haben alles, was ich von einem guten Techno*-Track erwarte: Intelligenten musikalischen Reduktionismus (der sich leicht und selbstverständlich anhören muss und gerade deshalb nicht leicht zu komponieren ist**), hypnotische Qualität, musikalischen Witz und das Gefühl, der / die Macher nimmt zwar seine Musik, nicht aber sich selbst überaus ernst.


Joy Orbison?


* bzw. Dubstep / Jungle / House / Drum & Bass …
** Als Faustregel kann gelten: Wenn man den Eindruck hat, bei einem Track könne noch irgend etwas weggelassen werden, wurde er vom Komponisten nicht gründlich genug durchdacht. Hat man hingegen den Eindruck, auch der nanokürzeste Sample sitzt da, wo er hingehört, um substanzielle Arbeit zu verrichten, d. h. zur Gesamtarchitektur des Stücks beizutragen, ist der Track gelungen. Bei Gradys Sachen habe ich – und das ist selten – durchgehend den zweiten Eindruck, chapeau!
Guter Techno von Joy Orbison 1 von 3: „Ladywell“ (2010)

Eine weitere Visualisierung der «Spitzen Steine», diesmal als Video


Visualisierungs-Software: MusicGraph 1.0 (Paul Nelson 2002)
Visuelle Nachbearbeitung: GIMP 2.8.18
Animations-Software: PhotoFilmStrip 3.0.2 (Jens Göpfert 2017)

Eine mit MusicGraph farblich und strukturell angereicherte Piano-Roll-Grafik meines Klavierstücks wurde unter GIMP um den Faktor 6 in die Breite skaliert und mit dem Algorithmus „Warp“, den man als Schmierfilter bezeichnen könnte, verfremdet. Anschließend wurde die Datei unter Verwendung des Ken-Burns-Effekts mit PhotoFilmStrip animiert. Das Video ist so angelegt, dass man das musikalische Geschehen stets mitverfolgen kann.

Die farbigen Linien des Videos generiert MusicGraph automatisch auf Basis von Intervallverhältnissen, die es entdeckt. Die Farben sind frei konfigurierbar und ich habe mich für folgende entschieden: Rot bedeutet, dass eine kleine Sekunde im Spiel ist, Grün bezeichnet eine große und Blau eine kleine Terz. Alle anderen Intervalle bleiben weiß, also sozusagen unfarbig, Einzeltöne erscheinen schwarz.

Ich bin mit dieser Arbeit deshalb so besonders zufrieden, weil sie die kalte Genauigkeit einer digitalen mit der warmen Expressivität einer analogen Visualisierung vereint, ohne dabei jedoch in’s Lauwarme zu münden.

Der Vollständigkeit halber hier das gesamte, dem Video zugrundeliegende Partiturderivat auf einen Blick:


Mehr zur verwendeten ePlayer-Realisierung der Komposition hier.

Es gibt noch zwei weitere, komplett andersartige Video-Visualisierungen der „Spitzen Steine“, die eine ist ästhetisch komplett digital, die andere ein Hybrid aus digitalen und analogen Elementen.


Stefan Hetzel visualisiert seine Musik: alle Videos

Eine weitere Visualisierung der «Spitzen Steine», diesmal als Video