„Wer schreit, hat Recht. Über Polemik“ (Kreidler 2016)

http://www.kreidler-net.de/theorie/kreidler__ueber_polemik.pdf

Schöner kleiner, an Hegel (!) geschulter Essay des Berliner Komponisten, der vielen Fragen zum Thema „Polemik im ästhetischen Diskurs“ zeitlos auf den Grund zu gehen versucht. Zum auch mich hier in der Weltsicht stets umtreibenden Problem von „subjektivierter“ und „objektivierter“ Darstellung der eigenen Arbeit heißt es dort:

Man kann wohl nicht vollkommen transparent, offen, nackig sein. […] Insofern leben wir in der bewegten und bewegenden Welt der … Ausbuchtung, was eigentlich ins Innere ginge …

Dem kann ich nur zustimmen, solange eine derartige Ausbuchtung nicht die Grenze zum Justiziablen überschreitet, denn dann könnte sie tatsächlich ihr Gegenteil, nämlich Einbuchtung, zur Folge haben.

„Wer schreit, hat Recht. Über Polemik“ (Kreidler 2016)

Farewell to Geri Allen 2 of 3: „Dark Prince“ (Allen)


Ein 5/4-Groove, ein kurzes thematisches Motiv, Modalität, kein Harmoniewechsel in Sicht, aber stets neue Harmonisierungen, kein Basssolo, kein Schlagzeugsolo, nur knapp neun Minuten Pianoimprov, die die Spannung hält. Ganz allmählich erlaubt sich Geri immer kühnere Extrovertiertheiten, ohne jemals aus der Bahn zu fliegen. Thank you, sophisticated lady.

Farewell to Geri Allen 2 of 3: „Dark Prince“ (Allen)