Ein neues Orchesterstück entsteht

Screenshot-Collage von meinem Desktop. Die Shots entstanden zwischen dem 21. September und dem 3. Noevember 2018. Mit Klick aufs Bild öffnet sich die Originalgröße-Version, ein 6.400 x 3.600 Pixel großes Bild, auf dem alle Details messerscharf erkennbar sind. [Nerd-Info: Komprimiert als PNG mit Level 6, Dateigröße: erstaunliche 2,71 MB].

Alle meine Orchesterstücke sind so entstanden*. Hier ist das erste davon, es heißt „2003“ und wurde auch in diesem Jahr fabriziert**. Viel Vergnügen!


* Nicht im Bild: Der Blogbetreiber am Desktop-MIDI-Keyboard, das Basismaterial improvisierend. Wer auch dies sehen will, hat hier Gelegenheit dazu.
** Ich sage lieber „fabriziert“ als „komponiert“, weil diese Arbeit kaum noch etwas mit dem traditionellen Komponistenhandwerk zu tun hat. Der Begriff soll das Technoide dieser digitalen Arbeitsweise hervorheben und gleichzeitig ironisieren.
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Ein neues Orchesterstück entsteht

Wie man einbettet, so linkt man

Das erste Bild, das DuckDuckGo für den Suchbegriff „Bett“ anzeigt, farblich verändert

YouTube-Videos oder eine Audiodatei von archive.org in ein WordPress.com-Blog einzubinden, sollte simpel sein, ist es aber nicht. Deswegen habe ich meine gesammelten Einbettungserfahrungen der letzten Jahre mal ein einem Word-Dokument zusammengefasst, das man hier herunterladen kann. Weiterhin habe ich eine neue Weltsicht-Seite eingerichtet, auf der alles ausführlich erklärt wird.

Viel Erfolg beim Einbetten wünscht

Der Blogbetreiber

Wie man einbettet, so linkt man

Tschüss, Google! – Hallo, DDG!

Seit ein paar Wochen ist meine Standard-Suchmaschine DuckDuckGo (DDG), Google wird nur noch in Ausnahmefällen benutzt. Geht wunderbar, ich vermisse nichts. Schön auch, dass sich das Layout der Suchseite von DDG ein wenig individualisieren lässt. Entsprechend meinen minimalisistischen Prinzipien sieht meine grade so aus:

DuckDuckGo sucht „Ludwig Wittgenstein“

Nach allem, was ich in Erfahrung bringen konnte, ist DDG eine der Suchmaschinen, die am wenigsten Daten über ihre NutzerInnen sammelt (siehe den entspr. Artikel in der Wikipedia).

Jetzt brauchen wir nur noch eine Alternative zu Facebook, YouTube und noch ein paar Sachen und die Welt ist wieder in Ordnung.

Tschüss, Google! – Hallo, DDG!

Das Web 1.0 lebt!

Kennt noch jemand das Web 1.0? Es bestand ausschließlich aus mehr oder minder handgestrickten Hypertext Markup Language (HTML)-Webseiten (für mich zumindest). Und für’s User-Feedback bot der Provider eine „Gästeseite“ an. Ja, richtig, eine Kommentarmöglichkeit für die ganze Homepage.

Als jüngst einmal ein Update meines Werkverzeichnisses anstand, das ich weiterhin auf meiner Web 1.0-mäßigen Homepage stefanhetzel.de führe, dachte ich mir: Ich muss den jungen Leuten jetzt doch mal zeigen, wie man Internetseiten gemacht hat, bevor es Content-Management-Systeme (CMS) wie WordPress, Typo3 oder Joomla! gab.

Im Prinzip geht das so:

SCREENSHOT 1 – Homepagebau im Web 1.0-Stil

Im Zentrum steht ein Text-Editor, hier PSPad (linke Bildschirmhälfte im Hintergrund), in den man seinen Content eingibt und lokal als HTML-Datei abspeichert. Der Editor ist via File Transfer Protocol mit dem Web-Server des Providers verbunden (Spalte ganz links). Ist man mit der Eingabe fertig, lädt man die HTML-Datei auf den Server und sie steht online, fertig. Will man später etwas ändern, lädt man eine lokale Kopie der Datei auf seine Festplatte runter, macht die gewünschten Änderungen und lädt die neue Version wieder hoch, dabei die alte überschreibend.

Der HTML-Quelltext meines Werkverzeichnisses beginnt so:

SCREENSHOT 2 – HTML-Quelltext unter PSPad

Ca. 80% dieses Ausschnitts besteht aus Anweisungen, die für den Internetnutzer unsichtbar bleiben. Die ersten zwei Zeilen bezeichnen den Dokumenttyp, die Deklarationen im Header-Bereich die verwendete Version von HTML Tidy (wird gleich erklärt), den Zeichensatz des Dokuments (hier: „Latin-1, westeuropäisch“), den Herausgeber der Seite und das eingebundene Style Sheet (wird auch gleich erklärt).

Auch wenn es hier nicht so aussieht: Im Grunde sind HTML-Quelltexte für Normalsterbliche gut lesbar. Im body-Bereich der Datei kann der Anteil unsichtbarer Text-Anteile schon mal auf unter 20% sinken.

Das für den Laien immer wieder Irritierende ist, dass es für „das Internet“ egal ist, ob ein Quelltext relativ human aussieht wie oben – oder z. B. so:

SCREENSHOT 3 – Dieselbe Datei wie oben, aber „komprimiert“, d. h. ohne menschenfreundliches Layout.

Für die Algorithmen, die den Quelltext online interpretieren, sind beide Darstellungsformen gleichwertig, denn sie haben keine Augen.

Es ist also entscheidend für die Lesbarkeit von HTML-Quelltext, wie er dargestellt wird. Dabei helfen die im Screenshot 2 gut erkennbaren diversen Absatz-Einrückungen. Kurz gesagt: Je tiefer die Einrückung, desto tiefer steht die entsprechende Zeile in der aktuelllen Text-Hierarchie. Haben zwei Zeilen die gleiche Einrückungstiefe, gehören sie auch derselben HIerarchiestufe an.

Ein Tool namens HTML Tidy hilft, bei all dem Kuddelmuddel nicht die Übersicht zu verlieren. Man kann den Quelltext „irgendwie“ eingeben, filtert ihn anschließend mit HTML Tidy und bekommt dann obenstehende Struktur. Macht man einen HTML-Fehler, wird der von Tidy ebenfalls erkannt und entweder automatisch korrigiert oder man wird zur manuellen Korrektur aufgefordert. Das gilt allerdings nicht für Rechtschreibfehler.

Auf Dauer ist das Seitenbauen mit einem Text-Editor dennoch recht ermüdend. Um dieser Malaise abzuhelfen, wurden WYSIWYG*-Editoren erfunden, die sich vor den Text-Editor blenden lassen. KompoZer ist ein solcher (siehe grün gerandetes Fenster im Screenshot 1) und hier werden alle für die spätere Nutzerin unsichtbaren Anweisungen ausgeblendet. Die Arbeit mit einem WYSIWYG-Editor kommt der mit einem CMS schon recht nahe. Man kann auch längere Texte wie in Word „einfach so“ eingeben und formatieren, ohne an irgendwelchen technischen Kram denken zu müssen. KompoZer übersetzt das dann automatisch in gültiges HTML.

*

Mit HTML lassen sich zwar komplette Webseiten erstellen, aber gestalten lassen sie sich damit nur sehr beschränkt. Deswegen wurde ein weiteres Tool erfunden: die Cascading Style Sheets (CSS), die festlegen, wie Inhalte dargestellt werden. Dabei lassen sich beliebig viele HTML-Seiten mithilfe einer CSS-Datei einheitlich gestalten, man muss nur im Header korrekt auf sie verweisen. Im Screenshot 2 geschieht das durch die Zeile

 <link href="css/shcomp.css" type="text/css" rel="stylesheet">

Und so sieht shcomp.css aus (Ausschnitt):

SCREENSHOT 4 – Ein typisches Cascading Style Sheet (Ausschnitt)

Die ersten vier Zeilen sagen hier bsp.weise: Verwende für alle Elemente die Schriftart „Trebuchet MS“ bzw. eine serifenlose Schriftart und richte sie im Blocksatz aus. – CSS-Dateien sind wesentlich abstrakter als HTML-Dateien, auch mag es kontraintuitiv sein, grafische Gestaltungsanweisungen als Text zu formulieren. Und dennoch ist das Prinzip kein Hexenwerk. Am besten, man beschränkt sich auf die Basics und übernimmt komplexere Lösungen en bloc aus den entsprechenden Online-Tutorials. Mir hat SELFHTML immer weitergeholfen.

*

Der Vorteil des Web 1.0 war seine komplette Unabhängigkeit von kommerziellen Plattformen (abgesehen natürlich vom Provider, der aber normalerweise keine Werbung schaltete). Sämtliche Software-Tools ließen sich kostenlos aus dem Netz beziehen, ebenso das Know-how. Man wusste exakt, was man tat und wie es umgesetzt wurde: schließlich hatte man das System selber aufgesetzt.

Der Nachteil war der geringere Vernetzungsgrad: Man wurde nicht so leicht gefunden, denn man betrieb ja sozusagen ein Standalone-Unternehmen. Aber ist das im Web 2.0, das um mehrere Größenordnungen gewaltiger ist als sein Vorgänger aus den Neunziger- und frühen Nullerjahren, wirklich besser?

Sei’s drum, für mich bleibt die handgestrickte, werbefreie Homepage der Inbegriff einer Form publizistischer Freiheit, wie sie das WorldWideWeb erstmalig ermöglichte.

Danke, Tim Berners-Lee!


* What You See Is What You Get
Das Web 1.0 lebt!

Wenn schon GEZ, dann MediathekView

Ein Screenshot der aktuellen Version von MediathekView unter Windows 8.1.

Schon seit vielen Jahren nutze ich mit großem Gewinn MediathekView, eine kostenlose Software, die ein recht frei konfigurierbares und dabei herrlich nüchternes Interface zu sämtlichen Mediatheken öffentlich-rechtlicher deutscher Fernsehsender bietet.

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber mit den offiziellen Homepages von arte, 3sat & Co. kam ich noch nie zurecht: Zu verwirrend, zu laut, zu chaotisch etc. Außerdem werden natürlich immer die Sachen gefeaturet, die mich am wenigsten interessieren. MediathekView ist nichts anderes als ein Spezial-Browser, dessen Filter* sich so einrichten lassen, dass nur die aktuell in öffentlich-rechtlichen TV-Mediatheken verfügbaren Sendungen angezeigt werden, die einen wirklich interessieren. Die Software greift dabei – unter Umgehung der Sender-Homepages – direkt** auf die Video-Dateien zu, die auf den Servern der Anstalten liegen.

Niemand kann mir vorschreiben, auf welche Weise ich das öffentlich-rechtliche TV-Angebot nutze. Die extrem aufwendig programmierten, für meinen Geschmack aber reichlich dysfunktionalen Sender-Homepages verstehe ich lediglich als Interface-Angebot, zu dem ich aber auch „Nein, danke!“ sagen kann. Die „Internetisierung“ des öffentlich-rechtlichen Fernsehens gibt mir eine Filtersouveränität, die vorher so nicht existierte: Gute Sache!

Das von mir von Herzen verabscheute erzwungene Ansehen irritierender Trailer bzw. Programmhinweise ganz kurz von Beginn eines Spielfilms gehört so natürlich der Vergangenheit an. Und legal ist das Ganze auch, denn schließlich zahle ich monatlich meinen Obulus an die GEZ.

Speziell arte zeigt immer wieder sehenswerte Arthouse-Spielfilme und -Dokumentationen, etwa von Oskar Roehler, Wim Wenders, Konrad Wolf, Nicholas Roeg, Claude Lanzmann, Abel Ferrara, Margarethe von Trotta, Ruben Östlund oder Claude Chabrol***, die aber bei aller Brillanz oft derartig schwer verdaulich sind, dass ich sie meist nicht „einfach mal so“ anschauen kann – „Hej, heute Abend läuft ‚Shoah‘, das zieh ich mir doch einfach mal rein!“ -, also zeichne ich die Filme via MediathekView auf.

Der richtige Zeitpunkt zum Ansehen findet sich erfahrungsgemäß irgendwann immer.


* Nerd-Info: Unter Verwendung einer ausgeklügelten Mischung aus Blacklists und Whitelists.
** Das klingt einfacher, als es vermutlich ist, da das Server-Management der öffentlich-rechtlichen Anstalten vermutlich ein byzantinisches Labyrinth von URLs darstellt. Ich sehe das an den ständig wechselnden Ursprungs-Adressen heruntergeladener Video-Dateien.
*** Eine repräsentative Auswahl der letzten Monate.
Wenn schon GEZ, dann MediathekView

Vier Browser-Erweiterungen, die wirklich was bringen

Moderne Webbrowser können alles. Wirklich? Nun, irgendwie doch nicht, warum wäre ansonsten allerorten soviel von Plug-ins für selbige die Rede, die deren Funktionalität entscheidend erweiterten? – Nun, es gibt tatsächlich genau vier Browser-Plug-Ins, die ich permanent nutze und die sich nachhaltig als substanzielle Bereicherung meiner Internetnutzerexistenz erwiesen haben.*

Von dem einen oder anderen dieser vier war hier in der Weltsicht mitunter schon mal die Rede, doch noch nie gab’s eine Zusammenschau. Aber jetzt. Here we go:

  1. Google Übersetzer (translate.google.com)
    Sagenhaft leistungsstark, v. a., wenn man längere Passagen zur Übersetzung eingibt.
  2. uBlock Origin (Raymond Hill)
    Der beste mir bekannte Werbeblocker, siehe auch diesen Weltsicht-Artikel, der die juristische Seite der Werbeblocker-Thematik beleuchtet.
  3. Slick RSS (Joshua Deltener)
    Ein Feedreader, siehe auch diesen Weltsicht-Artikel, der zwar einen anderen Feedreader abhandelt, aber Basiswissen zur RSS-Technologie liefert.
  4. Reader View (yokris.dev)
    Generiert ablenkungsarme Ansichten von Texten

Reader View habe ich erst vor Kurzem entdeckt. Ich lese gerne feuilletonistische oder populärwissenschaftliche Artikel im Netz, die auch mal länger sein können. UBlock Origin filtert aus diesen zwar schon mal nervige Werbeinserts heraus, aber auf Typo und Layout der Texte hatte ich bisher keinen Einfluss. Reader View ändert das. Ein kleines Vorher-nachher-Beispiel von literaturkritik.de:

Eine typische Rezension auf literaturkritik.de unter Google Chrome.
Dieselbe Seite nach Aktivierung der Chrome-Erweiterung „Reader View“. Auch schwerstbetroffene ADHS’ler finden hier ums Verrecken keine Ablenkung vom Haupttext mehr. Außer natürlich, man vertreibt sich die Zeit mit dem Bedienfeld links, mit dem sich Schriftart, Schriftgröße und Farbschema des zu Lesenden endlos variieren lassen. Ich spreche da aus Erfahrung.

Ein weiteres herausragendes Feature von Reader View ist die Möglichkeit, den Text in seiner lesefreundlichen Form als HTML-Datei lokal abzuspeichern. So ist er jederzeit zugänglich, auch wenn man gerade mal nicht online sein will. Oder man überspielt ihn gleich auf den eBook-Reader – wo lange Texte ja sowieso „eigentlich“ hingehören.

Alle vier Erweiterungen sind kostenlos im Chrome Web Store herunterzuladen.


* Getestet mit Chrome 67.0.3396.99 Official Build 32-bit unter Windows 8.1
Vier Browser-Erweiterungen, die wirklich was bringen