Michael Seemann über Vernetzung und Moral

So hat sich die Auffassung etabliert, das Nichtnutzen von [Internet-]Diensten sei ein ethisches Distinktionsmerkmal so wie „bio“ kaufen. Dass sie [damit] sich und ihren Freunden schaden und jedem, der mit ihnen in Kontakt kommen will, wird schulterzuckend hingenommen, weil Individualismus, (Daten-)Souveränität und (informationelle) Selbstbestimmung als ungleich höhere Werte gelten. Es ist ein bisschen so wie mit dem Brexit.[…] Ein Vorteil, den jemand anderes hat, ist automatisch mein Nachteil. Dass der gemeinsame Wirtschaftsraum mit gemeinsamen Regeln, der die EU ausmacht, allen daran Teilnehmenden Vorteile bringt, geht nicht wirklich zusammen mit einer individualistischen Logik.

Michael Seemann: „Geburtstagseinladungen, Brexit und die positive Filtersouveränität“, Blog-Artikel vom 13. Juli 2016

Michael Seemann über Vernetzung und Moral

Die Filterblase als Ursprung und Grenze der Welt(sicht)

Der von der Weltsicht seit Jahr & Tag geschätzte soziologisch informierte (Luhmann-Schule) Web-Entrepreneur Christoph Kappes wartet in diesem Text mit einer überraschenden Beobachtung auf, die ich von meinem alltäglichen Internet-Nutzungsverhalten her nur bestätigen kann:

Stabiler und instruktiver Inhalt findet sich häufig in der Wikipedia, die in den ersten Tagen eines Ereignisses halbwegs neutral und gesichert guten Überblick bietet. Ich jedenfalls beobachte bei mir, dass ich ein aktuelles Thema bei Wikipedia nachlese […].

Gut, ich recherchiere zwar meist eher zu nicht tagesaktuellen Themen aus Philosophie, Musik und Naturwissenschaft, aber dennoch erscheint mir das Informationsangebot der bekanntermaßen durch vielerlei Checks and Balances regulierten Online-Enzyklopädie oft alternativlos.

Damit hätte sich das, was wir Journalismus zu nennen gewohnt waren, erübrigt, obwohl es, so Kappes, „keinen Anhaltspunkt“ gibt, „dass Journalisten dümmer oder schlechter geworden wären.“ Faszinierend.

Ich spreche hier in erster Linie von der sich selbst gerne als „Qualitätsjournalismus“ bezeichnenden Arbeit der Print-Journalisten von ZEIT, WELT, SÜDDEUTSCHER und FAZ, in der es nicht um Tagesaktualität und Schnelligkeit geht, sondern um die Analyse von Kontextualitäten (früher auch „Aufdecken von Hintergründen“ genannt). Seit vielen Jahren lese ich keines der oben genannten vier führenden deutschen „Intelligenzblätter“ mehr (die WELT habe ich allerdings nie regelmäßig gelesen) und deren Online-Angebot nutze ich auch nicht. Dennoch habe ich nicht den Eindruck, seitdem „schlechter informiert“ zu sein über die Dinge, die mich wirklich interessieren. In die Bresche gesprungen sind Facebook (bzw. meine hochgradig personalisierte Variante davon), meine ebenso hochgradig personalisierte Variante der Blogosphäre und einige wenige, handverlesene Podcasts – ja, und eben die Wikipedia. [Ergänzung 2016-07-11: „sowie YouTube und Vimeo“]

Die „Tagesschau“ sah und sehe ich täglich, benutze sie aber als reinen Newsfeed, d. h. sobald kommentiert wird, drehe ich den Ton ab (kein Scherz). Der Neutralität bzw. Objektivität dieses Feeds bringe ich weiterhin Vertrauen entgegen. Nicht nur, weil ich an das Prinzip „öffentlich-rechtlich“ glaube, sondern weil ich feststelle, dass sich all meine Meinungsfeeds stets weiter auf diesen Primärfeed beziehen. Taucht in meinen Meinungsfeeds einmal ein Thema auf, dass die Tagesschau nicht kennt, werde ich sofort misstrauisch. Es gilt aber auch das Umgekehrte.

So versuche ich – auf evtl. etwas unterkomplexe, dafür aber praktikable (d. h. zeitlich nicht allzu übergriffige) Art – ein eigenes kleines System von Checks and Balances in meine tägliche Informationsdiät einzubauen und am Laufen zu halten.

„Siehst du, auch du lebst nur in einer Filterblase!“, höre ich populistische Ignoranten und Provinzialisten jetzt triumphieren – aber DAS IST NICHT DER PUNKT. Zu keiner Zeit hat irgendein Mensch jemals komplett außerhalb irgendwelcher Filterblasen gelebt. Dieses Feeling bleibt Gott* vorbehalten – falls es ihn gibt**

Um so wichtiger, sich über Entwurf, Konstruktion und Instandhaltung dieser Blase gehörig den Kopf zu zerbrechen (evtl. ist das sogar wichtiger als das Kopfzerbrechen über den Content, also die Probleme selbst).

Auch das Projekt Wikipedia hat evtl. seine besten Tage schon hinter sich, wird aber – da bin ich optimistisch – rechtzeitig durch etwas anderes (das wir uns heute technisch noch gar nicht vorstellen können) abgelöst werden.

Kurz gesagt: Ohne Filterblase keine „Welt“, sie ist sowohl ihr Ursprung als auch ihre Grenze***.


* Gottesdefinition für das 21. Jahrhundert: Als Gott bezeichnen wir eine Entität, die zur Gewinnnung von Information nicht auf die Konstruktion von Filterblasen angewiesen ist.
**  Als glücklicher Agnostiker verfüge ich bekanntermaßen (?) über das sichere Wissen, die Existenz Gottes weder beweisen noch widerlegen zu können.
*** „Grenze“ steht hier für die naturgemäß endlichen kognitiven Kapazitäten des Einzelnen, nicht für „Beschränktheit“. Ich plädiere hier nicht für diese neumodische Art von „Ignoranz mit gutem Gewissen, weil ja sowieso alles viel zu komplex ist“, ganz im Gegenteil.

 

Hat dir dieser Text gefallen? Dann gib mir doch auch etwas zu lesen.
Am besten von meinem Wunschzettel.
Die Filterblase als Ursprung und Grenze der Welt(sicht)

Systemtheorie und Künstliche Intelligenz

Dirk Baecker, einer der bekanntesten Schüler Niklas Luhmanns, schlägt in einem aktuellen Interview deutlich fatalistische Töne an, was das zukünftige Verhältnis von systemtheoretisch informierter und Künstlicher Intelligenz angeht:

Die nächste Organisationsberatung besteht aus Therapeuten, die uns darüber beruhigen, dass die Computer schon wissen werden, was sie tun.

aus Dirk Baecker: Organisationsberatung 4.0, Blog-Artikel vom 13. Mai 2016

Besonders bemerkenswert erscheint mir dabei, dass Baecker diese Bemerkung auf seinem eigenen Blog The Catjects Project nachreichte, gehört sie doch zu dem Teil des erwähnten Interviews, der es „nicht mehr auf Gerhard Krejcis Blog schaffte“ (Baecker). Wenn sich der Interviewte nun die Mühe macht, diese – aus welchem Grund auch immer – bereits hinauseditierte Passage selbst zu publizieren, muss es sich wohl um mehr als eine flapsige Bemerkung handeln.

Aber was will uns Baecker damit eigentlich sagen? Etwa, dass auch Soziologen der Luhmann-Schule nun allmählich gezwungen sind, von gestaltender Erklärung zur bloßen „Bildschirmrückseitenberatung“ (G. Dueck 2010) überzugehen?

Update 2016-06-16T12:14 Eben sehe ich, dass Dirk Baecker URL und Titel des Artikels noch mal geändert hat. Er heißt jetzt Die Organisation im Wandel, a never ending story. Die von mir oben zitierte Passage steht jetzt in einem eigenen PDF, zu dem vom Artikel aus verlinkt wird.

Systemtheorie und Künstliche Intelligenz

algorithmwatch.org

Ein wichtiges Thema der vergangenen re:publica, für das sich aber nach meinem Empfinden zu wenige wirklich interessieren (Argument: „zu speziell“): Wer kontrolliert eigentlich, wie Algorithmen gebaut werden?

Dass Algorithmen „wichtig“ sind für die nächste Gesellschaft (D. Baecker), hat sich zwar mittlerweile als Erkenntnis durchgesetzt – in Deutschland natürlich wie gewohnt begleitet von Horrorvision apokalyptischer Ausmaße, zumindest im Mainstream-Feuilleton – , die logische Folge allerdings noch nicht:

Struktur und Konstruktion von Algorithmen werden mehr und mehr zum Politikum und deshalb zu einer Angelegenheit von öffentlichem Interesse, über die geredet werden und evtl. nicht mehr allein privatwirtschaftlich entschieden werden sollte.

Prof. Dr. Zweig, die nicht wirkt, als ob sie sich von irgendjemandem die Butter vom Brot nehmen lassen würde, hat dies messerscharf erkannt und die Plattform algorithmwatch.org gegründet, auf die ich hiermit nachdrücklich hingewiesen haben will.

Es geht dabei nicht darum, die Struktur von bestimmten Algorithmen fachlich zu verstehen – dazu sind tatsächlich nur Experten in der Lage – sondern sich um die soziokulturellen Folgen dieser Struktur Gedanken zu machen.

Schließlich hatten die meisten Atomkraftgegner der 1970er Jahre auch nicht den Wissensstand von Niels Bohr – was sie aber nicht daran hinderte, kräftig auf die Kacke zu hauen.

algorithmwatch.org

Von der Alternativlosigkeit des Ad-Blockings

Einer muss sie ja machen, die Drecksarbeit. CCC-Boss Rieger hat sich mit Thorsten Schröder zusammengetan und es einfach erledigt. Die beiden erklären und belegen detailliert, warum die Verwendung eines Werbeblockers derzeit ein Gebot der Vernunft ist.

Definitiv nicht spannend, aber lehrreich und in den technischen Details – speziell für den nicht-technikaffinen Internetnutzer – streckenweise erschreckend.

Full disclosure: Ich verwende derzeit uBlock Origin für Chrome, vorher jahrelang AdBlock und ganz früher Proxomitron.

Von der Alternativlosigkeit des Ad-Blockings

Artificial Intelligence reloaded

Lee SedolDie Anzeichen mehren sich, dass das gute alte, zwischendurch bereits totgesagte Menschheitsprojekt „Künstliche Intelligenz“ (Artificial Intelligence bzw. AI) gerade eine Renaissance erfährt. Nicht ganz unschuldig daran ist das Programm AlphaGo, das vor Kurzem Lee Sedol, einen der weltweit führenden Go-Spieler, schlagen konnte. Details des offenbar hochdramatischen Matches nebst einigen optimistischen Reflexionen zur gemeinsamen Zukunft von Mensch und Maschine hat Cade Metz hier in einem sehr lesenswerten Artikel für wired.com aufgeschrieben. AlphaGos Triumph, so Demis Hassabis, der Kopf hinter dem Programm, sei mindestens so bedeutsam wie der Erfolg von IBMs Schachautomat Deep Blue gegen Garri Kasparow in den 1990er Jahren. Schaut man sich Hassabis‘ brillante, kurzweilige und – verblüffenderweise – verständliche Präsentation seiner aktuellen Projekte an, ist man doch stark geneigt, ihm da einfach mal zuzustimmen.

Hier die Kurzfassung …

… und hier die sehr lohnenswerte, ebenfalls gut verständliche Langfassung desselben Vortrags:

Googles Deep Dream Generator (DDG), mit dem ich vor einigen Tagen hier mal rumgespielt habe, gehört auch zu Hassabis‘ Projekt. Ich halte den DDG für eine ausgesprochen gelungene Art und Weise, auch interessierten Laien anschaulich zu machen, was Künstliche Intelligenz derzeit kann – und was nicht. Hier wird nicht doziert oder belehrt, stattdessen kann jedermann beliebige Grafikdateien (also z. B. auch eigene Fotografien) selber in den DDG einspeisen. Dieser modifiziert diesen Input recht rasch nach eigenem Gutdünken und gibt die mitunter verblüffenden Ergebnisse anschließend dem Benutzer zurück.

Abschweifung: The Style Morpher Experience

Auf ganz ähnliche Art arbeite ich als Komponist schon seit ca. 10. Jahren mit vorgefundenen Algorithmen. Ich stellte beispielsweise dem Programm Style Morpher „Fragen“, indem ich ihm MIDI-Dateien von Klavierstücken Igor Strawinskys und Erik Satie „vorlegte“. Style Morpher spuckte anschließend unzählige Varianten dieses Inputs aus, die ich dann einer kritischen Beurteilung unterzog: Hatte die algorithmisch generierte Variante den Input „verbessert“ oder nicht? Kurz gesagt: Der Output war fast immer Müll. Aber manchmal war dann doch etwas dabei, was mich faszinierte – und gleichzeitig befremdete. Der Algorithmus hatte die Musik Strawinskys bzw. Saties auf eine Art und Weise „deformiert“, auf die ein Mensch nie und nimmer gekommen wäre (und ein „Komponist“ gleich gar nicht).

Fairerweise muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass Style Morpher zur Permutation sehr einfachen, liedhaften musikalischen Inputs konzipiert wurde. Aber genau das hat mich gereizt! Man kann zwar an ein paar Parametern herumschrauben, letztlich lässt sich der Output aber nur sehr grob beeinflussen. Dennoch erkennt man sofort, dass die Programmierer den Ehrgeiz hatten, in Style Morpher so etwas wie eine musikalische Mustererkennung zu implementieren, die bsp.weise „Melodie“ von „Begleitung“ unterscheiden kann, denn was das Programm ausspuckt ist definitiv nicht zufällig, sondern – wenn auch teilweise auf sehr einfache Weise – eine Variante des Inputs. Was passiert wohl, wenn ich diese Black Box systematisch mit komplexer Musik der Klassischen Moderne „überfordere“? Nun, letztlich war ich recht zufrieden mit dem Ergebnis*.

Anschließend erklärte ich diese maschinengenerierte Deformation fremder Einbildungskraft zu meiner Komposition, damit ganz in der Tradition der Konzeptkunst stehend (was mir damals allerdings nicht bewusst war). Eine neue Variante der von mir so geschätzten „digitalen Bastardmusik“ entstand, ein hybrides Werk, dessen Autorschaft ich kackdreist beanspruchte, ohne auch nur eine Note davon im herkömmlichen Sinn komponiert zu haben (Nebenbemerkung: Erst, wenn einer AI-Entität einmal Menschenrechte zugesprochen werden sollten, würde ich sie als Co-Autor angeben und meine Tantiemen mit ihr teilen. Andererseits – wozu braucht ein Roboter eigentlich Geld?).**

Es gibt jedoch einen Haken: Wie bei aller echten Konzeptkunst lässt sich diese Versuchsanordnung zwar beliebig wiederholen, aber dabei kommt nichts prinzipiell Neues mehr heraus. Das Ding ist „durch“. In diesem Sinn bleibt Komponieren so anspruchsvoll und anstrengend wie eh und je und wird durch die Einbeziehung von Algorithmen in keinster Weise „leichter“, außer, man begnügt sich damit, ein einmal gefundenes Produktionsverfahren ad nauseam wiederzukäuen. Es soll ja KünstlerInnen geben, die so arbeiten, solange sich damit Kohle machen lässt.

*

Bezogen auf die Begegnung Lee Sedols mit AlphaGo beschreibt Metz in seinem wired.com-Artikel die allmählich entstehende „Beziehung“ zwischen Mensch und Maschine so:

Just these few matches with AlphaGo, … [Sedol, S.H.] told …, have opened his eyes. This isn’t human versus machine. It’s human and machine. […] The machine that defeated him had also helped him find the way.

aiboGenau so sollte man sein Verhältnis zu allen „intelligenten“ Maschinen definieren. Wir (Menschen) sind sozusagen zum spielerischen Umgang mit den uns jetzt immer häufiger begegnenden Automaten verurteilt, eine andere Kommunikationsform wird nicht möglich sein. „Spielerisch“ heißt hier auch: Ich kann das Ding ruhig kaputtmachen, es überfordern, umbauen, zerlegen – denn es ist nun mal ein Ding, auch wenn es z. B. aussieht wie ein, na ja, Hund (Remember „Aibo„?). Es scheint aber leider einen unausrottbaren Zug im Menschen zu geben, alles, was er nicht versteht, zu anthropomorphisieren, d. h., einer Black Box unzulässigerweise (über-)menschliche bzw. magische Eigenschaften zuzuschreiben. Bei einem Auto oder einem Atari ST erkennt jeder sofort die Schrulligkeit dieses Verhaltens, welches ja letztlich in einer Art von primitivem Ghost in the Machine-Denken wurzelt . Bei den kommenden, tatsächlich halbwegs „intelligenten“ Übersetzungsprogrammen, Fußballspielkommentarautomaten oder auch „mitdenkenden“ Kühlschränken werden allerdings vermutlich sehr viel mehr Menschen, auch die nicht ganz dummen, ins Grübeln kommen: „Woher hat er das jetzt schon wieder gewusst? Das gibt’s doch gar nicht! Ist das Ding am Ende schlauer als ich? Will es etwas von mir?“ – HAL 9000 lässt grüßen.

Man sieht schon: Aufklärung tut Not, denn wir werden in den nächsten 10 – 15 Jahren eine breite gesellschaftliche Debatte zu diesem Thema bekommen. Allerdings (und das prophezeie ich jetzt einfach mal) unter Überschriften wie: „Durch Automat ersetzt: Prominenter Sportjournalist begeht Selbstmord!“ [BILD, BZ, …] bzw. „Besiegelt die neue industrielle Revolution den endgültigen Untergang des Abendlandes?“ [FAZ, SÜDDEUTSCHE, ZEIT, …] oder auch „Welche Jobs von der Roboter-Revolution nicht betroffen sind: Sichern Sie die Zukunft Ihrer Kinder durch die Wahl der richtigen Ausbildung!“ [FOCUS, …].

HAL9000Die Gewerkschaften, die SPD, der Arbeitnehmerflügel der CDU sowie die Linkspartei und der technologiefremdelnde Teil der Grünen werden sich dann wie immer auf die „Seite der Menschen“ stellen und das unschlagbare Arbeitsplatz-Argument verwenden, die Arbeitgeberverbände, der Wirtschaftsflügel der CDU, die FDP und der technologiefreundliche Teil der Grünen werden auf der „Seite der Roboter“ stehen, ihre ebenfalls unschlagbare Argumentation wird ungefähr so gehen: „Automatisierung ist alternativlos, weil sie die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland erhält.“ Die AfD wird Monat für Monat ganz sachlich per Münzwurf entscheiden, welchem der beiden Lager sie angehören möchte. Ironie der Geschichte: Die einzige Partei, die bereits eine mir einleuchtende Lösung*** für das Problem des raschen Wegfalls sehr vieler qualifizierter Arbeitsplätze durch Automatisierung hat, sind die Piraten – doch die befinden sich aufgrund fortgesetzter innerer Querelen seit 3 Jahren im steilen Niedergang und werden, sollte sich der Trend fortsetzen, in Kürze ganz von der politischen Landkarte verschwunden sein.


* Die Sätze 2 und 3 meiner „4 Movements for Player Piano (2005 – 2008)“ sind so entstanden.
** In meinem 3 Jahre alten Manifest „Wer komponiert, ist ein Idiot“ habe ich mir zu diesem Themenkomplex schon mal ein paar Gedanken gemacht. Das Ganze gibt’s auch als Video-Essay. Weiterhin verweise ich auf mein Dramolett „Interaktivität 2.0 – Künstliche Intelligenz und musikalische Komposition“ aus dem Jahr 2012 (Urfassung 1998). Auch aus diesem habe ich, selbstverständlich zum Großteil mit algorithmischen Methoden, Video-Essays fabriziert.
*** Es handelt sich um die Idee eines bedingungslosen Grundeindkommens (BGE).

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