LEKTÜRETAGEBUCH

Hier kann die geneigte Leserin nachverfolgen, welche Bücher ich gerade lese & wie ich sie fand (sehr kurzes Statement, Buchrezensionen erscheinen weiterhin im Blog.). Es wird nur meine (auch teilweise) Lektüre von Büchern in gedruckter oder digitaler Form protokolliert, nicht aber von Artikeln oder gar Texten in Sozialen Medien. Weiterhin handelt es sich hier um ein Sudelbuch, also Notizen, die fragmentarisch, unausgereift oder schlampig sein können, also bitte nicht alles auf die Goldwaage legen!

2017-09-16

Roehlers Selbstverfickung hat mich – mit einigen wenigen Einschränkungen – rundum begeistert. Der Text ist aus lässig-männlicher Perspektive geschrieben, besitzt mehr als ausreichend Selbstironie, beschäftigt sich tatsächlich mit dem nicht ganz einfachen Thema „heterosexuelle Erotik“, teilt aus, wo nötig, und steckt ein (Selbstkritik!), wo angebracht. Uneingeschränkte Leseempfehlung, vor allem für LeserInnen, die Helmut Kraussers „Hagen-Trinker-Trilogie“ aus den 1990er-Jahren („Schweine und Elefanten, „Könige über dem Ozean“, „Fette Welt“) mochten.

2017-08-03

Altruizin oder Der wahre Bericht darüber, wie der Eremit Bonhomius das universelle Glück im Kosmos schaffen wollte, und was dabei herauskam (1964) – So, jetzt ist definitiv Schluss mit Lem. Sein Skeptizimus ist eindeutig gegen den damals real existierenden Sozialismus seiner polnischen Heimat gerichtet und hat sicherlich sämtliche „Anti-Kommunisten“ im Westen ähnlich entzückt wie weiland Orwells „1984“. Aber exakt diese anti-idealistische Haltung, was die angeblich „wahre“ Natur des Menschen betrifft (er/sie/es ist selbstsüchtig, dumm, sexbesessen, hinterlistig, gewalttätig), ist eben auch nur die halbe Wahrheit, sonst hätte sich Zivilisation niemals entwickeln können. Vielleicht nervt mich Lems Skeptizimus auch deshalb so, weil gerade ein Prachtexemplar eines solchen „wahren“ Menschen in Form des selbstsüchtigen, dummen, sexbesessenen, hinterlistigen und gewalttätigen D. Trump den us-amerikanischen Präsidententhron okkupiert hat. Also: Lem – guter Autor, aber es ist gerade nicht „seine“ Zeit.

2017-07-31

Lem. Auf diesem Bild hat er eindeutig etwas Wichtelhaftes:

2017-07-29

Die Geschichte von den drei geschichtenerzählenden Maschinen des Königs Genius von  Stanisław Lem: langsam is gut mit Lem. Man weiß, worauf’s hinausläuft & so. Irgendwo zwischen Dürrenmatt (schon wieder!) & Raumschiff Orion / Raumpatrouille. Das Kaschperlhafte seiner Figuren geht mir langsam, aber sicher auf die Nerven. Was will er eigentlich? Die Welt belehren? Die Welt retten? Alles in seiner zuckersüßen Zynismussauce ertränken?

2017-07-25

Experimenta Felicitologica von Stanisław Lem: Von ähnlicher Qualität wie Ziffrianos Erziehung (siehe unten). Eine wirklich angemessene Verfilmung dieser als Märchen getarnten philosophischen Traktate dürfte außerordentlich schwierig sein. Natürlich kann man sie – wie geschehen – wie einen tschechischen Märchenfilm aus den 1970erjahren („Drei Nüsse für Aschenbrödel“) verfilmen, wodurch aber ca. 50% des Contents verlorengingen. Verfilmt man sie dagegen mit allem metaphyischem Ernst à la Tarkowski („Solaris“), wir alles zäh und nahezu unverdaulich, die Leichtigkeit, die bei der Lektüre stets durchscheint, ginge verloren und damit die anderen 50% des Lem’schen spirits.

2017-07-19

Ralph Ellison Invisible Man angefangen aus alternativloser Langeweile. Erinnert auf ungute Weise an die Dürrenmatt-Lektüre meiner Schulzeit (Pflicht!). Der Protagonist kommt mir reichlich selbstmitleidig und arrogant vor.

2017-06-26

Stanisław Lem Der Mensch vom Mars (1964) abgebrochen: schwach, viel schwächer als der Lem, den man kennt. „Lem vor Lem“. Hat er versucht, Isaac Asimov zu imitieren?
Dieter Roth Bastel-Novelle (1974) [Auszüge]
Jean Starobinski Montaigne. Denken und Existenz (1982) [Auszüge]

2017-06-26: gerade abgeschlossen

Stanisław Lem Robotermärchen (1964) xxx
Karl Heinz Bohrer Jetzt (2017) xxxx
Stanisław Lem Vom Nutzen des Drachens (1983) xxxx
Stanisław Lem Die Wiederholung (1979) xxxx
Stanisław Lem Ziffrianos Erziehung (1976) xxxxx
Liu Cixin The Three-Body Problem (2007) xxxx
Bernd Stegemann Das Gespenst des Populismus siehe Blogartikel

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2 Gedanken zu “LEKTÜRETAGEBUCH

  1. Von Lem fällt mir nur ein Fragment ein: Die Hauptfigur sitzt im Baum und schickt sich an, die Ergebnisse der Wissenschaften der letzten 20 Jahre, die er während eines Tiefschlafs versäumt hatte, nachzuholen. Der schiere Amount des hierbei zu Lesenden beeindruckte sehr…

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  2. Anonymous schreibt:

    Joachim schreibt: Von gelegentlicher Lemlektüre ist mir nur die Begegnung eines Außerirdischen mit einem Besoffenen geblieben, der sich „mit einem Äthylen-Schutzschild“ umgeben hatte. Das find ich wirklich originell.

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