«Jahreszahlen» für Orchester, 2017 (ePlayer-Realisierung)


Soundfonts Vienna Symphonic Library Special* Edition
Sample Player Vienna Ensemble
Faltungshall Large Factory Amsterdam (F. van Saane)

Ich habe hier alle Kompositionen der Reihe „Jahreszahlen“ zu einem knapp einstündigen Monsterstück zusammengefügt. Über die Abfolge („2006“, „2003“, „2005“, „2010“) habe ich nach dramaturgischen Aspekten entschieden.

Wer sich mal so richtig Zeit nehmen will und auch die Zeit findet, sich in mein Orchesterwerk der Nullerjahre hineinzuhören, ist hier richtig.

Ich wünsche spannendes, genussvolles und anregendes Lauschen 🙂

Und kommentiert doch gerne, welche Emotionen, Bilder, Stimmungen und Ideen die Musik in euch hervorruft!


* „Special“ bedeutet hier „Basisversion“
«Jahreszahlen» für Orchester, 2017 (ePlayer-Realisierung)

Software der Woche : KW 20 : Desktop MIDI (Standard MIDI File Player)

Wirklich gute Abspiel-Software für Standard MIDI Files ist – erstaunlicherweise – selten. Die beste, die mir bisher untergekommen ist, hat der Hobby(?)-Programmierer Peter Schneider vor 20 Jahren (kein Scherz) für IBM OS/2 Warp entwickelt und sie Desktop MIDI genannt. Mittlerweile gibt es sie auch für Windows:

Das wichtigste zuerst: Mit dem Timing dieses Players hatte ich bisher keine Probleme, auch wenn gleichzeitig eine Menge anderer Prozesse auf dem Rechner (besonders kritisch: Downloads, Browser) laufen – leider keine Selbstverständlichkeit. Das visuelle Konzept von Desktop MIDI, so simpel es anmuten mag, empfinde ich als konkurrenzlos gut, weil es die richtige Balance zwischen zu wenig und zu viel Information findet.

Published by Peter Schneider aka Breakout Box
Getestet unter Windows 7 Home Premium Service Pack 1 64-Bit
Download Location http://breakoutbox.de/software/desktopmidi/desktopmidi.htm
Nerdizität (0 – 10) 6
Preis kostenlos

Wird die Weltsicht jetzt zum Nerd-Portal? Sinn & Zweck der Reihe „Software der Woche“

Software der Woche : KW 20 : Desktop MIDI (Standard MIDI File Player)

Guter Techno von Move D (1 von 3): „Lush Summer Rain“ (2010)

Die nächsten drei Sonntage gibt’s hier Techno* von dem 1966 in Heidelberg geborenen David Moufang, der seit den frühen Neunzigerjahren als „Move D“ publiziert.

Im Vergleich zu Joy Orbisons ohrwurmigen Brechern wirken Move Ds Tracks verspielt, leicht, subtil und leicht verpeilt. Gelegentlich erlaubt er sich sogar die eine oder andere etwas komplexere Akkordsequenz – eine echte Rarität im sich dann letztlich doch stets immer nur an der eigenen Kargheit** berauschenden Genre Elektronische Tanzmusik.


Move D?


* bzw. [Deep] House und Ambient
** die bei weniger begabten Protagonisten mühelos sofort in Stumpfsinn umzukippen in der Lage ist
Guter Techno von Move D (1 von 3): „Lush Summer Rain“ (2010)

Johannes Kreidler: „Earjobs Documentary“ (2017)

Anfang April warb ich hier für Johannes‘ Aktion „Earjobs. Verdienen mit Musik“. Mittlerweile ist das Ding gelaufen und der Künstler – hier in der Rolle einer Art Lutz van der Horst* der Kunstmusik brillierend und mitunter auch seine HörarbeiterInnen ganz unverhohlen anpöbelnd – hat seine Arbeit sehr kurzweilig dokumentiert und durch einen erhellenden, aber in keinster Weise belehrenden (und vollkommen un-ironischen) Werkkommentar ergänzt:

Mein Höhepunkt des Videos ist Kreidlers Konfrontation mit einer sich als non-materialistic sound artist einführenden unwilligen Hör-Kandidatin ab 2:35, die in kühlem, analytischem Tonfall zu dem Schluss kommt, was Kreidler hier simuliere, sei ja gar nicht Kapitalismus, sondern Totalitarismus (dictatorship). Allein, weil er Bewertungen über Kunst vorgebe, sei er ein „Faschist“ (fascist). Sie als sound artist hingegen könne in allem etwas Schönes finden (I can actually find ways of making it really beautiful.).

Mit einem solchen Begriff ästhetischer Erfahrung darf man dann aber konsequenterweise auch eine sehr gute Interpretation von Schönbergs „Verklärter Nacht“ nicht mehr höher bewerten als bsp.weise unbearbeitete field recordings aus einer Cottbuser Herrentoilette – vorausgesetzt natürlich, Letztere wurden von einem hochreflektierten, akademisch ausgebildeten sound artist mit dem richtigen Bewusstsein aufgenommen.

Es ist ein boshafter Gedanke, aber: Kämpft die Klangkünstlerin hier nicht auch lediglich um ihren Arbeitsplatz? Allerdings nicht um den als Angestelle in Kreidlers zynischer Hörfabrik-Fiktion, sondern um den als Protagonistin staatlich geförderter Hochkultur.**

Johannes Kreidler?


* Sogar seine hochtoupierten Haare ähneln ein wenig der van der Horst’schen Sturmfrisur.
** Vgl. auch die einschlägige Kreidler-Sentenz: „Alle ästhetischen Debatten entpuppen sich irgendwann als Debatten über Geld.“
Johannes Kreidler: „Earjobs Documentary“ (2017)