Demand über Ästhetik im Zeitalter der Optionsparalyse

Die radikale Auflösung des Regelbegriffs erodiert zwangsläufig auch den der sinnvollen Handlung: wo keine Option ausgeschlossen ist, hat es keinen Sinn, überhaupt von Optionen zu sprechen. Damit aber werden Gelingen und Mißlingen grundsätzlich ununterscheidbar. In einem radikal Duchampschen, d. h. vollständig autonomen, konsequent dehierarchisierten künstlerischen Pluriversum regiert der schiere Dezisionismus und damit ironischerweise die Heteronomie des positiven Rechts.

Christian Demand: „Die Beschämung der Philister“, 2003 (S. 214)

Demand über Ästhetik im Zeitalter der Optionsparalyse

Demand über die Ohnmacht der Kunstkritik

… für Entscheidungsträger in Kulturbehörden, Veranstalter von Biennalen und anderen Großausstellungen, Beraterkomitees von Kunstpreisen, Ankaufkommissionen, Galeristen, Museumsdirektorien und Stiftungsräte ist das Urteil des Zeitungskritikers nur in Ausnahmefällen … von Interesse. […] … in den westlichen Demokratien sind die Sachwalter des feinmaschigen Systems staatlich subventionierter Kulturinstitutionen längst selbst in der Lage, Öffentlichkeit nach Belieben herzustellen und dabei dem Gespräch Themen und Stil zu diktieren.

Christian Demand: „Die Beschämung der Philister“, 2003 (S. 10)

Demand über die Ohnmacht der Kunstkritik