Who the f*** was Diane Charlemagne? … (2 von 2)

Das einzige mir bekannte gelungene Amalgam aus Modern Jazz und House aka Disco 1. Im Intro und Outro von Satoshi Tomiies (ja, diese Schreibweise ist korrekt) Track „Inspired“ aus dem Jahre des Herrn 1999 zeigt Charlemagne, dass sie auch Jazz Standards hätte interpretieren können.

Tomiie scheint einer dieser japanischen Pop-Kuratoren à la Towa Tei zu sein, die sich ihre LieblingsmusikerInnen ins Studio laden, um mit ihnen die Musik zu produzieren, die sie selber am liebsten hören. Ob sie selber Musiker sind und, wenn ja, welche Instrumente sie bei diesen Produktionen selber gespielt haben, bleibt dabei oft (und vermutlich gewollt) im Dunkeln. Sei’s drum, der production value von „Inspired“, vor allem der/die PianistIn und das Streicher-Arrangement, ist jedenfalls schlicht exzellent. Die reine Freude!


  1. Kein Scherz: Kein Genre tut hier dem anderen Gewalt an, eine echte Seltenheit. 

Who the f*** was Diane Charlemagne? … (1 von 2)

Eine leider bereits 2015 verstorbene britische Vokalistin, die maßgeblich dazu beitrug, dass Drum and Bass zumindest zeitweise einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde. 1994 machte sie aus Goldies zwar interessanter, aber halt auch stets ein wenig stumpfer und vor allem selbstgenügsamer Breakbeat-Etüde eine ebenso melancholische wie anrührende Hymne an das „Inner City Life“ aka Einwandererghetto.

Charlemagnes Intonation ist hier alles andere als perfekt, was mich aber nicht stört, die Mikrotonalität verstärkt die ästhetische Ambivalenz, vor allem bei der Textzeile „Feeling free“. Listen and enjoy!