„science fiction“ – Mini-Reihe mit elektroakustischen Rekompositionen


Unter dem reißerischen Titel „science fiction“ gibt’s hier die kommenden drei Samstage jeweils eine brandneue Komposition Elektroakustischer Musik aus dem Geiste des Retrofuturismus („Yesterday’s Future“). Dabei haben mich sowohl typische Gestaltungsmittel der klassischen Elektronischen Musik der Nachkriegszeit wie Ringmodulator, Vocoder und Bandschleife inspiriert, als auch mein juveniles, aber nie so ganz verflossenes Interesse für Weltraumromantik (was v. a. in der Gestaltung der Stücktitel durchbrach).

Als akustisches Basismaterial dienten eigene Klangabfälle aus den Nullerjahren, die ursprünglich mit dem Hardware-Klangmodul Edirol SD-90, dem Plugin Elottronix (Bandschleifensimulator) und dem Software-Synth ChaoSynth geschaffen wurden.

Die Stücke sollten „kurz“ (eigene Notiz) sein und wurden schließlich zwischen knapp vier und siebeneinhalb Minuten lang, also nicht wirklich „kurz“, aber auch keine Klopper.

Geplant war, „bunte, systemische, heitere, verspielte und unterhaltsame“ Musik (eigene Projektnotiz) zu erschaffen und das ist im Großen und Ganzen auch gelungen.

Viel Spaß beim „Rauschen & Lauschen“ (H. Czukay) wünscht von Herzen allen geneigten WeltsichtlerInnen

der Blogbetreiber

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«Meltingbells (Soundscape 35)», 2019

Spektrogramm der Komposition, erstellt mit Sonic Visualiser

Audiomaterial Am 15. Februar diesen Jahres schüttelte ich ein Paar tibetischer Glöckchen in der Musikinstrumentensammlung der Uni Würzburg und der Kustos schnitt das dankenswerterweise mit.
Audio-Editor Dark Audacity
Audio-Effekte Change Pitch, Change Tempo (Audacity Built-In); Chimes Delay, Low-Pass Filter, Pitch Modulator (David. R. Sky)
Faltungshall keiner

Kompositionsnotiz

to do

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«Trying to play the Didgeridoo (Soundscape 34)», 2019

Spektrogramm der Komposition, erstellt mit Sonic Visualiser
Das australische Didgeridoo, auf dem ich die Basisklänge dieser Soundscape erzeugte. Bildquelle: http://www.musikwissenschaft.uni-wuerzburg.de/instrumente/

Audiomaterial 2019-02-27 versuchte der Blogbetreiber, ein australisches Didgeridoo aus der Musikinstrumentensammlung der Uni Würzburg zu spielen und Kustos Dr. Oliver Wiener hat das dankenswerterweise aufgenommen.
Audio-Editor Dark Audacity
Audio-Effekte Change Pitch, Repeat (Audacity Built-In); Chimes Delay, Comb Filter, High-Pass Delay (David. R. Sky)
Faltungshall keiner

Kompositionsnotiz

Mithilfe eines Kammfilters und eines Hochpass-Delays wurde ein hellklingendes, „aufstrebendes“ Derivat des Basismaterials erstellt, welches zu einem Loop verarbeitet wurde. Der Loop hat zwar einen hohen Geräuschanteil, aber ein stabiler Grundton ist weiter erkennbar. Ich habe dann tonhöhenversetze Duplikate dieses Loops erstellt und mit diesen solange komponiert – d.h. sie mit der Maus im Editor hin- und hergeschubst –, bis eine zufriedenstellende Gesamtform erreicht war.

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«Stretched Kledi (Soundscape 33)», 2019

Spektrogramm der Komposition, erstellt mit Sonic Visualiser
Audiomaterial In den Räumen der Musikinstrumentensammlung der Uni Würzburg versuchte SH 2019-02-15, einer ostasiatischen Mundorgel Klänge zu entlocken und Kustos Dr. Oliver Wiener schnitt das dankenswerterweise mit.
Die Kledi genannte Mundorgel, auf der ich die Basisklänge dieser Soundscape erzeugte, stammt ursprünglich von der Insel Borneo, die politisch zu Indonesien, Malaysia und Brunei gehört. Bildquelle: http://www.musikwissenschaft.uni-wuerzburg.de/instrumente/


Audio-Editor
 Dark Audacity
Audio-Effekte Change Pitch, Change Tempo, Paulstretch, Reverse (Audacity Built-In), Ramp Panner, Random Panning (David. R. Sky)
Faltungshall keiner

Kompositionsnotiz

N. A. Pauls faszinierender, frei erhältlicher Algorithmus Paulstretch wurde benutzt, um das Basismaterial akustisch zu dehnen und gleichzeitig zu verschmieren. Die Tonhöhen bleiben dabei erhalten, aber akustische Details werden unkenntlich. Das so entstandende Derivat wurde dann mehrfach dupliziert und nach klassischen kompositorischen Gesichtspunkten (Polyphonie, Dramaturgie) tonhöhen- und/oder tempoverändert arrangiert.

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«Tanpura Warp (Soundscape 32)», 2019

Spektrogramm der Komposition, erstellt mit Sonic Visualiser
Die indische Tanpura, auf der ich die Basisklänge dieser Soundscape erzeugte. Bildquelle: http://www.musikwissenschaft.uni-wuerzburg.de/instrumente/

Audiomaterial Unter Aufsicht von Kustos Dr. Oliver Wiener, der dankenswerterweise auch den Audiomitschnitt besorgte, traktierte S.H. 2019-02-27 eine indische Langhalslaute aus der Musikinstrumentensammlung der Uni Würzburg.
Audio-Editor Dark Audacity
Audio-Effekte Chimes Delay, Turntable Warp (David R. Sky)
Faltungshall [Software] Montreal Stairwell [FreeverbVST3_Impulser2]

Kompositionsnotiz

Der Performance-Mitschnitt wurde zwei Algorithmen unterworfen. Das Chimes Delay generiert im Zusammenspiel von zufälligen und deterministischen Faktoren zeit-, tonhöhen- und stereopanoramaversetze Derivate des Originalsamples. Der Turntable Warp-Algorithmus ist hier so eingestellt, dass der gesamte Track einen subtilen „Aufwärtstrend“ bekommt, d. h. er wird fortlaufend beschleunigt. Das Spektrogramm bildet das sehr gut ab.

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«Little Drums in a Storage Tank (Soundscape 31)», 2019

Spektrogramm der Komposition, erstellt mit Sonic Visualiser
Audiomaterial Sample einer kleinen Keramiktrommel vermutlich südamerikanischer Provenienz aus der Musikinstrumentensammlung der Uni Würzburg. Aufnahme: Dr. Oliver Wiener 2019-02-15, danke!
Audio-Editor
 Dark Audacity
Audio-Effekte Audio Selection Sequencer 2, Pitch Delay (David R. Sky); Repeat (Audacity Built-In)
Faltungshall [Software] Cedarburg Storage Tank [FreeverbVST3_Impulser2]

Kompositionsnotiz

Sämtliches Audiomaterial dieser Komposition wurde aus einem einzigen, ca. zweisekündigen Sample generiert, einem mittellauten Trommelschlag, dem ein kurzer, mit den Fingerspitzen erzeugter Wirbel vorangeht. Das Stück besteht aus einer Schichtung diverser Loop-Variationen mit diesem Sample. Die Dramaturgie folgt ungefähr der Architektur eines konventionellen Techno-Tracks.

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«Hackbrett, Tirol, 18. Jhdt. (Soundscape 30)», 2019

Spektrogramm der Komposition, erstellt mit Sonic Visualiser
Audiomaterial SH traktiert ein historisches Hackbrett in den Räumen der Musikinstrumentensammlung der Uni Würzburg. Aufnahme: Dr. Oliver Wiener 2019-02-15 (DANKE!)
Das historische, nicht restaurierte Hackbrett, auf dem ich die Basisklänge dieser Soundscape erzeugte. Bildquelle: http://www.musikwissenschaft.uni-wuerzburg.de/instrumente/


Audio-Editor
 Dark Audacity
Audio-Effekte Audio Selection Sequencer 2, Channel Shifter, High-Pass Filter, Pitch Delay, Random Panning, Stereo Delay (David R. Sky); Change Pitch, Change Speed, Change Tempo, Repeat (Audacity Built-In)
Faltungshall [Software] York Minster [FreeverbVST3_Impulser2]

Kompositionsnotiz

Im Vordergrund des Stücks steht eine mit gelegentlichen Delays angereicherte Aufnahme meiner Performance auf diesem wunderschön klingenden, aber komplett verstimmten und kaputten Instrument (mikrotonal, mehr oder weniger). Dazu erklingt in der ersten Stückhälfte ein aus heruntertransponierten Hackbrettklängen komponierter Loop, während die zweite Hälfte mehr und mehr von sehr hoch hinauftransponierten, zwitschernden Hackbrettsamplewolken dominiert wird, die ab und zu von einem ultratiefen Hackbrettsamplerülpser punktiert werden.

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