Software der Woche | KW 8 | Equalizer APO

APO steht in diesem Fall für Audio Processing Object, damit das schon mal klar ist.

Bis vor Kurzem brauchte ich keinen rechner-internen Equalizer. Hochwertiges Audio-Processing erledigte mein externer D/A-Wandler und die Soundkarte in meinem Rechner ist sowieso Schrott und wird deshalb so gut wie nie benutzt. Nun aber nenne ich seit Anfang des Jahres einen qualifizierten Blauzahn-Lautsprecher der Fa. Ströer mein Eigen und der hat von Haus aus so einen gewaltigen Bass-Bums, dass er ohne vorheriges Equalizing schlicht nicht universell benutzbar ist.

Meinen weltanschaulichen Grundsätzen getreu suchte ich nach einer unkommerziellen, freien Software und wurde bei der Open Source community resource SourceForge auch fündig.

Das Equalizer APO ist schnell installiert und erfüllt seinen Zweck, hat aber ein relativ umständliches Interface, das mühelos in der Lage ist, jeden Nicht-Nerd nachhaltig von seiner Verwendung abzuhalten:

Dies zu vermeiden, ist Aufgabe dieses Artikels.

Wer einfach nur einen ganz profanen Equalizer braucht, kann als Erstes schon mal das Analysepanel und die Werkzeugleiste getrost ausblenden. Anschließend alle Module bis auf den grafischen 15-Band-Equalizer de-aktivieren. Für das Equalizing sind nur die Frequenzmarkierungen 2 bis 15 für das menschliche Ohr relevant (außer ihr habt das Gehör eines Elefanten bzw. einer Fledermaus, dann nicht). Nach diesen Aufräumarbeiten bietet sich folgendes, schon wesentlich freundlicheres Bild:

Der Rest ist dann Ausprobiererei, d. h. in meinem Fall, dass ich für meine hochpotente Blauzahnbox ein menschenwürdiges Profil mit stark abgesenkten Bässen angelegt habe (siehe Screenshot oben). Will ich Electronica (=Techno, Drum & Bass) hören, haben die Superbässe aber durchaus ihre Berechtigung, und ich lege ein weiteres Profil an.

Diese Profile werden aber – komplett kontraintuitiv – nicht etwa über „Datei“ geladen, sondern über den kleinen „Öffnen“-Button rechts unten. Ein weiterer Nerdizismus, aber das ist wohl der (immaterielle) Preis, den man für die Verwendung unkommerzieller Software manchmal zahlen muss, in der sich die/der ProgrammiererIn (hier:  jthedering, vielen Dank!)  dann doch immer auch ein bisschen selbst verwirklichen will und nicht nur die Bedienerfreundlichkeit im Auge hat.

Hat man alle Interface-Rätsel erst einmal gelöst, erweist sich jthederings Equalizer als ganz hervorragendes, für jede Art von Klang einsetzbares Tool, das – vor allem – auch dann seine Einstellungen beibehält, wenn man das Programm geschlossen hat.

Veröffentlicht von jthedering
Getestet unter Windows 7 Home Premium Service Pack 1 64-Bit
Download-URL https://sourceforge.net/projects/equalizerapo/
Nerdizität (0 – 10) 5
Preis kostenlos