Pelzigs Wurzeln

Frank-Markus Barwasser (*1960)
Frank-Markus Barwasser (*1960)

Klar ist: eine Figur wie Pelzig kann nur in einem Klima gedeihen, wie wir es in Würzburg vorfinden.

(Frank-Markus Barwasser: Dankesrede zur Verleihung des Kulturpreises der Stadt Würzburg)

2004 schrieb der Würzburger Journalist Wolfgang Jung ein Porträt des Würzburger Volkskomikers (ja, das ist ein „antiquiertes“ Wort, deswegen verwende ich es hier) Frank-Markus Barwasser aka „Erwin Pelzig“, das vor allem dessen vielleicht dann doch nicht so bekannte Würzburger Anfänge kenntnisreich ausleuchtet.

Apropos Pelzig – diese Figur hat sogar Einfluss auf meine Selbstdarstellung ausgeübt: Ich traue mich seit einigen Jahren eher mal, Dialektales in meine Rede einfließen zu lassen. Oft nur Phrasen wie „Des glebbst!“ oder „Wessd scho!“, aber immherhin … früher hatte ich dergleichen „Ausrutscher“ peinlich vermieden, bemühte mich um „korrektes“ Hochdeutsch. Doch seitdem Barwasser den kleinstbürgerlichen Anarchisten (und eben nicht Querulanten!) „Erwin Pelzig“ erfand und, vor allem, deutschlandweit durchgesetzt hat, bin ich ein wenig unverkrampfter, was meine mainfränkische Herkunft betrifft.

Vor Barwasser gab es zwar auch schon dialektpflegende Künstler aus Bayern, für die man sich nicht schämen musste, doch kamen diese allesamt aus Altbayern: Herbert Achternbusch, Gerhard Polt – solche Kaliber. Barwasser ist nun, wenigstens in meiner Wahrnehmung, der erste, der eine genuin (main)fränkische Variante dieser anarchistischen Volkskomik (ein Begriff, den er eventuell weit von sich weisen würde – oder auch nicht) erfunden hat: den Pelzig Erwin eben.

Pelzigs Wurzeln