Listen 2 T-Polar 3 of 3: „That Was Annie“ (2012)

T-Polar gelingt hier etwas Seltenes, weil wohl auch Schwieriges: ein überzeugender Ausdruck von Trauer und Verlust im Medium der Elektroakustischen Musik. Es läuft einem kalt den Rücken runter.

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Listen 2 T-Polar 2 of 3: „Pygmy 2“ (2005)

Wenn Ambient music, wie ich sie verstehe, tut, was sie soll, klingt sie wie dieser Track von T-Polar: Musikalische Science Fiction ohne Plot, Elektroakustik, die einen mehr oder minder großen Raum erschafft, in dem es sich ebenso entspannt wie entfremdet aural herumwandern lässt (Im Fall von „Pygmy 2“ steht die Vaporwave-artige Entfremdung klar im Vordergrund). Der Ambient music track ist der Klanginstallation in seiner musikalischen Flächigkeit, also Nicht-Song-Haftigkeit verwandt, hat aber im Gegensatz zu Letzterer einen wohlkalkulierten Anfang und ein formales Ende.

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Listen 2 T-Polar 1 of 3: Intro, „Lupabouchie“ (2004)

Intro

Die Welt ist ungerecht, besonders zu KomponistInnen. Ganz besonders zu KomponistInnen, die „nur“ Elektroakustische Musik machen. Hier scheint es nur Weiß (der/die KünstlerIn ist „Kult“, vgl. Pierre Schaeffer, Luc Ferrari, Morton Subotnick, Eliane Radigue, Jean-Michel Jarre, Klaus Schulze, Tangerine Dream, Aphex Twin, Autechre, …) oder Schwarz (kennichnicht-interessiertmichauchnicht-lassmichblossinruhemitdemscheiss) zu geben.
In letztere Kategorie scheint leider Gottes und vollkommen zu Unrecht auch Gary Spence aka T-Polar (Belfast) zu gehören, dessen reiches, faszinierendes, stets geschmackssicheres und handwerklich souveränes Œuvre mir schon seit einigen Jahren nachhaltige aurale Erbauung beschert, weswegen ich heute, morgen und übermorgen der geneigten Hörerin drei repräsentative Tracks aus den Jahren 2004 bis 2012 vorstellen sowie minimalkommentieren werde.

Angeregtes Lauschen wünscht

der Blogbetreiber

 

Ok, der Track ist naturlich auch ein Dancefloor-Brecher, aber darüber hinaus tritt, wie ich meine, auch T-Polars Spezialität, nämlich der bündige musikalische Ausdruck von etwas, das die Psychiatrie Derealisationserleben („Neben-sich-stehen“) nennt, deutlich hervor. Diese Musik als Dissociative Disco zu branden scheint mir nicht ganz abwegig zu sein.