Unknown Heroes of Contemporary Art Music Vol. I | Gavinco „Divines“ (2020)

Schweben, Leichtigkeit; Repetitivität, die gleichwohl nichts Stupides an sich hat. Ein Arrangement, das weder zu skelettiert noch zu überbordend daherkommt. Die Selbstverständlichkeit des Auralen. House Music als schon etwas entfernte, etwas abgeklärte Erinnerung: keine Euphorie, stattdessen Heiterkeit.

Japonaiserie 1 von 3: Masami Tsuchiya „Never Mind“ (1985)

Gavincos nicht endenwollender Track gestern stammt zwar von einem Briten, hat aber in meinen Ohren eine Qualität, die man gemeinhin bei postmoderner japanischer Popmusik findet: eine übersteigerte Süßlichkeit und Niedlichkeit, die mit skurrilen, absurden oder gar abjekten Untertönen angefüttert wird. Jeff Koons als Musik sozusagen.

Das brachte mich zu folgender Trouvaille von vor ca. einem Jahr. Wahre Trostmusik, das. Und natürlich spielt keiner Geige (aber ganz gut Gitarre) und ein japanischer Roberto Valentino tritt auch nicht auf:

Bemerkenswert und sehr charmant, wie „Never Mind“ die letzten eineinhalb Minuten einfach „weitergeht“, wo man doch den Abspann erwartet.

Mehr sublime musikalische Japonaiserien kommende Woche.