«For John Zorn» for piano (ePlayer realization)

MIDI-Editoren MidiEditor (M. Schwenk), MIDIPLEX (Stas’M), Sekaiju (kuzu), Cubase
Sample-Bibliothek Fazioli-Konzertflügel (Musyng Kite)
Sample-Renderer [Host] Kontakt Player 5.7 [Freepiano]|
Faltungshall [Software] ORTF-Studiohall (Urheber unbek.) [FreeverbVST3_Impulser2]
Audio-Editor Dark Audacity

Kompositionsnotiz

Das Stück basiert auf dem PianoLog 2008-09-06. Diesmal habe ich relativ stark in das improvisierte Altmaterial eingegriffen. Einige Passagen gefielen mir einfach so gut, dass ich sie im Verlauf des Stücks mehrfach hören wollte. Auch Oktavtranspositionen und Stimmverdopplungen fanden statt. Mehr aber nicht (d. h. es wurde kein neues Material eingebracht). Gelöscht habe ich allerdings schon ein bisschen was.

Ich habe das Stück wg. seines collagehaften Charakters nach dem New Yorker Saxofonisten und Komponisten John Zorn benannt, dessen Band „Naked City“ (u. a. mit Bill Frisell an der Gitarre, kennt den noch jemand?) mich vor – hm – 20? Jahren nachhaltig faszinierte. Die Band spielte damals live die heterogensten Musikstile so schnell hintereinander, wie man am Radio oder Fernseher durch die Sender zappt. Das hat mich tief beeindruckt. Nicht (nur) wegen der erstaunlichen Virtuosität der Musiker, sondern vor allem wegen Zorns kompositorischer Strategie: Nach Ende eines derartigen Stücks entstand nämlich das irritierende Phänomen, dass man nicht ohne weiteres benennen konnte, was man denn nun gerade genau gehört hatte: Jazz, Metal, Country, Neue Musik, Pop, Musique concrète, Punk … ? – Wohlgemerkt, es ging Zorn nicht um fusion, diesen Jazz-Fetisch der 1970er Jahre, sondern um das genaue Gegenteil: Er stellte die einzelnen, meist eher trashigen und klischeebeladenen Musikfragmente unverbunden nebeneinander (wengistens hatte ich nach dem Konzert dieses Bild im Kopf – kann sein, dass es in Wirklichkeit ein wenig anders war) und erklärte dieses Chaos dann dreist zu seiner „Komposition“. Diese Idee war damals für mich neu. Heute würde man von einem Musikkonzept oder gar Konzeptmusik sprechen, die auf einen persönlichen Stil verzichtet. Damals hieß das „Post-Avantgarde“.

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