Mensch Stockhausen

Young Stockhausen
Young Stockhausen

Die Dokumentation Karlheinz Stockhausen: Musik für eine neue Welt aus dem Jahr 2008 bot, für mich erstmalig, das Bild eines Menschen, nicht eines „Genies“ (Der einzige, der das Wort „genial“ während des Films im Zusammenhang mit Stockhausen in den Mund nahm, war Sir Simon Rattle). Stockhausens Kindheit und Jugend stellt sich nach dem, was aus dieser Sendung zu erfahren war, als derartig alptraumartig und verstörend dar, dass sich für mich als bekennenden Küchenpsychologen jegliche „Exzentrik“ seines späteren kompositorischen Schaffens mühelos rechtfertigen lässt. Stockhausens Mutter wurde nach einer Wochenbettpsychose in eine Nervenklinik eingeliefert und später unter ausdrücklicher Billigung von Stockhausens Vater „euthanasiert“, d. h. ermordet. Karlheinz landete in einer Napola (nationalsozialistische Kadettenanstalt) und musste sich gegen Ende des Krieges, im zarten Alter von 16 Jahren, um sterbende Soldaten kümmern.

Der Film von Norbert Busè und Thomas von Steinaecker wird am Montag, den 19. März 2012 um 6 Uhr morgens auf arte wiederholt.

Mensch Stockhausen