«quiet afternoon» for prepared player piano, 2018 (ePlayer realisation)

Rendering von „quiet afternoon“

…ist nichts anderes als der 2. Satz meiner Player Piano Sonata 2018, gerendert mit KJ Werners fantastischer Prepared Piano-Sample Library, der sich wiederum an den Vorschriften John Cages zur Präparierung des Klaviers für seine „Sonatas and Interludes“ orientiert:

Soundfont Prepared Piano after Cage’s „Sonatas and Interludes“ (K. Werner)*
Faltungshall keiner
Sample Player Kontakt Player 5.7 unter Freepiano


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«quiet afternoon» for prepared player piano, 2018 (ePlayer realisation)

«some variations» for microtonal player piano, 2018 (ePlayer realisation)

Die Komposition besteht aus drei Sätzen und dauert gut achtzehneinhalb Minuten:

Und hier kann man sich die Sätze im Einzelnen anhören:

variation 1 (andante)

variation 2 (lento)

variation 3 (allegro)

Soundfont eines „Bösendorfer Imperial“-Konzertflügels (Vienna Symphonic Library)
Temperierungen nach Fokker (variation 1), Johnston (variation 2) und Partch (variation 3)*
Faltungshall
 der Schellingwoude Kerk in Amsterdam
Sample Player war Vienna Ensemble unter Cubase SE

Kompositionsnotiz

Die Standard MIDI Files dreier meiner abstraktesten Klavierstücke aus dem Klavieralbum II („Piano Selfie“, „Expedition“, „Über spitze Steine“) wurden mit MusicMirror jeweils einer horizontalen und einer vertikalen Spiegelung unterworfen (betrifft Noten und Haltepedalstatus). Doppelte und überlappende Noten wurden unter Cubase SE bereinigt, anschließend wurden die Notenwerte unter Sekaiju in ein 32stel-Raster quantisiert. Dann wurden alle Haltepedalwerte gelöscht und die Haltepedalwerte aus den Ursprungsdateien wieder eingefügt. Schließlich habe ich die Abspielgeschwindigkeit des zweiten Satzes verlangsamt und die des dritten erhöht.

Jeder Satz wurde individuell temperiert, der erste mit einer von Adriaan Fokker entworfenen Skala, der zweite mit einer Skala von Ben Johnston und der dritte mit einer solchen von Harry Partch.* Für größere Darstellung bitte auf die Bilder klicken:

Wie man sieht, weichen die Skalen von links nach rechts immer stärker von der gleichschwebenden Stimmung (rote Linie) ab. Partchs Skala hat darüber hinaus nur 9 statt 12 Stufen, da Stufe 2 = Stufe 1, Stufe 9 = 8 und Stufe 11 = 10**. Weiterhin liegt die 5. Stufe unter der 4. und die 7. unterhalb der 6.

*

Wie schon in den 3 Scale Studies für Selbstspielklavier aus dem vergangenen Jahr verfolge ich hier die Strategie, improvisiertes Material in großem zeitlichem Abstand algorithmisch zu transformieren, ohne dass es seinen ursprünglichen Charaktar allzu stark einbüßt. Nach vielen Jahren improvisatorischer Praxis „kennt man seine Pappenheimer“. Während des Spielens bleibt zwar alles aufregend, aber das Ergebnis mutet dann doch mehr und mehr strukturell bekannt an. Das ist natürlich vollkommen normal. Niemand außer Gott – falls es ihn gibt, was wir nicht wissen können – verfügt über unbeschränktes schöpferisches Vermögen. Jetzt kommt es darauf an, das Material ausreichend genug zu transformieren, dass sich wieder ein novelty feeling gegenüber der eigenen Kreativität einstellt, es auf der anderen Seite aber nicht so stark zu verändern, dass man nur noch den Algorithmus hört (Letzteres geschieht allzu leicht.). Auch die nachträgliche Mikrotonalisierung der Improvisationen ist – in diesem Sinn – eine algorithmische Transformation.

Darüber hinaus möchte ich ganz allmählich ein besseres Gefühl für die emotionale Wirkung mikrotonaler Skalen bekommen. Mikrotonalität ist traditionell nerd country. Und exakt dieser formale, spielerische Aspekt daran interessiert mich nicht. Musik ist nur so gut, wie sie wirkt, nicht, wie sie sich der Analyse erschließt bzw. wie sie mathematische Strukturen, und seien sie auch noch so cool, abzubilden in der Lage ist. Und so lege ich mir Stück für Stück eine kleine Bibliothek mit erprobten mikrotonalen Temperierungen an, die distinkte Emotionen bei mir auszulösen in der Lage sind. Dabei haben sich bisher drei „Klassen“ herausgebildet:

  1. mäßig exzentrisch:
    – Scale from „Incidental Music for Corneille’s Cinna“ (Lou Harrison 1956)
    – 12-tone 31-tet mode (Adriaan Fokker, siehe Tabelle oben links)
  2. prägnant anders:
    – Piano tuning from „Çoğluotobüsişletmesi“ (Klarenz Barlow 1980)
    – Combined otonal-utonal scale (Ben Johnston, siehe Tabelle oben Mitte)
  3. Paralleluniversum:
    – The well-tuned piano (La Monte Young, 1960er-Jahre)
    – Greek scale on black/white from „Two Studies on Ancient Greek Scales“ (Harry Partch, siehe Tabelle oben rechts)

Es geht hier natürlich nicht um die real existierenden Persönlichkeiten dieser Komponisten, denen ich – außer Barlow – sowieso niemals begegnet bin bzw. begegnen kann, weil sie, wie bsp.weise Partch, bereits verstorben sind …


* Scala-Archiv-Bezeichnungen:
– Fokker’s 12-tone 31-tET mode, has 3 4:5:6:7 tetrads + 3 inv.
– Ben Johnston’s combined otonal-utonal scale
– Partch Greek scales from „Two Studies on Ancient Greek Scales“ on black/white
Technische Details zur mikrotonalen Temperierung von Standard MIDI Files habe ich hier zusammengefasst (englisch).
** d. h. alle C#/Dbs wurden nach C transponiert, alle G#/Abs nach A usw.
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«some variations» for microtonal player piano, 2018 (ePlayer realisation)

«Drone for Meredith» for plucked player piano, 2017 (ePlayer realisation)


Soundfont Plucked Choiseul Upright Piano von beskhu
Sample Player Kontakt
Faltungshall keiner

Kompositionsnotiz

Freesound-User beskhu kam auf Idee, für jede Taste seines Choiseul-Klaviers eine entsprechende Saite anzuzupfen (Hinweis: Die meisten Tasten eines Klaviers schlagen zwei oder drei Saiten an) und diese „Zupfer“ dann sorgfältig einzeln aufzunehmen. Die so fabrizierte Sample-Bibliothek hat Joe „Big Cat“ Stevens irgendwann auf Freesound entdeckt und entzückt zu einem virtuellen Instrument arrangiert. Und ich habe schließlich die Daten meines Standard MIDI Files Blues for Meredith ein wenig um-arrangiert, um beskhus virtuelles gezupftes Klavier damit zu füttern.

Theoretisch lässt sich ein Roboter denken, der sowas real ausführt (Gruß an KFG an dieser Stelle). Es handelt sich hier konzeptuell also nicht um Elektronische oder Elektroakustische Musik (obwohl sie sich für manche so anhören mag).

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«Drone for Meredith» for plucked player piano, 2017 (ePlayer realisation)