Hierarchie und Persönlichkeit

Der exzentrische General Curt Gebhard Adolf Philipp Freiherr von Hammerstein-Equord (1878-1943, kein Nazi) antwortete einst auf die Frage, wie man die Führungsfähigkeit von Offizieren – heute heißt das leadership quality – schnell und sicher beurteilen könne:

Ich unterscheide vier Arten. Es gibt kluge, fleißige, dumme und faule Offiziere. Meist treffen zwei Eigenschaften zusammen. Die einen sind klug und fleißig, die müssen in den Generalstab. Die nächsten sind dumm und faul; sie machen in jeder Armee 90 % aus und sind für Routineaufgaben geeignet. Wer klug ist und gleichzeitig faul, qualifiziert sich für die höchsten Führungsaufgaben, denn er bringt die geistige Klarheit und die Nervenstärke für schwere Entscheidungen mit. Hüten muss man sich vor dem, der gleichzeitig dumm und fleißig ist; dem darf man keine Verantwortung übertragen, denn er wird immer nur Unheil anrichten.

Unsterbliche Worte, wenn natürlich auch nicht die Spur seriös oder gar wissenschaftlich fundiert. Aber gesättigt mit Alltagserfahrung. Von Hammerstein-Equords hemdsärmelige Typologie scheint mir sogar noch ausbaubar zu sein, indem man sie – in, zugegeben, verwegener Manier – auf die Aufspreizung militärischer Hierarchie in die vier Hauptklassen MannschaftsdienstgradInnen (dumm & faul), UnteroffizierInnen (dumm & fleißig), OffizierInnen (intelligent & fleißig) und GeneralInnen (intelligent & faul) anwendet. Take this with a grain of salt.

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