Der Jude Spock und die wahre Herkunft des Vulkanischen Grußes

Zu meiner Verblüffung erfuhr ich vor Kurzem, dass der jüngst verstorbene Schauspieler Leonard Nimoy aka Mr. Spock im richtigen Leben jiddische Wurzeln hatte. Seine Eltern waren aus Osteuropa in die USA, genauer, nach Boston, eingewandert, wo der junge Leonard offenbar recht geborgen in einer Art Schtetl light, dem Bostoner Westend nämlich, aufwuchs.

ShinDas Westend, so Nimoy, sei keineswegs ein jüdisches Ghetto gewesen, vielmehr hätten dort u. a. auch eine Menge Italiener gelebt. In einigen Häusern seien die zwei Ethnien sogar nach Stockwerken sortiert gewesen. Man konnte in einem solchen Haus, so Nimoy, damals mit geschlossenen Augen die Treppen hochsteigen und erkannte am Essensgeruch immer genau, ob man gerade in einem „italienischen“ oder einem „jiddischen“ Stockwerk war.

Hier ein kurzer Ausschnitt aus einem ausführlichen Interview, indem Nimoy sichtlich amüsiert darüber aufklärt, wie er während der Dreharbeiten zur Ur-Star Trek-Fernsehserie in den 1960ern dreist den Aaronitischen Segen zum „Vulkanischen Gruß“ umfunktionierte:

Und hier das sehr lohnende Gespräch in voller Länge. Speziell am Anfang spricht Nimoy auch einige Brocken Jiddisch …

… was mich auf die verwegene, aber reizvolle Idee einer Neusynchronisation von „Raumschiff Enterprise“ mit einem jiddelnden Mr. Spock brachte – mit, sagen wir, Maxim Biller als Mr. Spocks Synchronsprecher. Keine Ahnung, ob Biller des Jiddischen überhaupt mächtig ist. Wäre aber ganz sicher ein Knaller.

Der Jude Spock und die wahre Herkunft des Vulkanischen Grußes